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St.Galler Stadtrat will deutlich mehr Geld für das Textilmuseum

Das Textilmuseum St.Gallen wird diesen Herbst in eine Stiftung überführt. Damit es in den nächsten vier Jahren neu ausgerichtet und modernisiert werden kann, beantragt der Stadtrat dem Stadtparlament eine Subventionserhöhung.
Daniel Wirth
Die Textilmuseum-Liegenschaft an der Vadianstrasse. Marktwert: 11,25 Millionen Franken. (Bild: Urs Bucher)

Die Textilmuseum-Liegenschaft an der Vadianstrasse. Marktwert: 11,25 Millionen Franken. (Bild: Urs Bucher)

Wie die Stiftsbibliothek will auch das St. Galler Textilmuseum eine finanzielle Unterstützung des Bundesamtes für Kultur (BAK). In diesem Jahr scheiterte das Textilmuseum mit seinem Gesuch; es lockte in der Vergangenheit nach Ermessen des BAK nicht genügend Besucher an, um Geld aus Bern zu erhalten.

Durchschnittlich wird das Textilmuseum im Jahr von 28000 Personen besucht. Diese Zahl soll in den nächsten zehn Jahren schrittweise auf 45000 bis 50000 erhöht werden, wobei der Anteil von Kindern und Jugendlichen 20 bis 25 Prozent erreichen soll, wie der Stadtrat in seiner druckfrischen Vorlage ans Stadtparlament schreibt.

Damit dies gelingt, soll das Museum an der Vadianstrasse mit seiner weltweit einmaligen Sammlung an Textilien modernisiert werden. «Wir wollen die nationale und internationale Bedeutung des Textilmuseums stärken», sagt Stadtpräsident Thomas Scheitlin. Als Vorsteher der Direktion Inneres und Finanzen ist er auch Kulturminister.

Ab sofort 150000 Franken mehr im Jahr

Die vom Museum vorgeschlagene Neuausrichtung und Modernisierung werde vom Stadtrat mitgetragen, sagt Scheitlin. Die Stadtregierung beantragt dem Stadtparlament, den jährlichen Beitrag ans Textilmuseum ab dem laufenden Jahr um 150000 auf neu 430000 Franken zu erhöhen.

Mit dem heutigen Beitrag sei zwar der Status Quo gesichert, aber das Potenzial des Hauses könne nicht weiterentwickelt werden, heisst es in der Vorlage. Die Beitragserhöhung geschehe auch im Hinblick auf eine allfällige Förderung durch das Bundesamt für Kultur im Rahmen der Museumsstrategie des Bundes. Die nächste Ausschreibung erfolgt in vier Jahren. Scheitlin sagt ohne Umschweife: «Wir wollen auch von diesen Bundesgeldern profitieren.»

Die Textilwirtschaft ist ein wesentlicher Teil der Geschichte der Stadt St. Gallen. Die Stadt verdanke ihre Position als Zentrum der Ostschweiz und ihrer internationale Ausstrahlung zu wesentlichen Teilen der Textilwirtschaft, schreibt der Stadtrat. Das Textilmuseum und die Textilbibliothek leisteten einerseits einen wichtigen Beitrag an die kulturelle Identität der Stadt, andererseits besässen Museum und Bibliothek das Potenzial für eine weiter reichende Ausstrahlung.

Aus Sicht der Stadt St. Gallen bestehe ein klares Interesse, dass dieses Potenzial des Themas «Textilien» ausgeschöpft werde. Das Textilmuseum sei von kultur- als auch von standortpolitischer Bedeutung. Und es sei auch für den Tourismus bedeutsam. Alles in allem gebe es genügend Gründe und sei es unabdingbar, den Betrieb des Textilmuseums weiter zu professionalisieren und die heutige Einrichtung in ein «Arbeitendes Museum» umzuwandeln.

IHK bringt Gebäude und Geld in Stiftung ein

Bis 2012 wurde das Textilmuseum durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) St. Gallen-Appenzell geführt und finanziert. Dann übernahm der neu gegründete Verein Textilmuseum St. Gallen die Trägerschaft. Finanziert wird es seit sechs Jahren von der Stadt, den Kantonen St. Gallen und beiden Appenzell, vom Schweizer Textilverband und dem Verein Freunde des Textilmuseums.

Eigentümerin des Gebäudes und der Sammlungen ist die IHK. Deren Mitgliederversammlung beschloss am 20. Juni, das Gebäude zusammen mit einer grösseren Summe, die bei einer späteren Sanierung des Museums zur Verfügung steht, und die Sammlungen in eine neu zu gründende Stiftung einzubringen. Es handelt sich um Vermögenswerte von insgesamt rund 20 Millionen Franken, wie an der IHK-Mitgliederversammlung in Altenrhein zu vernehmen war.

Das Textilmuseum steht vor einer Weichenstellung, die die Institution in die höchste Publikumsliga und an die Subventionstöpfe des Bundes bringen soll. Die Erhöhung des Beitrages durch die Stadt dürfte im Parlament durchgehen, auch wenn die SVP bei Subventionen «genau hinschaut», wie Fraktionspräsidentin Karin Winter-Dubs sagt.

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