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Der Umbau des St.Galler Kunstmuseums wird konkret

Seit das Naturmuseum aus dem Kunklerbau ausgezogen ist, hat das Kunstmuseum mehr Platz. Diesen kann es aber nicht ideal nutzen. Ab 2020 soll das Haus deshalb umgebaut werden. Bereits im Juni kommt der Projektierungskredit ins Stadtparlament.
Luca Ghiselli
Der Kunklerbau im Stadtpark soll für die Kunst fit gemacht werden. (Bild: Mareycke Frehner)

Der Kunklerbau im Stadtpark soll für die Kunst fit gemacht werden. (Bild: Mareycke Frehner)

Im Sommer wird es im Kunstmuseum St. Gallen unangenehm warm. Das liegt nicht etwa daran, dass die Klimaanlage im Kunklerbau kaputt wäre – es gibt gar keine. Die heisse Phase beginnt nun auch für die Erneuerungspläne: Bereits im Juni soll dem Stadtparlament eine Vorlage über einen Projektierungskredit vorgelegt werden. Danach folgt die Detailplanung, bevor das Parlament im Jahr 2019 über einen Baukredit bestimmt.

2020 würden bei positivem Entscheid die Arbeiten beginnen, eine Wiedereröffnung ist für 2022 vorgesehen. Das gaben die Verantwortlichen um Museumsdirektor Roland Wäspe und Finanzchef Roman Griesfelder an der Mitgliederversammlung des Kunstvereins am Donnerstagabend bekannt.

Haustechnik veraltet, Raumkonzept ungeeignet

Sanierungs- und Erneuerungspläne gibt es für den 1877 errichteten Kunklerbau schon länger. Bereits 2012 wurde «Rita, Sue and Bob too» der Park Architekten AG der Zürcher Architekten Markus Lüscher und Peter Althaus zum Siegerprojekt gekürt, seither geschah aber nur wenig. Das lag unter anderem daran, dass der Auszug des Naturmuseums aus dem Stadtpark abgewartet werden musste. Jetzt soll es aber schnell gehen. «Das Vorhaben nimmt jetzt Fahrt auf», sagte Roman Griesfelder, Direktor Finanzen und Personal, an der Mitgliederversammlung.

Die Haustechnik ist nicht das Einzige am Kunklerbau, das heutigen Museumsstandards nicht mehr genügt. Es gebe verschiedene Zustände, die man Museumsbesuchern eigentlich nicht mehr zumuten könne oder wolle. So ist die Erschliessung für Personen mit einer Gehbehinderung ungenügend – es fehlt ein Personenlift. Die lange Rampe im Osten ist für die Anlieferung mit Lastwagen nicht geeignet, was die Logistik wesentlich erschwert. Und das Raumkonzept des in den 1980er-Jahren von Marcel Ferrier erweiterten Baus ist zu einem grossen Teil nicht auf Kunst ausgelegt.

«Insbesondere die Deckenhöhe im Untergeschoss ist zu niedrig», sagte Griesfelder. All diesen Problemen nimmt sich das Siegerprojekt von Markus Lüscher und Peter Althaus an. Der Boden wird auf das selbe Niveau wie die beiden Annex-Bauten im Norden und Süden abgesenkt, die lange Rampe vom Foyer in das Untergeschoss weicht einem vollwertigen Treppenhaus mit Lift. Die historischen Räume im Obergeschoss bleiben. In der Summe seien die baulichen und betrieblichen Mängel so gravierend, dass «ein Museumsbetrieb auf bisherigem Niveau in einigen Jahren nicht mehr möglich wäre», sagte Griesfelder.

«St. Gallen wird an anderen Häusern gemessen»

Hinzu komme, dass das Kunstmuseum St. Gallen an anderen Häusern in der Region und der Schweiz gemessen werde. Chur, Vaduz, Bregenz, Zürich, Riehen: In den vergangenen 20 Jahren haben zahlreiche Kunsthäuser neu gebaut – und damit die Museumslandschaft verändert. Lorenz Bühler, Präsident des Kunstvereins, sagte: «Der Status Quo darf nicht als Vorgabe für den Umbau dienen. Wir brauchen eine Vision.» Nur so könne der Kunklerbau bis in die Mitte des 21. Jahrhunderts dauerhaft für die Kunst fitgemacht werden.

Die Kosten belaufen sich auf rund 19 Millionen Franken. Noch offen ist, in welchem Mass sich Dritte an der Finanzierung beteiligen. Darüber wird spätestens die Vorlage für den Projektierungskredit Aufschluss geben. «Damit der Umbau gelingt, brauchen wir alle Kunstfreunde», sagte Lorenz Bühler und lud die Mitglieder dazu ein, in ihrem Netzwerk für das Vorhaben zu werben. Der Vorstand freue sich auf die Realisierung des Projekts. «Damit wir ein modernes Kunstmuseum in guter alter St. Galler Tradition bekommen.»

Auch Kunstverein soll sich erneuern

Sinkende Mitgliederzahlen und wegfallende Sponsorenbeiträge machen dem Kunstverein St. Gallen seit längerer Zeit zu schaffen. Zwar haben sich die Mitgliederzahlen 2017 auf tieferem Niveau stabilisiert, trotzdem mahnte Kassier Roman Griesfelder zur Vorsicht: «Unser Ziel ist es nicht nur, das Kunstmuseum zu modernisieren, sondern eben auch den Kunstverein.» Dazu wurde eine «Perspektive 2020» ausgearbeitet. Diese sieht unter anderem vor, neue Mitglieder ins Boot zu holen und Sponsoren zu akquirieren – insbesondere mit Blick auf den Umbau. Im Jahr 2027 feiert der Kunstverein St. Gallen sein 200-Jahr-Jubiläum. «Bis dahin wollen wir fit für die Zukunft sein.»

Die Rechnung 2017 schliesst trotz der Herausforderungen mit einem kleinen Plus von rund 3600 Franken. Zu Buche schlägt vor allem der Ankauf von Kunstwerken – knapp 60000 Franken aus dem Kunstförderungsfonds wurden dafür aufgewendet. Im Vorstand des Vereins kam es zu einer Rochade: Die ehemalige SP-Stadtparlamentarierin Marie-Theres Thomann-Seiz folgt auf Charlotte Mühlemann. Manuel Moser wird Nachfolger von Revisor Matthias Grob. (ghi)

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