Riethüsli

Das Warten im Riethüsli hat ein Ende: Die Stimmberechtigten haben mit über 80 Prozent für ein neues Schulhaus gestimmt

Mit grosser Mehrheit haben die Stimmberechtigten einem 47,8-Millionen-Kredit für ein neues Schulhaus zugestimmt.

Daniel Wirth
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So soll das neue Schulhaus im Riethüsli-Quartier nach seiner Fertigstellung 2025 aussehen.

So soll das neue Schulhaus im Riethüsli-Quartier nach seiner Fertigstellung 2025 aussehen.

Illustration: Stadt St.Gallen

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Riethüsli-Quartiers können aufatmen, für sie geht ein langes Warten zu Ende: Mit einem Ja-Stimmen-Anteil von über 80 Prozent haben die Stimmberechtigten der Stadt dem Bau eines neuen Schulhauses zugestimmt.

Stadträtin Maria Pappa, Vorsteherin der Direktion Planung und Bau, sagte unmittelbar nach der Bekanntgabe der Abstimmungsresultate im Wahl- und Abstimmungszentrum im Athletik-Zentrum, im Riethüsli-Quartier, in dem viele Familien mit Kindern lebten, habe sich in den vergangenen Jahren Enttäuschung und Frust angestaut.

Maria Pappa ist erfreut darüber, dass die grosse Mehrheit der Stimmbürger für das neue Schulhaus gestimmt haben.

Maria Pappa ist erfreut darüber, dass die grosse Mehrheit der Stimmbürger für das neue Schulhaus gestimmt haben.

Bild: Ralph Ribi

Denn 2013 hatte der Stadtrat als Massnahme im Sparpaket Fit13plus die Planung des neuen Schulhauses auf Eis gelegt. Zudem herrschte lange Ungewissheit, wie es mit der familienergänzenden Tagesbetreuung der Kinder im Quartier weitergehen soll. Jetzt herrscht Klarheit: 2025 wird das neue Schulhaus seiner Bestimmung übergeben – vorausgesetzt, es läuft alles nach Plan.

Pappa sagte, durch den Zusammenzug von heute sechs Standorten unter einem Dach entstehe für das Quartier ein Mehrwert durch neue Frei- und Grünflächen, die es durch den Abbruch der bestehenden Bauten gebe. Pappa sagte, die knapp 50 Millionen Franken, die für das Projekt in die Hand genommen würden, seien eine nachhaltige Investition. In den Baukosten von 47,8 Millionen Franken sind neben dem Schulhaus mit Platz für ein Dutzend Klassen auch der Bau einer Doppelturnhalle und Räume für die Tagesbetreuung von 111 Kindern eingeschlossen.

Für Schuldirektor Buschor «ein deutliches Zeichen»

Wie Maria Pappa zeigte sich auch Stadtrat Markus Buschor, Vorsteher der Direktion Bildung und Freizeit, erfreut über die wuchtige Zustimmung zum Projekt. Er sei es gewesen, der vor ziemlich genau sieben Jahren den Menschen dem Riethüsli-Quartier die Botschaft überbrachte, das Projekt für ein neues Schulhaus werde aus finanziellen Gründen vorerst nicht verwirklicht.

Umso glücklicher sei er heute, dass die Stimmberechtigten der Stadt dem neuen Schulhaus deutlich zugestimmt hätten. Für das Quartier sei der Bau des neuen Schulhauses eminent wichtig, sagte der Schuldirektor in einer ersten Stellungnahme. Ab 2025 könnten im Neubau verschiedene Lernformen angewendet werden, was heute nicht möglich sei im Riethüsli. Das neue Schulhaus bringe die stadtsanktgaller Schulen insgesamt vorwärts.

Kurz vor Schliessung der Urnen herrscht vor dem St.Galler Rathaus dichtes Gedränge.
19 Bilder
Kurz vor 12 Uhr wurden die letzten Wahlcouverts eingeworfen.
Ein tierischer Begleiter im St.Galler Wahllokal.
Im Kampf ums Stadtpräsidium lag der parteilose Markus Buschor (links) im ersten Umgang auf Platz 3. Er verzichtete kurz darauf auf eine Teilnahme am zweiten Wahlgang.
Hofft einen einen Wahl-Sieg: FDP-Mann Mathias Gabathuler will neuer St.Galler Stadtpräsident werden.
Die beiden Antwärter für St.Galler Stadtpräsidium Mathias Gabathuler (FDP) wie auch Maria Pappa (SP) geben schon fleissig Interviews fürs Regionalfernsehen Tele Ostschweiz.
Die SP-Stadträtin Maria Pappa hofft auf den Heimvorteil und will die erste St.Galler Stadtpräsidentin werden.
Die beiden Kontrahenten boten sich einen harten Wahlkamp.
Im Athletik Zentrum hiess es warten auf die Resultate. Auch Stadtrat Markus Buschor war vor Ort.
Ab 15 Uhr wurde das Resultat verkündet, FDP-Kandidat Mathias Gabathuler (zweiter von rechts) war mit seiner Familie etwas vorher da.
Um kurz nach 15 Uhr war dann klar: Maria Pappa (SP) wurde zur ersten Stadtpräsidentin von St.Gallen gewählt.
Freude bei der Wahlsiegerin: Maria Pappa (SP) wird erste Stadtpräsidentin von St.Gallen mit 11'784 Stimmen. Konkurrent Mathias Gabathuler (FDP) erhält 9'152 Stimmen.
Der abtretende Stadtpräsidentin Thomas Scheitlin gratuliert seiner Nachfolgerin Maria Pappa zum Wahlsieg.
Hat die Wahl in den Stadtrat nicht geschafft: Trudy Cozzio (CVP).
Zur Wahl als Stadtpräsidenten hat es nicht gereicht. Dennoch geht Mathias Gabathuler nicht ganz leer aus. Der FDP-Mann schaft die Wahl in den Stadtrat. Er erhält 10'894 Stimmen, Trudy Cozzio (CVP) unterliegt mit 9'039 Stimmen.

Kurz vor Schliessung der Urnen herrscht vor dem St.Galler Rathaus dichtes Gedränge.

Bild: Raphael Rohner

Quasi ein Supplement seien die entstehenden Frei- und Grünflächen für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers. Mit dem wuchtigen Ja zum 47,8-Millionen-Baukredit haben die Stimmberechtigten nach Meinung Buschors «ein deutliches Zeichen gesetzt».

Die Vorlage war unbestritten; schon das Stadtparlament hatte ihr wuchtig zugestimmt. Angesichts der Finanzlage der Stadt, die sich wegen Steuerausfällen als Folge der Coronapandemie in den nächsten Jahren zuspitzen und ungemütlicher wird, konnte nicht mit einem derart deutlichen Ja zur Vorlage gerechnet werden. Baudirektorin Pappa fand im Bezug auf das Abstimmungsergebnis und das Ende des Wartens im Riethüsli-Quartier auf ein neues Schulhaus nur ein Wort: «Perfekt.»

Abstimmungsresultat à la Nordkorea

83,6 Prozent Ja-Stimmen-Anteil. Das zu toppen, scheint schier unmöglich. Stadtrat Peter Jans, Vorsteher der Direktion Technische Betriebe, schafft es am Sonntag dennoch: Mit 93,5Prozent Ja-Stimmen bewilligten die Stimmberechtigten einen Kredit über knapp 17,7Millionen für eine neue Rauchgasanlage im Kehrichtheizkraftwerk (KHK) im Sittertobel. Solche eindeutigen Resultate kennt man normalerweise von Nordkorea. Jans sagte, das überaus klare Resultat freue ihn. Es reihe sich ein in eine Serie solcher Resultate vergangener Abstimmungen, bei denen es um die Lebensqualität in der Stadt gegangen sei.

Der Rauch, der aus dem KHK mit der neuen Anlage nach dem Verbrennen von Abfall ausgestossen werde, belaste die Luft deutlich weniger als heute und liege danach um Faktoren unter den erlaubten Grenzwerten. Die neue Anlage, die im kommenden Jahr im KHK eingebaut wird, verringert gemäss Jans den CO2-Ausstoss und sei deswegen ein Beitrag zum Klimaschutz und entspreche diesbezüglichen Zielen der Stadt.