Publikumsmagnete
Daumen hoch für die Rorschacher Sommeranlässe: Neben dem Sandskulpturen-Festival sollen auch die Strandfestwochen durchgeführt werden

Die Hoffnung auf Veranstaltungen am Rorschacher Seeufer im Sommer wächst. Die Planung des 22. Internationalen Sandskulpturen-Festivals geht bereits in die entscheidende Phase. Auch die Strandfestwochen werden mit coronabedingten, geringfügigen Anpassungen stattfinden. Der Rorschacher Stadtrat hat beide Veranstaltungen genehmigt.

Rudolf Hirtl
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Lassen es die Covid-19-Bestimmungen zu, finden die Strandfestwochen von 28. Juli bis 14. August in Rorschach statt.

Lassen es die Covid-19-Bestimmungen zu, finden die Strandfestwochen von 28. Juli bis 14. August in Rorschach statt.

Bild: PD

Dario Aemisegger trägt einen weissen Hoodie mit der Inschrift «Paris – Rorschach – Tokio» auf der Brust. Er faltet die Hände gebetsartig und spricht am Seeufer in einem kurzen Youtube-Video zu den «Fans» der Strandfestwochen. «Wir haben gute Nachrichten für euch. Wir sind optimistisch für den Sommer 21 und wir planen die Strandfestwochen vom 28. Juli bis 14. August.»

Und dies, so der Veranstalter weiter, ziemlich genau so, wie man den 2018 erstmals durchgeführten Anlass kenne. Wie der Festivalwebsite entnommen werden könne, werde die diesjährige Auflage mit Hafenbar und Hafenbühne sowie allen bisher angebotenen Sportangeboten geplant.

3000 erlaubte Besucher sind nicht realistisch

Coronabedingt fanden an den Strandfestwochen in Rorschach vergangenes Jahr ausschliesslich Sportaktivitäten statt. Auf alle publikumsträchtigen Angebote wurde verzichtet, wobei die Reduktion auf Sport einer Programmkürzung um 90 Prozent entsprach. Das Festivalgelände diente lediglich als Treffpunkt für die Sportaktivitäten. Laut Aemisegger, den man in St.Gallen auch als Initiant des Weihern-Festivals kennt, sind die «echten» Strandfestwochen vermisst worden. Es habe keinen geselligen Austausch vor und nach dem Sport gegeben. «Wir sind sehr zuversichtlich, die Strandfestwochen mit leichten Anpassungen durchführen zu können. Aber selbstverständlich unter dem Vorbehalt und unter Berücksichtigung, dass die dann geltenden Covid-19-Massnahmen den Anlass auch zulassen», so Dario Aemisegger.

Abspecken, weil 3000 Besucher nicht realistisch sind

Veranstalter Dario Aemisegger ist zuversichtlich, dass der Anlass in Rorschach stattfinden kann.

Veranstalter Dario Aemisegger ist zuversichtlich, dass der Anlass in Rorschach stattfinden kann.

Bild: PD

Das 2018 und 2019 erfolgreiche «Craft Beer & Burger Festival» habe jeweils über 3000 Besucherinnen und Besucher angezogen. Ein Anlass in dieser Grössenordnung dürfe auch im kommenden Sommer vermutlich nicht stattfinden. «Aus diesem Grund planen wir dies erst gar nicht in diesem Rahmen. Wir haben uns mit der Craft-Beer-Erlebniswelt ein neues, der aktuellen und zu erwartenden Situation angepasstes, kleineres und feineres Format ausgedacht», so Amisegger. Dies gelte ebenso für die Stand-up-Paddle-Veranstaltung «South Beach Classic». Und was ist mit «Paris– Rorschach – Tokio»? «Paris verbinde ich mit der Passion, die an den Strandfestwochen nicht fehlen darf, und Tokio soll auf die kulinarische Vielfalt hinweisen, die wir während des Festivals anbieten.»

Entscheidende Tage für das Sandfestival

Bereits Anfang März hatte Initiant Urs Koller bekanntgegeben, dass er gewillt ist, im August das 22. Sandskulpturen-Festival in Rorschach auf die Beine zu stellen. «In den kommenden Tagen stehen Gespräche mit den wichtigsten Sponsoren an. Ausserdem muss mit den Künstlerinnen und Künstlern die Einreise in die Schweiz geregelt werden», sagt Koller. Sollte beides positiv ausfallen, so stünde einer Durchführung des international beachteten Anlasses vom 14. August bis 21. September nichts im Weg.

Urs Koller, Initiant des Sandskulpturen-Festivals.

Urs Koller, Initiant des Sandskulpturen-Festivals.

Bild: PD

Das Thema steht noch nicht

Zahlreiche Künstler, die bereits in Rorschach auf Sand gebaut haben, deponierten ihr Interesse an einer Teilnahme beim Festivalleiter. Hier liegt aber auch einer der Knackpunkte bei der Organisation, zumal nicht absehbar ist, ob die im August geltenden Bestimmungen eine Einreise aus Holland, Russland, Litauen oder den USA zulassen. Aus diesen Ländern kommt das Gros der Carver, wie Sandkünstler auch genannt werden.

Das Sandskulpturen-Festival in Rorschach lockt seit über 20 Jahren Publikum aus dem In- und Ausland an das Bodenseeufer.

Das Sandskulpturen-Festival in Rorschach lockt seit über 20 Jahren Publikum aus dem In- und Ausland an das Bodenseeufer.

Bild: Urs Bucher

Das Motto, nach dem gebaut wird, legt jeweils der Gründer und Organisator fest. «Ich versuche das Geschehen um mich herum aufzunehmen und so ein Thema daraus zu machen», sagt Koller. «Momentan befinden wir uns in einer aussergewöhnlichen Zeit und ich freue mich auf jedes Stück Freiheit, das uns geschenkt wird.» Noch hat er sich aber nicht für ein Motto entschieden. «Ich bin noch nicht zufrieden mit dem, was ich mir bisher überlegt habe. Sicher ist nur, Corona wird dabei mit Sicherheit keine Rolle spielen.»