Das Kantonsspital St. Gallen rückt zusammen

Das Kantonsspital St. Gallen ist Generalmieterin des Neubaus an der Rorschacher Strasse 226. Als Haus 39 ersetzt es sieben bisherige Spitalstandorte und ist Teil des Gesamterneuerungsprojekts «come together».

Marco Cappellari
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Rund zweieinhalb Jahre lang war die Liegenschaft an der Rorschacher Strasse 226 eine grosse Baustelle. Seit Juni steht nun anstelle des ehemaligen Bernet-Wäschereigebäudes der markante Neubau der Emil Wild + Co AG. Einzige Mieterin des fünfstöckigen, lang gezogenen Baus ist das Kantonsspital St. Gallen (KSSG). Als Haus 39 «Lernen» ersetzt er sieben bisherige Spitalstandorte.

«Die Idee war, bestimmte Abteilungen an einem Ort zusammenzufassen», sagt Philipp Lutz, Kommunikationsverantwortlicher des Kantonsspitals. Derzeit wird das Areal des Kantonsspitals umfassend umgebaut und erweitert. Das zentrale Spitalareal soll künftig hauptsächlich klinische Abteilungen beherbergen. Ein Teil der Abteilungen musste so im Zentrum Platz machen. An anderen Standorten in der Stadt sind bestehende Mietverträge ausgelaufen.

Ein Haus des Lernens

Im 15 Gehminuten vom zentralen Spitalareal entfernten Haus 39 befinden sich deshalb primär «nichtklinische» Abteilungen. Das KSSG als Generalmieterin war von Beginn weg in die Planung involviert und konnte so den Ausbau nach den eigenen Bedürfnissen mitbestimmen. Im Erdgeschoss bietet ein Auditorium Platz für bis zu 100 Personen, daneben befinden sich das spitalinterne Restaurant, eine Bibliothek sowie das Medizinische Trainingszentrum (MTT) des Kantonsspitals.

Das MTT ist Teil der Physio- und Ergotherapie und steht in erster Linie Patienten und Angestellten zur Verfügung. «Aber auch Externe können ein Abonnement für die Trainingsräume lösen», sagt Lutz. Ein Stockwerk darüber, im ersten Obergeschoss, befindet sich die Kita Spieltrückli für mehrere Dutzend Kinder von Spitalmitarbeitern.

Das zweite und dritte Obergeschoss beherbergen Schulungsräume sowie ein Trainingszentrum für Ärzte. Die Schulungsräume dienen der Aus-, Fort- und Weiterbildung des Pflegepersonals, internen Kursen sowie der Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten – etwa in der Facharztausbildung. Im vierten Stockwerk befinden sich Büroräume. Aufgrund der Schulungsräume und -infrastruktur trägt das Gebäude den Beinamen «Lernen.»

Gesamterneuerung dauert bis 2028

«Die räumliche Zusammenlegung dieser Abteilungen erleichtert viele Abläufe», sagt Lutz. Mehr als 100 Angestellte des KSSG haben ihren Arbeitsplatz im Haus 39. Ein Teil davon arbeitet allerdings nicht ausschliesslich an dem Standort. «Das betrifft insbesondere das Team des MTT, das zum Zentrum für Ergo- und Physiotherapie gehört und auf dem Spitalareal im Haus 05 untergebracht ist», sagt Lutz. Der Bezug des Haus 39 ist Teil des Gesamterneuerungsprojekts «come together». Dieses hat 2015 begonnen und dauert voraussichtlich bis 2028. Es umfasst die Neubauten der Häuser 10, 07A, 07B und die des Ostschweizer Kinderspitals. Gemäss dem Konzept sollen Spitalangestellte mit direktem Patientenkontakt ihren Arbeitsplatz in einem Radius von fünf Minuten um das zentrale Spitalareal haben. Durch die Auslagerungen aller «nichtklinischen» Abteilungen sollen die Abläufe und die Organisation des KSSG verbessert werden.

Das zentrale Areal des Kantonsspitals profitiere allerdings noch nicht von der dort freigewordenen Arbeitsfläche. Erst wenn das grosse Haus 07A voraussichtlich 2024 bezogen wird, könnten die neu geschaffenen Kapazitäten genutzt werden.