Demonstration
Rund 450 Coronaskeptiker ziehen durch St.Galler Innenstadt: Polizei notiert keine Zwischenfälle

Gegen 450 Personen protestierten am Mittwochabend gegen die zuvor angekündigte Ausdehnung der Zertifikatspflicht.

Sandro Büchler und Rudolf Hirtl
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Bild: Raphael Rohner

Der Bundesrat kündigte am Mittwoch an, dass er zur Eindämmung der Coronapandemie die Zertifikatspflicht ausdehnen möchte und deshalb die Kantone konsultiere. Dies stösst auf Kritik. Am Abend um 18 Uhr versammelten sich rund 450 Personen in St.Gallen auf dem Kornhausplatz beim Hauptbahnhof, um gegen die angekündigten Massnahmen zu protestieren.

Klaus-Dieter Mennel, Mediensprecher Stadtpolizei St.Gallen.

Klaus-Dieter Mennel, Mediensprecher Stadtpolizei St.Gallen.

Bild: PD

Die Demonstration sei von der St.Galler Stadtpolizei bewilligt worden, sagte Polizeisprecher Klaus-Dieter Mennel am Rande des Demonstrationszugs. Ein Aufruf zur Kundgebung sei in den Tagen zuvor bereits online kursiert. Die Massnahmenkritiker und Impfgegner zogen durch die Multergasse zum Bärenplatz, stoppten dort und zogen dann auf dem gleichen Weg wieder zurück zum Bahnhof, wo sich der Demonstrationszug gegen 20 Uhr langsam auflöste.

Organisator: «Wir wollen ein Zeichen setzen»

Angeführt wurde die Kundgebung vom Organisator, dem Romanshorner Markus Holzer. Mit einem Megafon sagte er zu Beginn der Kundgebung, dass man «ein Zeichen setzen wolle». Hinter Holzer folgte die Trychlergruppe Helvetia, die mit schwenkenden Glocken auf den Schultern lautstark voranschritt. Auch «Die Ostschweiz»-Publizist Stefan Millius gesellte sich in der Marktgasse zum Organisator.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren bunt gemischt. Darunter Familien mit Kindern, mittlere und ältere Semester. Laut Beobachtern sollen sich vereinzelt auch Rechtsextreme unter die Menge gemischt haben. Polizeisprecher Mennel konnte dies jedoch nicht bestätigen. Viele hielten Schweizer Fahnen, Transparente oder auf Kartons geschriebene Worte in die Höhe. Einige hielten eine Bierdose in der Hand, andere die Bundesverfassung.

Stadtpolizei hatte friedlichen Ablauf erwartet

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kundgebung skandierten «Liberté», «Freiheit» und «Hier regiert das Schweizer Volk». Es sei zu keinen Zwischenfällen gekommen, sagte Stadtpolizeisprecher Mennel nach dem Ende der Demonstration. «Wir hatten einen friedlichen Ablauf erwartet.» Doch die Polizei begleitete den Demonstrationszug und regelte auch den kurzzeitig blockierten Verkehr auf der St.Leonhard-Strasse.

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