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Wohnungen statt Kino: Das «Rex» soll einem Neubau der HRS weichen

Die Tage des Kinocenters Rex sind gezählt. Filme werden im Haus am Blumenbergplatz seit Sommer 2018 keine mehr gezeigt. Jetzt will die HRS das alte Kinohaus durch einen Neubau ersetzen.
Reto Voneschen
Das alte Kinocenter Rex am Blumenbergplatz. Filme werden darin seit Frühherbst 2018 nicht mehr gezeigt. (Bilder: Benjamin Manser)

Das alte Kinocenter Rex am Blumenbergplatz. Filme werden darin seit Frühherbst 2018 nicht mehr gezeigt. (Bilder: Benjamin Manser)

Gebaut wurde das Kino Rex an der Zwinglistrasse 2 von 1949 bis 1952. 1968 ging es an Franz Anton Brüni über, dem ab 1983 alle St.Galler Stadtkinos gehörten. 1973/74 wurde das «Rex» aufgestockt. Auf dem Dach entstand eine Wohnung, in der lange Jahre Brüni selber wohnte. Weitere Ausbauten, unter anderem der Einbau kleiner Kinosäle, erfolgten im Laufe der Zeit. Im vergangenen Jahr schloss die Kitag AG, die 2007 die Kinos von Franz Anton Brüni übernommen hatte, mit dem «Rex» das zweitletzte von ehemals 13 Stadtkinos.

Im Kinohaus dürfen keine Filme mehr gezeigt werden

Das Kinohaus von der Kitag übernommen hat Totalunternehme­rin HRS. Dies wie bei anderen aufgegebenen Kinobauten in der Stadt mit der Klausel im Kaufvertrag, dass im Gebäude keine Filme mehr gezeigt werden dürfen. Die HRS hat für die Liegenschaft des ehemaligen Kinos Rex Baupläne. Ein Neubauprojekt fürs Areal besteht bereits. Das bestätigt Michael Breitenmoser, Leiter Immobilienentwicklung bei HRS, auf Anfrage. Das Baugesuch liegt bei der Stadt, dieser Tage werden die Visierstangen für die öffentliche Auflage aufgestellt.

Das Modell zeigt, wie sich die beiden Neubauten anstelle des Kino Rex in die Umgebung einpassen. Heller gefärbt die neuen Häuser, rechts vorne der Blumenbergplatz.

Das Modell zeigt, wie sich die beiden Neubauten anstelle des Kino Rex in die Umgebung einpassen. Heller gefärbt die neuen Häuser, rechts vorne der Blumenbergplatz.

Das Areal, das die HRS in die neue Überbauung einbeziehen will, besteht aus zwei Liegenschaften, nämlich dem Kinohaus und einem dahinter am Hang stehenden alten Einfamilienhaus. Der Bauplatz ist aufgrund der für diesen Ort am Rosenberghang typischen Terrassierung nicht einfach. Dazu kommt ein enges baurechtliches Korsett: Der vordere Teil des Bauplatzes liegt in der Wohn-Gewerbe-Zone 5, der hintere Teil in der Wohnzone 3.

Beide Teile des Areals liegen in Gebieten mit besonderem baulichem Erscheinungsbild (und darauf abgestimmten Vorschriften unter anderem für eine geschlossene Bauweise zum Blumenbergplatz und zur Zwingli­strasse hin). Dazu kommt der Baumschutz. Und wie wenn das nicht schon genug wäre, gibt es für den östlichen Teil des Areals aufgrund eines Dienstbarkeitsvertrags massive Einschränkungen in der Höhe neuer Bauten.

Urbanes Stadthaus und Stadtvilla mit alten Bäumen

Die architektonische Lösung, die die HRS unter Einhaltung der ganzen Vorschriftenpalette präsentiert, ist eine Überraschung. Sie stammt von Staufer & Hasler Architekten aus Frauenfeld, die auch das Bundesverwaltungsgericht entworfen haben. Geplant werden zwei Neubauten. An die Stelle des alten Kinogebäudes soll auf einen zweigeschossigen Sockel ein hoher Bau mit fünf Vollgeschossen und einem Attikageschoss zu stehen kommen.

Auf der Geländeterrasse dahinter ist ein dreigeschossiger Bau geplant. Seine Aufteilung ist originell: Auf der westlichen Seite liegen drei Wohnungen übereinander, auf der östlichen ist der Bau über die drei Geschosse ein Reihen-Einfamilienhaus. Diese unkonventionelle Lösung sei gewählt worden, weil östlich des Neubaus eine nicht überbaubare Grünfläche mit geschützten Bäumen liege, die als Garten für ein Einfamilienhaus ideal sei, erläutert Michael Breitenmoser von HRS im Gespräch.

Die vorhandene Hangterrassierung wird auch für einen Teil der neuen Wohnungen so ausgenutzt, dass sie zu begrünten Aussensitzplätzen oder Terrassen kommen. Die Umgebungsgestaltung stammt von den Landschaftsarchitekten Krebs und Herde aus Winterthur.

Eigentumswohnungen und Gewerberäume

Insgesamt werden in den beiden Neubauten 17 Eigentumswohnungen und ein Reihen-Einfamilienhaus entstehen. Im Sockelgeschoss sind gegen den Blumenbergplatz hin Gewerberäume geplant. Im hinteren Teil des unteren Sockelgeschosses entsteht eine Tiefgarage mit Zufahrt von der Zwinglistrasse her und mit 24 privaten Abstellplätzen. Öffentlich zugängliche Parkplätze sind nicht vorgesehen.

Blick die Zwinglistrasse hinunter zum Blumenbergplatz: Der Neubau anstelle des Kinos Rex soll sich in die Häuserreihe einpassen. Die Fassade wird Elemente der älteren Bauten aufnehmen. (Illustration: HRS)

Blick die Zwinglistrasse hinunter zum Blumenbergplatz: Der Neubau anstelle des Kinos Rex soll sich in die Häuserreihe einpassen. Die Fassade wird Elemente der älteren Bauten aufnehmen. (Illustration: HRS)

Für die Neubauten anstelle des Kinocenters Rex tritt die HRS als Investor, Entwickler und Totalunternehmer auf. Sie investiert rund 19 Millionen Franken. Die Bauarbeiten sollen nach Vorliegen einer Baubewilligung sofort starten. Im Idealfall, ohne Einsprachen und andere unvorhersehbare Verzögerungen, könnte das bereits En­de 2019, Anfang 2020 der Fall sein.

Sachverständigenrat findet Projekt «überzeugend»

Wie schon die Wahl der renommierten Planungsbüros zeige, sei sich HRS bewusst, wie heikel die städtebauliche Situation am Blumenbergplatz sei, sagt Michael Breitenmoser. Auch darum wurde das vorliegende Neubauprojekt dem städtischen Sachverständigenrat für Baukultur bereits zur Beurteilung vorgelegt. Die Experten zeigten sich in einer Beurteilung vom 17. August 2018 angetan und attestiert dem Vorhaben, dass es «überzeugend» daher komme.

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