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«Das muss man uns erst einmal nachmachen» - Wittenbach feiert den neuen Gemeindepräsidenten

Der Parteilose Oliver Gröble hat das Rennen ums Gemeindepräsidium deutlich für sich entschieden. Bei der Wahlfeier auf dem Zentrumsplatz zeigten sich alle Seiten versöhnlich.
Adrian Lemmenmeier
Oliver Gröble (parteilos) setzte sich im zweiten Wahlgang mit 1637 zu 1227 Stimmen gegen Norbert Näf (CVP) durch (Bilder: Hanspeter Schiess).

Oliver Gröble (parteilos) setzte sich im zweiten Wahlgang mit 1637 zu 1227 Stimmen gegen Norbert Näf (CVP) durch (Bilder: Hanspeter Schiess).

Nebel hängt über dem Zentrumsplatz. Die Musiker der Gesellschaft Konkordia reiben sich die Finger. Dann spielen sie den ersten Marsch. Gut 200 Besucher haben sich vor dem Pavillon versammelt, um die Wahl des neuen Gemeindepräsidenten Oliver Gröble zu feiern. Doch zuerst tritt Wittenbachs abtretender Gemeindepräsident Fredi Widmer ans Mikrofon und gratuliert seinem Nachfolger. «Als Gemeindepräsident sind Sie erster Diener des Volkes.» In steter Zusammenarbeit mit Spezialisten, aber auch nah bei den Bürgern. Das sei ein ehrenvolles, aber auch herausforderndes Amt.

Wittenbacherinnen und Wittenbacher bei der Wahlfeier auf dem Zentrumsplatz.

Wittenbacherinnen und Wittenbacher bei der Wahlfeier auf dem Zentrumsplatz.

Dann kommt Oliver Gröble auf die Bühne. Lässig gekleidet in Jeans und Daunenjacke, nimmt er den Blumenstrauss entgegen. «Ob sie selber behalten oder verschenken, ist Ihnen überlassen», sagt Widmer. Die Musikgesellschaft Konkordia spielt das zweite Stück. Kinder auf Treträdern kurven zwischen den Beinen der Erwachsen.

Dann richtet sich der frischgebackene Gemeindepräsident an die Wittenbacherinnen und Wittenbacher. Er könne sich das gute Resultat selber nicht erklären, sagt er. Im Moment sei das auch nicht relevant; er freue sich einfach über den Sieg. Gröble bedankt sich bei seinem Team, bei seinen Wählern, aber auch bei Norbert Näf. Auf einen solch fairen Wahlkampf könne man stolz sein. Nicht nur die Kandidaten, sondern ganz Wittenbach. «Das muss man uns erst einmal nachmachen.» Für konkrete Visionen sei es noch zu früh, sagt Gröble. Es gehe ihm jetzt darum, bei der Verwaltung und im Gemeinderat den Puls zu fühlen. Auch werde er Gespräche mit den Parteien führen. «Ich werde auf alle offen zugehen, auch auf jene, die mich nicht gewählt haben.»

Der abtretende Gemeindepräsident Fredi Widmer (rechts) überreicht seinem Nachfolger einen Blumenstrauss.

Der abtretende Gemeindepräsident Fredi Widmer (rechts) überreicht seinem Nachfolger einen Blumenstrauss.

Ein Affront, Tränen und ein Meter Glück

Nach dem dritten Konkordia-Ständchen tritt Bernhard Keller auf die Bühne. Muolens Gemeindepräsident bringt die Grussbotschaft der Nachbarsgemeinden. Er sei ja in Wittenbach ein «fremder Fötzel» leitet Keller seine Rede ein und erntet dafür einige Lacher. Auf Gröbles Visionen sei er gespannt und er freue sich auf die Zusammenarbeit, sagt Keller. Dann folgt der Seitenhieb: Oliver Gröble könne ja am Montag an der Bürgerversammlung teilnehmen. «Ich habe gelesen, es sei seine erste». Diese Stichelei gegenüber dem frisch gewählten Amtskollegen stösst bei manchen Zuschauern auf Befremden. «Unprofessionell», raunt es durch die Reihen. Und auch Vertreter der Wittenbacher Ortsparteien halten den Spruch für unangebracht.

Ergreifend dann die Rede von Norbert Näf. «So frostig es auf dem Zentrumsplatz derzeit ist, so frostig ist mir zu Mute.» Näf macht keinen Hehl aus seiner Enttäuschung. Es sei «bitter» und tue im Moment einfach weh. Als Näf seinem Team dankt, bricht der Unteregger Gemeindeschreiber in Tränen aus. Schliesslich bittet er die Parteien und das Gewerbe darum, Gröble die Hand zu reichen und Wittenbach gemeinsam in die Zukunft zu führen. Näf übergibt Gröble zum Abschied einen «Glücksmeter» der Firma Kägi. 825 Gramm Schokolade-Waffeln aus dem Toggenburg. Symbolisch für Glück im Amt.

Die Konkordia donnert «Alperose» von Polo Hofer, die Besucher gehen zum Apéro. Vor Oliver Gröble reihen sich die Gratulanten. Norbert Näf verabschiedet sich. «In dieser Deutlichkeit hat das niemand erwartet», sagt eine Frau mit einem Glas Weisswein in der Hand.

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