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Das Schuljahr beginnt im Container

Einige St.Galler Kinder besuchen den Unterricht ab Montag nicht wie gewohnt in einem Klassenzimmer im Schulhaus, sondern im Blechcontainer. Auch die Tagesbetreuung in St.Georgen ist ins Provisorium gezogen. Und ist darüber gar nicht unglücklich.
Seraina Hess
Gestapelte Container vor dem Schulhaus Hebel in St. Georgen. (Bild: Urs Bucher)

Gestapelte Container vor dem Schulhaus Hebel in St. Georgen. (Bild: Urs Bucher)

Giacomo, Maya, Charlotte. An der neuen Garderobe reiht sich ein handgeschriebenes Schild an das nächste. Sie tragen die Namen der Kinder, die übermorgen erstmals am neuen Standort der Tagesbetreuung frühstücken, Mittag essen oder spielen werden. Auf dem Pausenplatz des Schulhauses Hebel, in einem doppelstöckigen Komplex aus über 20 Container-Modulen.

Gabriele Eichenberger, Leiterin der Tagesbetreuung Hebel-Bach. (Bild: Urs Bucher).

Gabriele Eichenberger, Leiterin der Tagesbetreuung Hebel-Bach. (Bild: Urs Bucher).

Das Team um Leiterin Gabriele Eichenberger war in den letzten Wochen fleissig und hat eingerichtet. Die Küche, sanitäre Anlagen, drei Gruppenräume, einen Aufenthaltsraum und ein Büro. Im oberen Geschoss befindet sich zudem ein Raum, der von der Primarschule Hebel als Klassenzimmer genutzt wird. Denn knapp geworden ist der Platz auch im Schulhaus.

Provisorium für fast 1,4 Millionen Franken

Der Begriff des Blechcontainers ist in der Regel negativ behaftet. Im Fall der Tagesbetreuung Hebel-Bach ist die im Dezember vom Parlament bewilligte 1,38 Millionen Franken teure Baute aber ein Segen. Obschon das Bedürfnis nach einer ganztägigen Betreuung für Kindergärtler und Primarschüler schon viel länger besteht, konnten bisher nur der Mittagstisch und die Betreuung nach Schulschluss bis am Abend angeboten werden. In einer älteren Liegenschaft, dem «kleinen Schulhaus», dessen Spielzimmer weiterhin genutzt werden.

Das neue Angebot habe bereits jetzt alle Erwartungen übertroffen: «Die Anzahl Anmeldungen ist explodiert», sagt Eichenberger. Insgesamt werden 120 Kinder die Tagesbetreuung in St. Georgen nutzen, die meisten zwei- bis dreimal pro Woche. Der Dienstag ist mit 80 Kindern der am besten besuchte Tag und wird den Sozialpädagogen, Betreuern, Köchen und Praktikanten logistisch am meisten abverlangen.

Auch in Rotmonten wurde ein Pausenplatz auf das neue Schuljahr hin mit Containern bestückt. Mit 110 Quadratmetern und ohne sanitäre Anlagen ist das Provisorium vor dem Primarschulhaus an der Holzstrasse aber weit weniger umfangreich als der Komplex in St. Georgen mit einer Geschossfläche von 525 Quadratmetern.

«Wir werden den Raum schon bald erobern»

Primarlehrer Daniel Mathieu wird in seinem ersten Jahr an der Primarschule Rotmonten im Container unterrichten. Noch liegt der Geruch von Kunststoff in der Luft, die Wände sind klinisch weiss. Wie Gabriele Eichenberger gedenkt auch Mathieu, mit seinen Fünftklässlern im Gestaltungsunterricht etwas daran zu ändern: «Wir werden den Raum schon bald erobern.»

Die Hitzetage sind voraussichtlich vorüber, und für den Winter ist das Klassenzimmer, dem ein Gruppenraum angegliedert ist, mit einer Elektroheizung ausgestattet. Die Schule ist auf die zusätzlichen Zimmer angewiesen, weil die Schülerzahlen gestiegen sind und eine weitere Klasse nötig wurde.

Die Tagesbetreuung belegt im Schulhaus Rotmonten zwei Räume, die folglich zum Unterrichten fehlen. Deshalb ist ein Umzug des Betreuungsangebotes in die Liegenschaft an der Kirchlistrasse 2 geplant, der aber erst stattfinden kann, wenn die Sanierung abgeschlossen ist. Einsprachen haben das Vorhaben verzögert. Diese sind gemäss Amt für Baubewilligungen inzwischen bereinigt, die Arbeiten haben begonnen. «Wir sind glücklich mit unserem Container», sagt Schulleiterin Monika Dorner, «ganz gleich, ob es bis zum Umzug der Tagesbetreuung etwas länger dauert als ursprünglich geplant.»

Der Komplex könnte erweitert werden

Ähnlich äussert sich Eichenberger: «Wir sind mehr als zufrieden. Genauso die Eltern, deren Kinder diese Woche am Ferienprogramm teilgenommen haben.» Ein Provisorium bleibt der Komplex auf dem Pausenplatz natürlich trotzdem. Der Architekturwettbewerb für einen Tagesbetreuungs-Neubau wird erst im Herbst ausgeschrieben.

Weil auch das Schulhaus Hebel saniert werden soll, könnte der Komplex zu gegebener Zeit durch Container für den Unterricht erweitert werden. Bis Gabriele Eichenberger, ihr Team und die betreuten Kinder also wieder Wände aus Stein und Beton statt aus Blech um sich haben werden, dürften noch ein paar Jahre vergehen.

Hinweis

Tag der offenen Tür, Tagesbetreuung Hebel-Bach, Sa, 1. 9., 13.30-17 Uhr.

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