Das Thema Hochhaus spaltet die Meinungen beim Steinacher Wahlpodium

Die drei Anwärter des Steinacher Gemeindepräsidiums buhlen im Gemeindesaal um die Gunst der Wähler.

Sheila Eggmann
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Michael Aebisegger, Andreas Graf und Roger Keller (v.l.) stellen sich beim Wahlpodium den Fragen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Michael Aebisegger, Andreas Graf und Roger Keller (v.l.) stellen sich beim Wahlpodium den Fragen. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der eine steht fest hinter seinem Pult. Der Zweite wackelt ab und zu hin und her. Der Dritte steht nie still, tigert umher. Dass die drei Kandidaten für das Steinacher Gemeindepräsidium verschieden sind, merkt man bereits, bevor diese zu reden beginnen. Michael Aebisegger, Andreas Graf und Roger Keller wurde beim Podium vom Montagabend im voll besetzten Gemeindesaal auf den Zahn gefühlt.

Michael Aebisegger will etwas bewegen

«Ich würde vielleicht nicht mehr alles gleich machen», sagt Michael Aebisegger zur Frage, ob er seinen Rücktritt aus dem Gemeinderat im Jahr 2016 bereue.

«Doch nach wie vor bin ich der Meinung, dass die Gemeinde nicht nur gute Arbeit macht.»

Als Beispiel nennt er «Einzelfälle». Dass etwa bei einer Ferienabsenz kein Stellvertreter gesucht würde. «Ich freue mich, hier etwas zu bewegen.» Aebisegger ist parteilos, er reiht sich politisch als eher liberal ein.

Auch Andreas Graf gehört keiner Partei an. Im Gegensatz zu Aebisegger habe er mit der Gemeindeverwaltung bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Auf die Frage, weshalb er bereits auf verschiedenen Ebenen kandidiert habe, sagt er:

«Jeder Bürger hätte das Recht, oder sogar die Pflicht, sich politisch zu engagieren.»

Er kandidiert, weil ihm die aktuellen Herausforderungen der Gesellschaft keine Ruhe lassen.

Auch Roger Keller ist parteilos. Er finde seine Meinung im politischen Rechts-Links-Schema sogar überall wieder. Den Mann aus Stein zieht es an den Bodensee. «Dieses Steinach, das lebt. Hier gibt es noch Emotionen.» Er stand noch nie auf einer politischen Bühne.

«Aber Politik wird überall gemacht.»

Keller fühle sich deshalb den Herausforderungen gewachsen. Er zähle auf seine Fähigkeit, auf Menschen eingehen zu können.

«Ich sehe keinen Nutzen»

Beim geplanten Hochhaus der HRS sind sich die drei Kandidaten uneinig. Aebisegger sagt dazu: «Meine Meinung ist nicht relevant. Wer dagegen ist, soll ein Referendum ergreifen.» Nachdem Moderator Ueli Daepp nachhakt, fügt er an: «Unheimlich viel Charme hat so ein Hochhaus nicht.» Graf hingegen vertritt eine klare Haltung: «Ich sehe keinen Nutzen. Für mich passt ein Hochhaus nicht ins Ortsbild.» Keller sagt dazu: «Wenn es Sinn macht und die Allgemeinheit zufrieden ist, bin ich dafür.»

Bei einem Thema sind sich die Kandidaten einig. Beziehungsweise reden alle drei gekonnt darum herum: Um den Lohn des Gemeindepräsidenten. Ob sie für weniger als 193000 Franken Jahreslohn antreten würden, wird von keinem weder bejaht, noch verneint. Der Konsens: «Wenn die Arbeit gut ist, dann ist der Lohn wohl gerechtfertigt.»

Förderprojekte für die Jugend und den Bach Steinach

Bei den Fragen aus dem Publikum will ein Steinacher von den Kandidaten wissen, welche Projekte sie bei einer Wahl zuerst angehen würden. «Ich würde als erstes die laufenden Projekte sauber erledigen», antwortet Aebisegger. Dem stimmen die beiden anderen Anwärter zu. Graf würde zudem den Bach Steinach prioritär angehen. Keller würde sich um Förderprojekte für die Jugend kümmern.

Eine Besucherin fragt Aebisegger nach seiner sozialen Ader. Die gäbe es, beteuert er: «Mir sind alle Bürger wichtig und sehr nahe.»

«Was haben sie für Steinach ehrenamtlich schon getan?» Mit dieser Frage wird Graf konfrontiert. Er sagt, er habe kein Hobby, das er in der Gemeinde ausführen könnte. Er sei aber Kassier im Segelflugverein in Altenrhein. «Es hat in Steinach viele Leute, die in einem Verein sind und vieles leisten. Ich glaube, hier braucht es einen Andreas Graf nicht auch noch.»