«De Pfuus isch dusse»: Das Fasnachskomitee Abtwil hört auf

Das Abtwiler Fasnachtskomitee löst sich nach der diesjährigen Fasnacht auf. Zuerst wird aber noch einmal gefeiert.

Elisabeth Fitze
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Letztes Jahr kürte Bea Bühler ihren Mann Christoph zum «Schnogu».

Letztes Jahr kürte Bea Bühler ihren Mann Christoph zum «Schnogu».

Bild: PD

33 Jahre lang hat das Fasnachtskomitee (Fako) viele verschiedene Fasnachtsanlässe in Abtwil organisiert. Vor allem die Schnoguwahl, bei der jährlich eine Person für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten im Dorf zum «Schnogu» gekürt wurde, hat sich als Fasnachtstradition etabliert. Aber auch Kindermaskenbälle und Umzüge hat das Fako organisiert. Nun ist jedoch Schluss: Das Fasnachtskomitee wird nach dieser Fasnacht aufgelöst. Vorher kann jedoch bei der Abschiedsparty nochmals alles gegeben werden.

Schnitzelbänkler zu finden ist sehr schwierig

Obwohl das Fako in der Abtwiler Fasnacht eine grosse Rolle spielt, hat es schon seit Jahren Probleme, neue Mitglieder zu finden. Das Komitee besteht zurzeit aus sechs Personen – früher waren es zwölf. Vor allem bei den jüngeren Generationen hat das Fako versucht, weitere Mitglieder zu gewinnen. «Wir wollten das Fako eigentlich an die jüngere Generation weitergeben», sagt Bea Bühler, Präsidentin des Fasnachtskomitees. Diese habe aber wenig Interesse gezeigt.

«Die Jungen kommen zwar zur Fasnacht, mithelfen wollen sie aber nicht.»

Von den sechs Komiteemitgliedern sind vier seit über 20 Jahren dabei. Bea Bühler selbst ist bereits seit 1995 Mitglied und seit 1996 Präsidentin des Komitees. «Wir sind alle schon sehr lange dabei und haben die Fasnachtsanlässe auch immer gerne organisiert.» Zu sechst sei die Organisation zwar sehr viel Arbeit, es sei jedoch machbar. In den letzten Jahren wurde es aber auch immer schwieriger, Schnitzelbänkler und Guggen zu finden. Bereits 2015 erhielt das Komitee keine Anmeldungen – und strich daraufhin in jenem Jahr die Fasnachtsanlässe. «Die vier darauffolgenden Jahre waren dann wieder der Hammer», sagt die Präsidentin. Im vergangenen Herbst standen die Komiteemitglieder jedoch wieder vor dem gleichen Problem. Für das diesjährige Fest konnten keine Guggen und Schnitzelbänkler gefunden werden.

Der Zeitpunkt zum Aufhören ist reif

Die Diskussion über eine Auflösung des Fako wurde zum ersten Mal richtig konkret. «Wir haben uns dann entschieden, das Fako jetzt aufzulösen. So können wir nun mit dem 25-Jahr-Jubiläum der Schnoguwahl Abschied nehmen, anstatt irgendwann aufzuhören», sagt Bea Bühler. Ausserdem sei bei den Mitgliedern nach langjähriger Arbeit auch langsam «der Pfuus dusse». Obwohl der Veranstaltungsort, das Schützenhaus in Abtwil, mit rund 90 Besuchern immer gut gefüllt gewesen sei, seien immer mehr oder weniger die gleichen gekommen.

«Wir wollten diese Feste für alle Abtwiler organisieren, nicht nur für die Fasnächtler.»

Für sie und die anderen Mitglieder des Komitees sei der Abschied mit einem lachenden und einem weinenden Auge verbunden, sagt Bühler. «Auch wenn es das Fako zukünftig nicht mehr geben wird, heisst das nicht, dass die Traditionen nicht von anderen weitergeführt werden können», sagt Bühler. Konkretes dazu gebe es aber noch nicht.

Das Schönste waren für Bühler die Schnoguwahlen

Die schönsten Erinnerungen hat Bea Bühler bei den Schnoguwahlen gesammelt. «Wir sind sehr stolz darauf, dass nie durchgesickert ist, wer als ‹Schnogu› ausgewählt wurde. So war die Wahl immer sehr emotional.» Für sie bleibe die Fasnacht weiterhin eine wichtige Zeit im Jahr, sagt Bühler. Jetzt werde sie die Fasnacht als Gast besuchen. «Mir wurde als Innerschweizerin die Liebe zur Fasnacht in die Wiege gelegt», sagt die 59-Jährige. Auch alle anderen in ihrer Familie sind richtige «Fasnächtler». Ihr Sohn und ihr Mann sind Teil des Schellenclubs Nösslerjäger, ihre Töchter wiederum sind Mitglied bei den Herischränzern.

Ein volles Programm

An ihrer Abschiedsparty am 22. Februar will das Fasnachtskomitee (Fako) die Besucher im Schützenhaus in Abtwil mit einem «speziellen Abend überraschen». Neben der Schnitzelbank «Stächmuggä» und dem Schellenclub Nösslerjäger hat das Fako auch einige «Special Guests» eingeladen. Ausserdem findet an diesem Abend die 25.Schnoguwahl statt. Für gute Stimmung wird auch die musikalische Begleitung von DJ Ferdi sorgen. (elf)