Gewerbe
Das Jump Fitness in Goldach ist Geschichte: Das vor über 20 Jahren gegründete Center gehört neu zur Clever-Fit-Kette

Das blau/gelbe Logo ist verschwunden. Neu dominieren Rot und Schwarz die Räumlichkeiten im Geschäftshaus im Industriegebiet Rietli in Goldach. Moni und Giusi Suozzi haben ihren Anteil vom Jump Fitness in Goldach verkauft. Neu leiten sie zusammen die 17. Filiale von Clever Fit.

Rudolf Hirtl
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Moni und Giusi Suozzi haben das Jump Fitness vor über 20 Jahren eröffnet. Nun bringen sie ihre Erfahrungs in die Goldacher Filiale von Clever Fit ein.

Moni und Giusi Suozzi haben das Jump Fitness vor über 20 Jahren eröffnet. Nun bringen sie ihre Erfahrungs in die Goldacher Filiale von Clever Fit ein.

Bild: Rudolf Hirtl

Aufführungen auf der WuGa-Bühne, Wassergymnastik im Freibad, Show-Act beim Beachvolleyball oder Aerobicvorführung beim Frühlingsmarkt – die gelb/blauen Farben vom Jump-Fitness waren in der Vergangenheit auf vielen Ebenen präsent. Im Oktober 1999 hatten Moni und Giusi Suozzi in Goldach das Fitnesscenter Jump eröffnet. Die Fitnessfamilie wuchs stetig, und Frauen und Männer aus der ganzen Region Rorschach trainierten an der Seeheimstrasse ihre Muskeln.

Heute stehen dort Mehr­familienhäuser. Weil die alten Hallen abgerissen wurden, zügelte das «Jump» 2014 ins Rietli in Goldach, davor hatten die beiden lokalen Fitnessikonen das neue Fitnesscenter Moschtihuus in Horn eröffnet, dieses aber 2016 wegen fehlender Rentabilität wieder geschlossen und sich voll auf den neuen Standort in Seenähe konzentriert.

Innerlich aufgewühlt, aber doch auch glücklich

Seit Montag darf nun auch im Rietli wieder trainiert werden. Doch wer das Fitnesscenter betritt, sieht rasch, hier ist nichts mehr wie vorher. Das gelb/blaue Jump-Logo ist verschwunden, ebenso ein Teil des Inventars. Neu dominiert knalliges Rot, und farbige Scheinwerfer strahlen von der Decke. Das Emblem von Clever Fit lässt unschwer erkennen, dass sich während des Lockdowns einiges getan hat. «Das Wichtigste vorweg. Moni und ich sind als Studioleiter weiterhin hier tätig», sagt Giusi Suozzi. Sie blieben also trotz des Verkaufes an die Arboner Clever Sports AG weiterhin Ansprechpartner für die langjährigen «Jump»-Kunden. «Mir war es besonders wichtig, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterbeschäftigt werden», sagt Moni Suozzi.

Weinendes und lachendes Auge

Natürlich sei die Gefühlslage nun nicht einfach, räumen beide ein. Einerseits sei da ein weinendes Auge, weil die über 20-jährige Geschichte des «Jump» zu Ende gegangen sei. Andererseits seien sie aber glücklich darüber, dass «ihr» Fitnesscenter weiter bestehe, zumal viel Bewährtes beibehalten werde. Zudem würden die Abos von bestehenden Mitgliedern aufgewertet, da zahlreiche Neuerungen benutzt werden könnten. Wer beispielsweise nicht auf den nächsten Gruppenkurs warten möchte, der kann vor einer grossen Leinwand mit einem virtuellen Coach trainieren, der Einzelpersonen oder kleine Gruppen Schritt für Schritt anleitet. Auf den über 1900 Quadratmetern auf zwei Stockwerken kommen Kraftsportler ebenso auf ihre Kosten wie Ausdauersportler.

Preislich gegen die grossen Ketten unter Druck geraten

In den vergangenen Jahren haben sich zahlreiche Billiganbieter auf den Markt gedrängt, wodurch die Abopreise unter Druck geraten sind. «Viele unserer treuen Kunden waren bereit, für die hier gebotene Qualität mehr zu bezahlen, doch das Gewinnen von Neukunden ist fortlaufend schwieriger geworden», sagt Giusi Suozzi. Die Corona-Einschränkungen hätten die Ausgangslage noch schwieriger gemacht, weshalb sie sich zum Verkauf entschieden hätten. Clever Fit betreibe bereits 17 Studios in der Deutschschweiz und biete Premiumfitness zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis, weshalb man nun auch zuversichtlich in die Zukunft schauen könne.

Beat Bussmann, CEO Clever Sports AG

Beat Bussmann, CEO Clever Sports AG

Bild: Rudolf Hirtl

Clever Fit lege grossen Wert auf die Qualität von Infrastruktur und Trainingsklima sowie die gute Ausbildung der Beschäftigten, sagt Beat Bussmann, CEO der Clever Sports AG. «Wir sind froh, dass Moni und Giusi Suozzi dem Center erhalten bleiben. Es war uns wichtig, dass die früheren Jump-Mitglieder einen Wiedererkennungswert haben, zumal sich vom Ambiente und vom Auftritt her doch viel verändert hat.» Die Beschäftigten seien seiner Meinung nach das Wichtigste. Er sagt:

«Am Ende vom Tag machen Menschen den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg aus.»

Der Andrang seit der Eröffnung zeige, dass die Mitglieder hungrig gewesen seien, endlich wieder trainieren zu können und auch die Veränderung goutieren hätten.