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Gemeindepräsident im Gespräch:
«Das Seeufer hat grosses Potenzial»

Goldachs Gemeindepräsident Dominik Gemperli kann beim La Vita endlich einen Schlussstrich ziehen. Andere Baustellen in Goldach gilt es voranzubringen. Am See will er gar eine neue auftun.
Jolanda Riedener
Hier wird die Mühlegutstrasse bis zur Bahnlinie verlängert. Eine Unterführung soll dem Verkehrschaos vor dem Bahnübergang entgegenwirken. (Bild: Jolanda Riedener)

Hier wird die Mühlegutstrasse bis zur Bahnlinie verlängert. Eine Unterführung soll dem Verkehrschaos vor dem Bahnübergang entgegenwirken. (Bild: Jolanda Riedener)

Seit eineinhalb Jahren ist Dominik Gemperli (CVP) Chef in Goldach. Der Gemeindepräsident nimmt uns mit auf einen Spaziergang durch die knapp 9000-Einwohner-Gemeinde. Kaum ein Wölkchen ist zu sehen am hellblauen Nachmittagshimmel. Gemperli trägt ein kurzärmliges Hemd und Sonnenbrille. Nur wenige Schritte vom Goldacher Rathaus entfernt liegt die Alterssiedlung Mühlegut. Es ist ruhig, eine sanfte Brise weht. In der Verlängerung der Mühlegutstrasse entsteht bald eine Durchfahrt unter die SBB-Bahngeleise, sie soll das Barrierenchaos entschärfen. «Für die Anstösser der Mühlegutstrasse wird sich einiges ändern», sagt Gemperli. Die Stimmbürger stimmten der Vorlage im November zu. Für Gemperli ein Erfolg: «Das Dorf steht zusammen und ist der Meinung, dass es so mit dem Verkehrsproblem nicht weitergehen kann», sagt er. Der Stau vor dem Bahnübergang beim Bahnhof sei eine grosse Belastung für die Goldacherinnen und Goldacher. Ein weiterer Autobahnzubringer im Gebiet Witen, wie er momentan zur Diskussion steht, würde gemäss Gemperli eine weitere nötige Entlastung im Dorfzentrum bringen.

Wohnraum und Grünflächen finden Platz

Auf der Grünfläche neben der Alterssiedlung reihen sich noch Obstbäume. Die Ortsbürgergemeinde plant aber eine Überbauung in diesem zentrumsnahen Gebiet, ein entsprechender Architekturwettbewerb ist lanciert. Möglich machte die Entwicklung ein Landabtausch zwischen den SBB, der Gemeinde und der Bruggmühle AG, sowie die Entfernung des Industriegleises. Die zentrumsnahe Entwicklung sei nötig und wichtig, aber man wolle auch Naherholungsgebiete in der Gemeinde fördern. Auf dem Warteggweg lässt es sich gemütlich spazieren, trotz der befahrenen Hauptstrasse in unmittelbarer Nähe ist es ruhig hier. «Die Grünfläche oberhalb des Industriegleises wollen wir erhalten», sagt Gemperli. Der Goldachpark, wie das Areal genannt wird, soll den Dorfbewohnern als Erholungsgebiet dienen, «das schafft Lebensqualität».

Goldach wird wachsen

Viel Bauland ist in Goldach derzeit nicht mehr vorhanden. «Die Einwohnerzahlen waren rückläufig, jetzt nehmen sie wieder zu», so Gemperlis Prognose. Einerseits seien Neubauten – zum Beispiel an der Schulstrasse – bald bezugsbereit und andererseits seien Renovationen im Gang. Damit meint er zum Beispiel das Hochhaus an der Haini-Rennhasstrasse. Es sei erfreulich, dass alte Wohnungen saniert werden. «Für die Gemeinde ist das eine deutliche Aufwertung.»

Welche «Baustellen» gibt es sonst in Goldach? «Die Strassenbauprojekte beschäftigen uns sicher noch. Weiter gibt es an unserem Seeanstoss viel zu tun», sagt Gemperli. Das Goldacher Seeufer habe viel Potenzial, das es zu nutzen gelte. Der See ist auch vom Goldachpark aus gut sichtbar: Er wirkt ruhig und sanft an diesem Nachmittag. «Wir nehmen den See zu wenig wahr.» Das will Gemperli ändern.

Er möchte das seenahe Gebiet Rietli, das der Stadt St. Gallen gehört, entwickeln. Gewerbe- und Wohnräume sollen dort neu entstehen und eine Querung muss her, um das Ufer auch für den Langsamverkehr und die Fussgänger endlich besser zugänglich zu machen. Auch im Gebiet Freibad schweben Gemperli Veränderungen vor: Eine Umgestaltung könnte auch Platz für Restaurant und Hotellerie machen oder eine Erweiterung des Freibads anbieten. «Wir wollen das Dorf besser an den See anbinden.»

Beim heiklen Baugesetz Bevölkerung einbeziehen

Als dritte Herausforderung für die Gemeinde nennt Gemperli die Umsetzung der neuen Ortsplanung. «Ich persönlich empfinde dieses Geschäft als sehr spannend», sagt Gemperli. Es sei aber auch eine grosse Herausforderung, das kantonale Baugesetz auf die kommunale Ebene zu adaptieren. «Als Gemeinde müssen wir aufpassen, was wir erlauben und was nicht.» Um richtige Entscheide zu treffen, will Gemperli auch die Bevölkerung mit einbeziehen.

«Man kennt mich in Goldach»

Neben neuer Projekte voranzutreiben, gilt es auch, Altes abzuschliessen. Unter die Sanierung des Seniorenzentrums La Vita und die lange nicht absehbare Kostenüberschreitung konnte der Gemeindepräsident kürzlich endlich einen Schlussstrich ziehen. Er schätzt, dass die Bevölkerung trotz der massiven Mehrkosten, das Vertrauen in den Gemeinderat nicht verloren habe. «Klarheit und Transparenz waren uns dabei immer wichtig», sagt Gemperli.

Entlang des Kieswegs Richtung Sportplatz Dammweg wird er von Spaziergängern gegrüsst. «Man kennt mich in Goldach, vor allem seit meinem Wohnsitzwechsel.» Der Kontakt zur Goldacher Bevölkerung und der Austausch mit ihr ist dem Gemeindepräsidenten wichtig. Als Instrument dazu dient ihm sein Blog. Aber auch die Bürgersprechstunden werden nach wie vor geschätzt. Kritik habe er in den anderthalb Jahren aus der Bevölkerung wenig erhalten. Auch die Zusammenarbeit im Rat und auf der Verwaltung lobt Gemperli: «Wir sind ein eingespieltes Team.»

Gemeindepräsident mit dicker Haut

Der Fussballplatz am Dammweg ist leer an diesem Nachmittag. Im Streit ums Gastroangebot auf dem Sportplatz Kellen erfuhr Gemperli, Verwaltungsratspräsident des Zweckverbands, nicht nur Wohlwollen. Vom Präsident des FC Goldach-Rorschach 17 wurde er persönlich angegriffen. Ein Leserbrief warf ihm in diesem Zusammenhang vor, er sei noch nicht in Goldach angekommen. «Ich kann es nicht mehr hören», rechtfertigt sich Gemperli auf seinem Blog. Solche Angriffe nehme er aber nicht persönlich: «Das muss man als Gemeindepräsident verkraften können.» Er gehe in solchen Konflikten diplomatisch vor und handle natürlich im Interesse seiner Gemeinde.

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