«Das ist mein Abenteuer»: Darum will Urban Sutter für die CVP in den Waldkircher Gemeinderat

Urban Sutter dürfte am 27. September neuer Gemeinderat in Waldkirch werden. Er kandidiert als einziger für den frei werdenden Sitz von Beat Strittmatter. Er wolle sich engagieren, sagt Sutter. Und er hat schon einige Ideen für die Gemeinde.

Michel Burtscher
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Urban Sutter will mitbestimmen können über die Zukunft der Gemeinde Waldkirch.

Urban Sutter will mitbestimmen können über die Zukunft der Gemeinde Waldkirch.

Bild: Michel Burtscher

Am Anfang war Urban Sutter «etwas hin und hergerissen», wusste nicht so recht, ob er sich mit dem «Tagblatt» treffen will für diesen Artikel. Er suche die mediale Aufmerksamkeit nicht unbedingt, sagte er. Dann willigte der CVP-Kandidat für den Waldkircher Gemeinderat aber doch ein – und spricht beim Treffen über eine Stunde lang offen und ausführlich über sich, seine Kandidatur und seine Pläne.

Er wolle in den Gemeinderat, sagt Sutter, um «direkt dabei zu sein», wenn wichtige Entscheide für die Zukunft der Gemeinde gefällt werden. Als Bürger erhalte man jeweils nur das Endprodukt.

«Mich interessiert, was zuvor hinter den Kulissen läuft und will mich bei diesen Diskussionen einbringen.»

Er sei gespannt zu sehen, wie viel Gestaltungsspielraum man als Gemeinderat habe. «Das ist mein Abenteuer», sagt Sutter.

Engagement in der Gemeinde ist ihm wichtig

Der 57-Jährige ist in Teufen aufgewachsen und wohnt seit 20 Jahren in Waldkirch. Dort gefällt es ihm noch immer: «Es ist ein Dorf, man kennt sich. Das Vereinsleben ist gut und der Zusammenhalt in der Bevölkerung gross.» Sutter war selber lange Jahre in der Feuerwehr, heute singt er noch im Männerchor. Er sei immer irgendwo dabei gewesen, sagt Sutter – und ergänzt:

«Es ist schade, dass die Menschen immer weniger bereit sind, in Vereinen mitzumachen und sich zu engagieren.»

Sich zu engagieren ist auch etwas, was Sutter und seine Frau versucht haben ihren Kindern mitzugeben. Sie haben einen erwachsenen Sohn, der seit zwei Jahren für die Schweizer Armee im Kosovo im Einsatz ist, und zwei erwachsene Töchter, die an der Pädagogischen Hochschule studieren. Sutter selbst ist gelernter Elektromonteur und machte später bei der damaligen Telecom PTT, der heutigen Swisscom, eine Ausbildung zum Fernmeldespezialisten. Heute arbeitet er als technischer Sachbearbeiter bei den St. Galler Stadtwerken.

Sutter wird für «Soziales und Gesundheit» zuständig sein

Tritt zurück: Gemeinderat Beat Strittmatter (CVP).

Tritt zurück: Gemeinderat Beat Strittmatter (CVP).

PD

Dem Wahltag kann Sutter gelassen entgegenblicken. Der CVP-Politiker ist am 27. September der einzige Kandidat für die Nachfolge des langjährigen Gemeinderates Beat Strittmatter (CVP). Wobei er es schade finde, sagt Sutter, dass die Waldkircher und Bernhardzeller keine Auswahl hätten. Die Politik liegt bei Sutters durchaus in der Familie: Sein Cousin Erwin sitzt für die Flig im Gossauer Stadtparlament.

Eine Gemeinderatskandidatur sei vor einigen Jahren schon einmal ein Thema gewesen, sagt Urban Sutter. Damals sei das nicht in Frage gekommen, weil er noch Präsident des Kirchenverwaltungsrates gewesen sei. In der Kirchgemeinde engagiert er sich schon lange, 2004 wurde er Mitglied des Verwaltungsrates, von 2010 bis 2019 präsidierte er ihn. Heute ist er noch im Pfarreirat und im Kollegienrat.

Auch dieses Mal habe er sich die Kandidatur länger überlegt.

«Hätte man in der CVP eine Frau oder jemand jüngeres gefunden, dann hätte ich mich zurückgezogen.»

Zudem sei er sich nicht sicher gewesen, ob er nach der erzwungenen Ruhe während des Coronalockdowns nochmals «herauffahren» möchte.

Wo soll die Tagesbetreuung eingerichtet werden?

Doch nun freut sich Sutter auf das Amt und die Herausforderung, das merkt man, wenn man mit ihm spricht. Falls es keine Verschiebungen gibt, wird er das Ressort seines Vorgängers übernehmen und damit in der Gemeinde künftig für «Soziales und Gesundheit» zuständig sein wird. Sutter hat sich bereits mit einigen Themen befasst und sich Gedanken dazu gemacht, wie zum Beispiel der künftige Standort der familienergänzenden Tagesbetreuung aussehen könnte und die Jugendarbeit.

Sutter will die Bevölkerung der Gemeinde Waldkirch früh in die Prozesse einbinden.

Sutter will die Bevölkerung der Gemeinde Waldkirch früh in die Prozesse einbinden.

Ralph Ribi (27. März 2020)

Auf die Frage, wo er politisch zu verorten sei, sagt Sutter: «Wie es der geplante neue Name der CVP ausdrückt in der Mitte. Manchmal etwas rechts der Mitte, manchmal etwas links der Mitte.» Er stehe für eine lösungsorientierte, der Sache dienliche und mehrheitsfähige Politik. Wichtig sind ihm zudem die christlich-abendländischen Werte sowie Eigenverantwortung, Solidarität, Anstand und der respektvolle Umgang mit Mensch und Umwelt.

Die Bevölkerung früh einbinden

Er wolle eine transparente, offene und bürgernahe Politik machen, sagt Sutter.

«Die Leute sollen Vertrauen haben in die Arbeit des Gemeinderats.»

Die Bürgerinnen und Bürger sollten deshalb schon früh in die Prozesse eingebunden werden und ihre Anliegen platzieren können, findet er. «Das ist ja das, was die Schweiz gross gemacht hat: Dass sich Menschen zusammenschliessen, um gemeinsam etwas zu erreichen.»