Das neue Programm des Circus Royal ist eine Hommage an den Zirkusdirektor

Der Circus Royal macht dieses Wochenende Halt in Gossau. Mit Live-Orchester und Raubkatzen ehren die Artisten den verstorbenen Zirkusdirektor Peter Gasser.

Jessy Nzuki
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Ab heute heisst es in Gossau: «Manege frei!». Seit zwei Tagen besetzen Wagen des Circus Royal die Bundwiese. Gestern Morgen haben die Arbeiter mit dem Aufbau des Zirkuszelts begonnen. Bis zur ersten Vorstellung heute Nachmittag muss alles bereit sein. Mit dem neuen Programm «Wir sind Circus» tourt der Circus Royal seit letztem Wochenende durch die Schweiz.

Die Show ist Zirkusdirektor Peter Gasser gewidmet, der im vergangenen Jahr verstorben ist. «Bei allen Problemen, die wir zu bewältigen hatten, sagte Peter Gasser: Wir sind Circus», sagt der stellvertretende Zirkusdirektor Alexander Lichner. Gassers liebste Aspekte des Zirkus haben sie nun im neuen Programm vereint.

Die umstrittenen Löwen sind wieder mit dabei

Die Artisten verbinden in «Wir sind Circus» Modernes mit Traditionellem. So schleudert etwa der Jongleur seine Keulen zu Elektro- und Rockmusik durch die Luft. Erstmals seit 2012 ist zudem wieder ein Zirkusorchester dabei.

Vier Musiker und eine Sängerin untermalen die Nummern der Artisten und unterhalten die Gäste vor und nach der Show. «Vom ersten Moment an, wenn der Gast das Vorzelt betritt, soll Zirkusstimmung in der Luft liegen», sagt Lichner. Besonders stolz ist er auf die drei Löwen des Circus Krone aus Deutschland. «Sie gehören zur Familie. Wie Hundebesitzer ihren Hund lieben und umsorgen, kümmern wir uns um unsere Löwen.»

Die Raubkatzen im Circus Royal sind seit jeher umstritten. Nachdem die wilden Tiere 2018 aus dem Programm gestrichen wurden, holt der Zirkus sie nun zu Ehren Gassers wieder in die Manege zurück.

Wie eine kleine Stadt, die sich bewegt

Bei der ganzen Tournee sind etwa 60 Leute dabei. «Wir sind wie eine kleine Stadt, die sich bewegt», sagt Lichner. Von Arbeitern für den Zeltaufbau, über Büroangestellte und Kassenmitarbeiter bis hin zu Artisten, Köchen und Requisiteuren gehören alle zur Zirkus-Stadt.

Obwohl der Zirkus erst letztes Wochenende gestartet ist, musste er schon Rückschläge einstecken. Wegen eines Sturms konnte in Amriswil das Zelt nicht aufgebaut werden. «Da konnten wir nichts machen. Wir haben die Gäste dann nach Gossau eingeladen.» Dort können Zirkusbegeisterte die Show heute und morgen, um 15 und 20 Uhr, sowie am Sonntag, um 11 und 15 Uhr, geniessen.