Das Schulhaus-Projekt in Eggersriet muss warten: Zuerst steht nun die Einheitsgemeinde an

In Eggersriet stimmen die Schulbürgerinnen und Schulbürger im März zuerst über die Einheitsgemeinde ab, bevor über die Bauvorlage zum neuen Schulhaus entschieden wird.

Marion Loher
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Das heutige Schulhaus in Eggersriet befindet sich im Dorfzentrum.

Das heutige Schulhaus in Eggersriet befindet sich im Dorfzentrum.

Bild: Benjamin Manser (27.März 2019)

Am Schluss war Schulratspräsident Lukas Beck etwas erstaunt: «Ich hätte nicht gedacht, dass es so ruhig bleibt.» Mit «ruhig» meinte er die Fragerunde, anschliessend an die Präsentation der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie für einen Neubau des Schulhauses respektive für eine Sanierung/Erweiterung des Schulhauses am jetzigen Standort. Der Schulrat von Eggersriet und Grub SG hatte am Montagabend zur Informationsveranstaltung geladen.

Das Interesse war gross. Mehr als 100 Schulbürgerinnen und Schulbürger waren der Einladung in den Gruberhof gefolgt. Fragen gab es allerdings nur wenige. Jemand wollte beispielsweise wissen, ob es aufgrund der Gefahrenkarte beim aktuellen Standort überhaupt eine Baubewilligung geben würde, und ein anderer fragte, ob die Therapie- und Gruppenräume auch multifunktional genutzt würden. Zu angeregten Diskussionen kam es nicht.

Das war vor fast einem Jahr anders. An der Schulbürgerversammlung im März 2019 beantragte der Schulrat einen Kredit für die Wettbewerbsausschreibung eines Schulhaus-Neubaus auf der Heimatwiese – rund 300 Meter vom aktuellen Standort entfernt. Diese Idee gefiel vielen Schulbürgerinnen und Schulbürgern überhaupt nicht. Sie wollten die Schule im Zentrum des Dorfes behalten und taten dies an der damaligen Versammlung lautstark kund. Der Schulrat wurde daraufhin beauftragt, vertieft prüfen zu lassen, was baulich am jetzigen Standort alles möglich wäre.

Schulrat bleibt bei seinem Vorschlag

Am Montagabend stellte Kay Kröger von den K&L Architekten die Resultate vor. Das Architekturbüro aus St.Gallen war beauftragt worden, die Machbarkeitsstudie auszuarbeiten. Präsentiert wurden mehrere Varianten; zum einen für eine Sanierung und Erweiterung des bestehenden Schulhauses und für einen neuen Kindergarten, zum anderen für einen Neubau von Schulhaus und Kindergarten im Zentrum von Eggersriet.

Das Fazit des Architekten: «Eine Sanierung und Erweiterung am bestehenden Standort würden wir nicht empfehlen, da die Einschränkungen im Bestand recht gross sind, die Vorgaben des Kantons nicht erfüllt werden können und Provisorien nötig wären.»

Einen Neubau am heutigen Standort könnte sich Kay Kröger jedoch vorstellen. «Die von der Schulbehörde vorgegebenen Raumbedürfnisse wären abgedeckt», sagte er. «Allerdings müsste eine neue Lösung für das Fussballfeld gefunden werden, da auf diesem Platz das neue Schulgebäude und/oder die Sporthalle gebaut würden.»

Der Schulrat Eggersriet-Grub hält aber auch nach der Machbarkeitsstudie an seiner ursprünglichen Idee fest. «Aufgrund der Machbarkeit und der Kosteneffizienz sowie mit Blick auf eine zukunftsgerichtete Schulentwicklung favorisieren wir weiterhin einen Schulhaus-Neubau auf der Heimatwiese», sagte Schulratspräsident Lukas Beck.

Ganzer Schulrat tritt nicht mehr an

Ein Grund, weshalb an diesem Abend nicht gross diskutiert wurde, dürfte auch die Tatsache gewesen sein, dass die Schulbürger nicht an der nächsten Bürgerversammlung über das Bauprojekt abstimmen müssen. Zwar hatte der Schulrat dies noch vor einem Jahr vorgehabt, ihm kam aber etwas dazwischen. Lukas Beck:

«Gegen Ende des vergangenen Jahres hatte sich abgezeichnet, dass sich niemand im Schulrat – ich eingeschlossen – dieses Jahr zur Wiederwahl stellen möchte.»
Lukas Beck, Schulratspräsident

Lukas Beck, Schulratspräsident

Bild: Manuela Bruhin

Eine Einheitsgemeinde sei schon länger Thema gewesen. Deshalb habe man sich entschieden, die Inkorporation der Schulgemeinde in die politische Gemeinde nun voranzutreiben. «Dann vertritt die gleiche Behörde die politischen Anliegen, die auch für die Umsetzung des Geschäfts zuständig bleibt.»

Zerwürfnisse innerhalb des Rats oder mit der politischen Gemeinde habe es nicht gegeben, betont Beck. Für ihn sei die Einheitsgemeinde ideal, um Schnittstellen auszuschalten und das Projekt effizient weiterzuentwickeln.

Die Einheitsgemeinde soll gebildet werden, bevor über die Bauvorlage entschieden wird. Das bedeutet, dass an der Schulbürgerversammlung vom 30. März über die Einheitsgemeinde abgestimmt wird. Geplant ist, sie auf den 1. Januar 2021 einzuführen. Bei den Erneuerungswahlen in diesem Herbst soll eine neue Schulpräsidentin oder ein neuer Schulpräsident in den Gemeinderat gewählt werden. «Das Bauprojekt wird dann ab 2021 innerhalb der Einheitsgemeinde weitergeführt», so Beck.