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"Schall und Rauch" in St.Gallen: Das Theater in der Kirche

Heute Abend wird «Schall und Rauch» in Bruggen uraufgeführt. Speziell dabei: Das Theaterstück spielt in, neben und unter der Kirche.
Marco Cappellari
Seit zwei Jahren arbeiten Pfarrerin Kathrin Bolt (links) und Regisseurin Barbara Bucher am Theaterstück «Schall und Rauch». (Bild: Urs Bucher)

Seit zwei Jahren arbeiten Pfarrerin Kathrin Bolt (links) und Regisseurin Barbara Bucher am Theaterstück «Schall und Rauch». (Bild: Urs Bucher)

Die nächsten zwei Wochen verwandelt sich die Evangelische Kirche Bruggen in eine Schauspielbühne. «Schall und Rauch» spielt in, neben und sogar unter der Kirche. Das Stück behandelt moderne, alltägliche Themen. Heute Abend, 19.30 Uhr, ist Premiere. Die Idee entstand bereits vor zwei Jahren. «Anlässlich des 500-Jahr-Jubiläums der Reformation wollten wir ein Projekt auf die Beine stellen», sagt Pfarrerin Kathrin Bolt. Als ihr Seelsorgeteam den Vorschlag brachte, ein Theater zu inszenieren, sei sie sofort begeistert gewesen. Da sie früher im jungen Theater St. Gallen spielte, hat sie bereits Erfahrung. «Ein solch grosses Projekt habe ich aber noch nie durchgeführt», sagt Bolt. «Zum Glück musste ich es nicht alleine machen.» Denn als die Idee stand, holte sie Regisseurin Barbara Bucher ins Boot. Die Frauen waren sich schnell einig, etwas Grösseres verwirklichen zu wollen. Ebenso schnell einigten sie sich auf das Thema des Stücks: «Freiheit im Sinne der Reformation.»

Dem Projekt kam zugute, dass die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen einen Grossteil des Projekts finanziert. Inhaltlich liess die Kirche Bolt und Bucher aber freie Hand. «Der Kirchenratspräsident wird an die Premiere kommen. Auch für ihn wird es eine Überraschung werden», sagt Bolt.

Laien arbeiten hart an der Umsetzung

An der «Überraschung» sind 27 Laiendarsteller beteiligt. «Die Arbeit mit Laien ist eine Herausforderung. Es geht zuerst darum, den Leuten das Handwerk beizubringen», sagt Barbara Bucher. Die Erfahrungen seien aber positiv. «Alle Beteiligten sind engagiert an der Sache und geben alles.» Damit das Stück an der Premiere sitzt, traf sich die Besetzung regelmässig zu Proben. Den Anfang machte ein Kurs, in dem die Laien auf das Theaterspielen vorbereitet wurden. «Im Kurs arbeiteten wir viel mit Improvisation. Daraus entstand auch ein Teil des Inhalts», sagt Bucher. So sei praktisch die gesamte erste Hälfte, die an fünf verschiedenen Stationen spielt, aus diesen Improvisationen entwickelt worden. Ergänzt werden die Darsteller durch den St. Galler Chor the weps und Gastsängerinnen und Gastsänger.

Dass aus den ganzen Ideen und Inputs ein «richtiges» Stück wurde, ist auch Michael Hasenfuss zu verdanken. Der Autor verknüpfte alles zu einem stimmigen Ganzen. «Ich arbeite seit sechs Jahren mit Michael zusammen», sagt Bucher. «Hasenfuss’ grosses Talent ist es, Witz in ernste Themen reinzubringen», ergänzt Bolt. Dabei stört es Pfarrerin Bolt nicht, dass Hasenfuss keinen engen Bezug zum Glauben und zur Religion hat. «Im Gegenteil. Das Stück sollte von Anfang an jeden ansprechen und kein ‹klassisches› Kirchenstück werden.»

Eine Katholikin als Teufel

Das scheint ihnen gelungen zu sein. Die Figuren wirken vertraut und viele Zuschauer werden sich selbst darin erkennen. Mal knallt es, mal blitzt es. Die Szenen und Orte wechseln und das Publikum ist mittendrin. Eine moderne Form der Missionierung? «Nein, das Stück soll weder Werbung für die Kirche machen, noch erhebt es den Anspruch, abschliessende Antworten auf die grossen Fragen des Lebens zu geben», sagt Bucher. «Das Stück war von Anfang an auf ein breites Publikum ausgelegt. Darin liegt die Herausforderung und der Reiz», sagt Bolt. Die 30 Laiendarsteller sind keinesfalls nur Gemeindemitglieder. Sie setzen sich aus den verschiedensten Konfessionen zusammen. «Satan wird im Stück von einer katholischen Pastoralassistentin gespielt», sagt Bolt.

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