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Das Monster landet auf dem Grill: Das Ende des Rorschacher 400-Meter-Schübligs

Metzger Michael Gehringer hat am Samstag in Rorschach seinen 400 Meter langen Schüblig in Stücke geschnitten, grilliert und verkauft. Das zog viele Leute an, das Wurstfestival auf dem Lindenplatz war ein Erfolg.
Ralf Rüthemann
Der Rekord-Schüblig des Rorschacher Metzgers Michael Gehringer musste am Samstag daran glauben: Zuerst landete er auf dem Grill, danach in den Mägen der hungrigen Besucher. Diese waren von der Riesenwurst begeistert. (Bild: Bilder: Ralf Rüthemann)

Der Rekord-Schüblig des Rorschacher Metzgers Michael Gehringer musste am Samstag daran glauben: Zuerst landete er auf dem Grill, danach in den Mägen der hungrigen Besucher. Diese waren von der Riesenwurst begeistert. (Bild: Bilder: Ralf Rüthemann)

Endlich aufatmen. Der 400 Meter lange Schüblig kommt am Samstag unversehrt und zusammengerollt auf einem Wurstwagen auf dem Lindenplatz in Rorschach an. Nach tagelanger Arbeit in der Stadtmetzgerei steht für Michael Gehringer und seinen Mitarbeiter Miguel Lo Bartolo endlich der gemütlichere Teil auf dem Programm: Grillieren, Würste verkaufen und essen am Wurstfestival Rorschach.

«Es war eine mühsame Sache», sagt Michael Gehringer und meint die Produktion des rekordverdächtigen Schübligs. (Ausgabe vom Donnerstag). Ans Wursten ist er sich gewöhnt, doch nicht wenn das Produkt 400 Meter lang sein soll. Von Mittwoch bis Freitag waren er und sein Mitarbeiter damit beschäftigt, Schweinedärme über ein Metallrohr zu ziehen und maschinell sorgfältig mit Brät zu füllen. «Wir wollten den 400-Meter-Schüblig bis zum Schluss nicht auseinandernehmen», sagt Gehringer. Ziel erreicht. Am Samstag am festlichen Anlass auf dem Lindenplatz bildeten sich die langen Schlangen dann nicht auf, sondern vor dem Grill. Kurz nachdem die ersten Würste auf dem Gitter brutzelten, war der Lindenplatz bereits voll.

Entgegen der Neuzeitmethode

Der wohl längste Schüblig, der je in der Ostschweiz produziert worden ist, verkaufte sich gut. Teils Kunden verzehrten gleich zwei Würste, andere nahmen meterlange Stücke mit nach Hause. «Alles wegzubringen ist aber schon schwierig», sagte Gehringer mit Blick auf den Wurstwagen. «Aber wir haben ja eine strenge Woche hinter uns und jetzt auch ein wenig Hunger.» Der Hunger dürfte bei Michael Gehringer auch durch den Transport des Schübligs entstanden sein: «Wir haben den Wurstwagen bei der Metzgerei fünf Tritte hinuntertragen müssen.» Laut Gehringer war die 400-Meter-Wurst etwa 320 Kilogramm schwer. Danach musste der Wurstwagen noch 220 Meter von der Signalstrasse zum Lindenplatz gestossen werden. Auch wenn der Schüblig mit seiner Länge aussergewöhnlich war: Die Wurst sollte so schmecken wie immer. Die Stadtmetzgerei sei eine der wenigen Metzgereien, die den Schüblig immer noch so machen wie früher, nämlich mit Speckwürfel drin. Der einzige Unterschied: Diese sind kleiner als früher. «Wir halten an diesem traditionellen, urchigen Schüblig fest», sagt Michael Gehringer. «Diese Neuzeitmethode mit wenig Fett und so machen wir nicht. Früher hat es ja auch niemanden interessiert und auch niemandem geschadet.»

«Wir wollen wieder mehr Leben hier»

Die Besucher am Samstag auf dem Lindenplatz waren vom Schüblig begeistert: «Ausgezeichnet, geschmackvoll, genau richtig», hiess es. Trotzdem bot Gehringer nicht nur die Rekordwurst zum Verzehr an. «Schüblig ist halt nicht jedermanns Sache, deshalb grillieren wir auch noch ein paar Bratwürste.»

Die 400-Meter-Wurst wurde nicht einfach nur aus Plausch und Vergnügen produziert: Der Anlass am vergangenen Samstag, der vom Atelier Niklaus Looser und dem Jodelklub Rorschach musikalisch umrahmt wurde, ist von der Interessengemeinschaft Hauptstrasse Rorschach organisiert worden. «Unser Ziel ist es, wieder mehr Leben hierher zu bringen», erklärte Roland Gerig von Wild-Ruf Dessous-, Bade-, Strand- und Freizeitmoden. «Und der Lindenplatz ist schliesslich der schönste Platz in Rorschach.» Aus diesem Grund dachte Michael Gehringer, er wolle etwas Spezielles beitragen: «Eine 400-Meter-Wurst ist ja nicht unbedingt alltäglich.» Der Monster-Schüblig war allerdings nicht das erste aussergewöhnliche Produkt des Stadtmetzgers. Kürzlich verkaufte er Fleischkäse, versetzt mit CBD-Hanf.

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