«Das ist kein Fahrplanwechsel, wie wir ihn gewohnt sind»: Das Corona-Virus bremst den öffentlichen Verkehr in der Region

Postauto und Regiobus dünnen den Fahrplan aus. Die VBSG warten damit noch zu.

Christina Weder
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Regiobus und Postauto passen ihren Fahrplan an.

Regiobus und Postauto passen ihren Fahrplan an.

Bild: Urs Bucher

Die Corona-Krise hat Folgen für den öffentlichen Verkehr. Die SBB haben bereits angekündigt, per diesen Donnerstag den Fahrplan zu reduzieren. Nun ziehen auch die Transportunternehmen in der Region nach. Denn zum einen ist die Zahl der Fahrgäste schon merklich zurückgegangen, und zum anderen wird mit einem Personalausfall gerechnet.

Bruno Huber, Geschäftsführer Regiobus AG

Bruno Huber, Geschäftsführer Regiobus AG

Bild: PD

Bruno Huber, Leiter von Regiobus, sagt: «Wir planen für den Fall, dass sich bis zu fünfzig Prozent der Chauffeure mit dem Virus infizieren und nicht mehr eingesetzt werden könnten.» Sollte dieses Szenario eintreffen, müsse der Busbetrieb dennoch aufrechterhalten werden können.

Huber kündigt deshalb eine Anpassung des Fahrplans auf Anfang kommender Woche an. Die Planung sei bereits weit fortgeschritten. Der Fahrplan von Regiobus werde nicht schrittweise ausgedünnt, sondern auf einen Schlag deutlich reduziert. Es ist etwa die Halbierung des bisherigen Angebots zu erwarten.

Nur noch Stunden- statt Halbstundentakt

Huber spricht von einem «frisierten Sonntagsfahrplan», der die wichtigsten Bedürfnisse abdecke. Der Frühkurs bleibt bestehen, um die Arbeiterinnen und Arbeiter ins Gossauer Industriegebiet zu bringen. Doch statt im Halbstundentakt werden die Fahrzeuge von Regiobus nur noch im Stundentakt kursieren.

Das Ziel sei, die Anschlüsse möglichst gut auf den Fahrplan der SBB abzustimmen. Doch das werde nicht in jedem Fall möglich sein. «Fahrgäste müssen mit Wartezeiten rechnen.» Huber sagt klar:

«Das ist kein Fahrplanwechsel, wie wir ihn gewohnt sind.»

Auch bei der Medienstelle von Postauto heisst es, eine solch tief greifende Fahrplananpassung innert weniger Tage habe es noch nie gegeben. Geplant ist, zuerst den Fernverkehr, dann den Regionalverkehr und zuletzt den Ortsverkehr anzupassen.

Postauto-Mediensprecherin Katharina Merkle

Postauto-Mediensprecherin Katharina Merkle

Bild: PD

Gemäss Mediensprecherin Katharina Merkle arbeiten 30 Fachleute mit Hochdruck daran, einen komplett neuen Fahrplan für die 900 Postauto-Linien umzusetzen, wofür normalerweise Monate gebraucht würden. In so kurzer Zeit sei es nicht möglich, alles perfekt aufzugleisen.

Die Grundversorgung im öffentlichen Verkehr werde gewährleistet, teilt Merkle mit. Doch es sei mit Ausfällen, Verspätungen und Anschlussbrüchen zu rechnen. Sie rät den Reisenden, vor jeder Fahrt den Online-Fahrplan anzuschauen. Man versuche, diesen möglichst aktuell zu halten.

VBSG: Das Nachtangebot fällt weg

Ralf Eigenmann, VBSG-Leiter

Ralf Eigenmann, VBSG-Leiter

Bild: Benjamin Manser

Der Fahrplan der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG) wird gemäss Unternehmensleiter Ralf Eigenmann bis mindestens Mitte nächster Woche beibehalten. Eine Ausnahme ist das Nachtangebot. Dieses wird per sofort eingestellt. Eigenmann sagt, mit grosser Wahrscheinlichkeit werde es auch bei den VBSG zu einer Ausdünnung des Taktfahrplans kommen.

Wann diese erfolgen wird und in welchem Ausmass, sei noch offen. Nun würden zuerst einmal die Fahrgastzahlen analysiert und die Fahrplaninformationen des Regional- und Fernverkehrs abgewartet.