«Das ist ein Wermutstropfen»: Umbau der Mehrzweckhalle kostet die Tübacherinnen und Tübach deutlich mehr als geplant

Der 4,8-Millionen-Franken-Kredit für die Sanierung und Erweiterung der Mehrzweckhalle reicht nicht aus. Gründe gibt es mehrere. Zum Beispiel zwei Brände gleich zu Beginn der Bauzeit.

Jolanda Riedener
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Die Arbeiten an der Mehrzweckhalle kosteten rund 800000 Franken mehr.

Die Arbeiten an der Mehrzweckhalle kosteten rund 800000 Franken mehr.

Bild: Jolanda Riedener

Die definitive Bauabrechnung der Tübacher Mehrzweckhalle bringt Ernüchterung. Zwar war absehbar, dass der von der Gemeinde genehmigte Kredit nicht ausreichen würde. Dennoch kosten Umbau und Erweiterung der Halle statt 4,8 rund 5,6 Millionen Franken. Während der Bauphase beschloss der Gemeinderat auf Empfehlung der Baukommission bereits einige Mehrausgaben, heisst es im aktuellen Mitteilungsblatt von Tübach. 187000 Franken, unter anderem für Beleuchtung, Bühnentechnik, Brandschutz, Möblierung und Umgebungsarbeiten wurden darauf zusätzlich vom Rat gesprochen.

Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach.

Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach.

Bild: Benjamin Manser

Kaum hatten die Bauarbeiten im Mai 2018 begonnen, kam es zu zwei Schwelbränden in der Hallendecke. «Die Brandschäden waren zwar durch die Versicherung abgedeckt», sagt Gemeindepräsident Michael Götte. Weil dadurch die Beleuchtung erneuert werden musste und Wechselsysteme mit der bestehenden Beleuchtungsanlage nötig gewesen wären, habe man sich gleich für eine komplette Erneuerung der Bühnenbeleuchtung entschieden.

Zusätzliche Arbeiten waren unvermeidbar

Nach Abzug der vom Gemeinderat bewilligten Mehrkosten liegt der Umbau noch gut 600000 Franken oder 12,7 Prozent über dem erteilten Kredit. Götte sagt:

«Jetzt sind wir für einmal über dem Budget. Das ist ein Wermutstropfen.»

In seiner 14-jährigen Amtszeit habe er sämtliche Bauprojekte jeweils unter dem Budget abschliessen können. Auch in den Nachbargemeinden gebe es viele Beispiele, bei denen Turnhallen deutlich teurer wurden als geplant. Ein weiterer Grund für die ungenaue Kostenplanung sei die kurze Vorbereitungszeit bis zum Kreditgutachten gewesen. Im Nachhinein hätte man beim Bauprojekt eine Reserve von plus/minus 20 Prozent einplanen müssen, wie es für Bauvorhaben dieser Grösse und beim entsprechenden Planungsstand beim Kreditantrag verbreitet ist.

Zusätzliche Arbeiten am Dach waren unerlässlich und durch den engen Zeitplan unvermeidbar. Bei der Montage der Fotovoltaikanlage hätten die Arbeiter laut Götte festgestellt, dass die Dachisolation fehlt. Er sagt:

«Das Dach musste zwingend isoliert werden.»

Nur habe man von diesen Mehrkosten erst erfahren, als die Arbeiten bereits vollendet waren. Auch bei der Fassade sei es einerseits zu Verzögerungen gekommen, sowie auch zu Mehrkosten. Erst bei Ausführung der Arbeiten habe man festgestellt, dass die bestehende Tragkonstruktion der Fassade ungenügend war und deshalb verstärkt werden musste. Dies verursachte wider Erwarten ebenfalls höhere Kosten.

Das Ergebnis überzeugt trotz Mehrkosten

Die Schule konnte den Turnunterricht trotzdem in der Halle durchführen, ebenso zur Bürgerversammlung im März 2019 war der Innenausbau bereits abgeschlossen. Als die Mehrkosten bekannt wurden, hat auch die Geschäftsprüfungskommission (GPK) die Abrechnungen nochmals unabhängig gründlich geprüft. Auch sie kam zum Schluss, dass diese korrekt sind. Weiter sieht die GPK dieselben Gründe für die Mehrkosten wie der Gemeinderat. «Die Werkverträge waren korrekt und es wurde das gemacht, was auch bestellt wurde», sagt Götte.

Nichtsdestotrotz sei das Ergebnis sehr gelungen: «Ich habe viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung erhalten», sagt Götte. Auch optisch wurde die Mehrzweckhalle nach der Gebäudesanierung gelobt. Den Benutzern stehe eine moderne und zeitgemässe Infrastruktur zur Verfügung.