Das Industriegebiet St.Gallen West gemeinsam stärken

Das Gebiet zwischen St. Gallen West und Gossau Ost soll nach einem Konzept wachsen. Nun haben sich zwei Vereine zusammengeschlossen, um diesem Ziel näherzukommen. Dabei spielt das Thema Energieeffizienz eine grosse Rolle.

Christoph Renn
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Ein Verein plant die Entwicklung des Gebiets St. Gallen West/Gossau Ost. (Bild: Urs Bucher)

Ein Verein plant die Entwicklung des Gebiets St. Gallen West/Gossau Ost. (Bild: Urs Bucher)

Zwei Vereine verfolgen im Gebiet St. Gallen West/Gossau Ost dieselben Pläne. Sie wollen die ansässigen Unternehmen gemeinsam in die Zukunft führen und das Potenzial des Areals nutzen. Jedoch unterscheidet sich ihre Herangehensweise. So will das Energienetz GSG die Energieeffizienz steigern und die CO2-Emissionen der Gebäude im Industriegebiet senken. Der Verein Areal St. Gallen West – Gossau Ost ASGO will hingegen den verfügbaren Platz optimal nutzen, das Gebiet vermarkten und ein Imageprofil aufbauen (siehe Kasten).

Nun schliessen sich die beiden Vereine zusammen. «Das ist der logische Schritt und macht einfach Sinn», sagte Andreas Schläpfer, Koordinator der beiden Vereine an der gestrigen Mitgliederversammlung beider Gesellschaften. Er führte den Anwesenden gleiche mehrere Gründe auf: So weisen der Verein ASGO und das Energienetz GSG vergleichbare Organisationsstrukturen auf. Zudem verfügen beide über einen fast identischen Mitgliederstamm. Vor allem liegen ihre Interessen im selben Gebiet.

Organisatorische Synergien nutzen

So war die Abstimmung über die Zusammenführung der ASGO und des Energienetzes GSG gestern reine Formsache. Sämtliche Traktanden winkten die anwesenden Mitglieder fast einstimmig durch – bei jeweils einer Enthaltung. Es gab weder kritische Gegenstimmen noch Fragen. Dies überrascht wenig, ändert sich für die Unternehmen, die bisher Teil eines oder beider Vereine waren, organisatorisch nicht viel.

Die Verantwortlichen erhoffen sich, mit der Zusammenführung an Umsetzungskraft zulegen zu können. «Wir können Doppelspurigkeiten verhindern und Synergien nutzen. Gemeinsam bringen wir mehr PS auf den Boden», sagte Schläpfer. Und dies sei nötig, um das Gebiet und die Interessen der verschiedenen Anspruchsgruppen gemeinsam in die Zukunft führen zu können.

Abwärmenetz wird von selbstständiger AG gebaut

Bereits in den vergangenen Jahren hat zwischen den Vereinen laut Andreas Schläpfer eine enge Zusammenarbeit stattgefunden. Nicht zuletzt deshalb, weil das Thema Energie inhaltliche Berührungspunkte mit der Raum- und Arealentwicklung aufweise. So können das Wärmenetz und die Gebietsgestaltung parallel geplant werden.

«Die Betriebsgesellschaft Energienetz GSG AG bleibt aber selbstständig», ergänzt Schläpfer. Diese wurde im Herbst 2018 gegründet. Sie setzt das Projekt Wärmenetz GSG um. Dieses soll die Abwärme, die sogenannte kalte Fernwärme, von Industrie und Gewerbe auffangen und damit Wohn- und Büroräume im Areal heizen. Dieses Projekt wird über das Energienetz GSG von den St. Galler Stadtwerken, den Stadtwerken Gossau und SAK geleitet.

Die ASGO wird sich weiter dem Wachstum des Industriegebietes widmen. Dazu hat der Verein bereits eine Entwicklungsagenda ausgearbeitet. «Das ist ein Massnahmenkatalog, der von den Grundeigentümern, der Wirtschaft, dem Quartierverein Winklen, Privatpersonen sowie städtischen und kantonalen Verwaltungen erarbeitet wurde», sagt Schläpfer. Darin sind verschiedene Punkte zur Stärkung des Gebietes formuliert, die über die Stadtgrenzen hinaus gehen, wie beispielsweise die Verkehrsführung.

Die Städte entschieden über die Finanzen

Die Umsetzung dieser Massnahmen ist für die Jahre 2019 bis 2021 vorgesehen. Nun liegt die Agenda jedoch vorerst bei den Städten St. Gallen und Gossau, der Gemeinde Gaiserwald sowie dem Kanton St. Gallen. Diese entscheiden bis Mitte 2019 über den inhaltlichen und finanziellen Rahmen für die Umsetzung der Massnahmen aus der Entwicklungsagenda.

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