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Zwei Jahre auf den Spuren des St.Galler Stadtigels: Fachleute ziehen Bilanz

Fachleute und Laien haben die Igel in St. Gallen untersucht und Massnahmen zu deren Schutz erarbeitet. Das Projekt ist abgeschlossen, einige Fragen bleiben aber offen.
Luca Ghiselli
Naturgärten und Wiesen dienen den Igeln in der Stadt sowohl als Futterquelle als auch als Unterschlupf. (Bild: PD/Fabio Bontadina)

Naturgärten und Wiesen dienen den Igeln in der Stadt sowohl als Futterquelle als auch als Unterschlupf. (Bild: PD/Fabio Bontadina)

Rattenpfoten, Katzentatzen, sogar Abdrücke von Siebenschläfern haben die Mitwirkenden des Projekts Stadtigel in ihren präparierten Tunnels gefunden. Im Rahmen der Aktion Stadtwildtiere ging ein Team von Forschenden gemeinsam mit Freiwilligen der Frage nach, wie viele Igel wo in der Stadt leben. Im vergangenen Jahr wurden die Erkenntnisse vertieft und Massnahmen zum Schutz der Tiere entwickelt.

Umweltingenieurin Chiara Baschung, die das Projekt betreute, hat am Mittwoch rund zehn Interessierten am Mittagstreff im Naturmuseum einige Einblicke in ihre Arbeit gegeben. Neben Säugetieren und Amphibien aller Art sind den Verantwortlichen auch zahlreiche Igel in die Tunnelfalle gegangen.

Asthaufen als Unterschlupf gebaut

88 Exemplare wurden zwischen Mai und September 2017 beobachtet. In einem zweiten Schritt haben die Projektverantwortlichen im vergangenen Jahr nun die Ergebnisse geprüft und einige Massnahmen zur Förderung der Igelpopulation ergriffen. Unter anderem haben Schulklassen im Rahmen des Projekts «Stadtigel» Asthaufen als Winterlager für die kleinen stachligen Stadtbewohner gebaut.

«Viele Freiwillige haben mitgeholfen, die Daten zu erheben», sagt Baschung. Auffallend sei dabei gewesen, dass die Igelpopulation von Quartier zu Quartier stark variiere. Auf dem Rosenberg konnte kein einziger Igel nachgewiesen werden, während in St. Georgen und im Stadtzentrum die Population zahlreich sei. «Wir konnten nicht abschliessend klären, woran das liegt», sagt Baschung. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel wachsende Dachspopulationen in Quartieren, in denen nur wenige Igel leben. «Der Dachs ist einer der wenigen natürlichen Fressfeinde des Igels auf Stadtgebiet.»

Auch das Verkehrsaufkommen oder die Anzahl zugänglicher Gärten könnte eine Rolle spielen. Die Studie läuft noch, die Ergebnisse werden in den Säugetier-Atlas einfliessen, der voraussichtlich noch 2019 in Buchform erscheint. Bereits 2018 wurden aber erste Massnahmen ergriffen, um der Igelpopulation auf Stadtgebiet zu helfen. Neben dem Bau von Asthaufen startete das Projekt «Stadtwildtiere» auch einen Aufruf, sogenannte wilde Orte auf Stadtgebiet zu melden. Kleine verwilderte Flecken, zum Beispiel Blumenwiesen, Wildhecken oder Fassadenbegrünungen, wo die wilde städtische Fauna ungestört ist.

Gärten sollten für Igel zugänglich bleiben

Am Mittagstreff im Naturmuseum blieb dann auch Zeit für eine Fragerunde. Interessierte erkundigten sich nach Möglichkeiten, um Igeln in ihren Gärten Schutz zu bieten. «Da gibt es viele Möglichkeiten», sagte Baschung. Zum Beispiel könne man Treppentritte mit Backsteinen verkürzen, damit Igel die Stufen hinaufsteigen können. Oder ein kleines Loch im Zaun machen, um den Tieren einen Ein- und Ausgang in den Garten zu ermöglichen. Schliesslich empfiehlt Baschung auch, die Rasenhöhe zu variieren. «Im hohen Gras finden die Igel Unterschlupf, auf kurzem Rasen können sie nach Futter suchen.»

St. Galler Wildnis im Internet

Im Rahmen des Projekts Stadtwildtiere kann die Bevölkerung Beobachtungen von Wildtieren melden. Wer Fuchs, Eichhörnchen, Igel, Dachs und andere wilde Stadtbewohner sieht, kann das mithilfe einer interaktiven Karte melden. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, Bilder der Sichtung auf die Seite zu laden. Seit dem Projektstart vor knapp vier Jahren sind so bereits mehrere hundert Beobachtungen von Wildtieren auf Stadtgebiet zusammengekommen.

Auch im neuen Jahr wird das Projekt von Umweltverbänden, Stadt und Kanton weiterverfolgt. Wurde in den vergangenen beiden Jahren den Igeln besonderes Augenmerk zuteil, ist derzeit noch offen, welche Tierart das Projekt Stadtwildtiere ab Frühling 2019 in den Fokus nimmt. (ghi)

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