Das Wachstum wird abflachen - Schluss mit Neueinzonungen in Häggenschwil

Neueinzonungen sind in Häggenschwil in absehbarer Zeit nicht mehr möglich. Dennoch muss die Gemeinde ihre Planungsinstrumente revidieren. Hintergründe wurden an einem Infoabend erläutert. Zudem stellte sich die Kandidatin für das Schulpräsidium vor.

Roger Fuchs
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Bauland für Einfamilienhäuser ist in Häggenschwil nicht mehr vorhanden. Bild: Urs Bucher/TAGBLATT

Bauland für Einfamilienhäuser ist in Häggenschwil nicht mehr vorhanden. Bild: Urs Bucher/TAGBLATT

Vorbei die Zeiten, als Gemeinden ihre Entwicklungsstrategie selbst festlegen konnten. Nachdem das Schweizer Volk im 2013 das Raumplanungsgesetz annahm und der Kanton St. Gallen Anfang 2017 sein neues Planungs- und Baugesetz in Kraft setzte, haben sich etliche Leitplanken im Baurecht geändert. Die Gemeinden haben bis 2027 Zeit, ihre Zonenpläne, Baureglemente und Schutzverordnungen zu revidieren. Häggenschwil will aufs Gas drücken. Am Dienstagabend informierte Ortsplaner Armin Meier vom Planungsbüro Strittmatter Partner AG, dass man bis Ende 2021 die entsprechenden Verfahren durchführen und dann neue genehmigte Planungsinstrumente vorliegen haben möchte. Detailliert führte er aus, welche Vorschriften sich auf übergeordneter Gesetzesstufe geändert haben. Zusammengefasst hielt er fest:

«Der Werkzeugkasten, mit dem heute gearbeitet wird, sieht anders aus als vor ein paar Jahren. Deshalb wird auch der neue Zonenplan der Gemeinde anders aussehen.»

Um der Baulandhortung entgegenzuwirken, haben die Kommunen mit dem neuen Planungs- und Baugesetz auch ein gesetzliches Kaufrecht erhalten. «Damit ist natürlich sehr massvoll umzugehen», so Armin Meier. Schliesslich käme ein solches Verfahren einer Enteignung gleich.

Entwicklung setzt gute Erschliessung voraus

Grundsätzlich will der Kanton gemäss Meier die bauliche Entwicklung dort fördern, wo er dies aus raumplanerischen Überlegungen für sinnvoll erachtet. Zentrale Voraussetzung dafür ist die hinreichende Erschliessung. Im Wissen um den ausserhalb des Dorfes gelegenen Bahnhofs kommt der Fachmann zum Schluss: «In Häggenschwil gibt es kein Wohngebiet, das hinreichend erschlossen ist.» Nach konsequenter Lesart dürfe hier deshalb in den nächsten Jahren nichts Neues eingezont werden.

Dennoch wird ein gewisses Wachstum möglich sein, wie Gemeindepräsident Hans-Peter Eisenring ausführte. Aufgrund der heutigen Zonenplanung habe man noch Potenzial für 70 bis 80 Wohnungen. «Bauland für Einfamilienhäuser ist aber keines mehr vorhanden.» Das Wachstum von Häggenschwil werde in den kommenden Jahren abflachen, kann Eisenring bereits heute − zum Start der Ortsplanungsrevision − bilanzieren.

Astrid Hafner-Popp will Schulpräsidentin werden

Mit der Demission von Alan Germann ist das Amt des Schulpräsidiums mit Einsitz im Gemeinderat neu zu besetzen. Eine überparteiliche Findungsgruppe schlägt die parteilose Astrid Hafner-Popp vor. Die Primarlehrerin lebt in Lömmenschwil und führt dort mit ihrem Mann einen Bauernbetrieb mit Milchwirtschaft und Mostobst, wie sie im Rahmen einer Vorstellungsrunde kundtat. Als Lehrerin habe sie in den letzten Jahren alles praxisnah miterlebt, so die Kandidierende. Sie wolle helfen, gute Rahmenbedingungen für die Schule zu schaffen. Massgebend, dass die Kinder gerne zur Schule gehen, seien die Lehrer. Und damit es diesen gut gehe, brauche es entsprechende Anstellungsbedingungen. Eine offene Kommunikation schreibt sich Astrid Hafner-Popp ebenso auf die Fahne. Die Ersatzwahl für das Schulpräsidium findet am 30. Juni statt. (rf)