Kein Neubau für eine Demenzabteilung: So geht es jetzt weiter im Alterszentrum Kappelhof in Wittenbach

Der Verwaltungsrat des Alterszentrum Kappelhof in Wittenbach hat sich gegen einen Neubau entschieden.

David Grob
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Ein Haus 4 wird doch nicht gebaut. Der Verwaltungsrat des Alterszentrums Kappelhof in Wittenbach verzichtet auf ein zusätzliches Gebäude, wie er Ende November entschieden hat. Damit wird das Projekt, das seit Jahren in einer Schublade Gemeindehaus schlummerte, Makulatur.

Oliver Gröble, als Gemeindepräsident von Wittenbach auch im Verwaltungsrat der Aktiengesellschaft Kappelhof, erläutert die Gründe, die zu diesem Entscheid geführt haben. Ein externer Gutachter sei zum Schluss gekommen, dass sich das Alterszentrum mit dem Haus 4 wirtschaftlich nicht eigenständig rentiert. «Betrachtet man das Haus 4 isoliert, ohne die Häuser 1 bis 3, so wäre es wirtschaftlich tragbar. Nicht aber als gesamtes Alterszentrum», sagt Gröble. Der Grund: Auch die bestehenden Häuser müssen nach und nach saniert werden. Und Gröble nennt einen weiteren Punkt: Ein neues Haus habe nicht zuletzt auch eine Sogwirkung. Die Plätze in den bestehenden Häusern könnten voraussichtlich nicht mehr gefüllt werden. «Das Resultat wäre eine Schieflage des gesamten Alterszentrums.»

Also strebt der Verwaltungsrat eine andere Lösung an. Nicht ein Neubau soll erstellt werden, sondern die bestehenden Häuser ausgebaut und aufgewertet werden. Doch was bedeutet dies genau? Man wolle die bestehenden Räumlichkeiten besser nutzen. Kern des neuen Gebäudes wäre eine Demenzabteilung geworden. Verschwindet mit dem Projekt Haus 4 auch die Pläne für die Demenzabteilung. Nein, meint Gröble. Die Abteilung sei Teil der Optimierung.

Eine neue Abteilung für Demente

Klar ist: Das Altersheim hat Bedarf nach einer Demenzabteilung. Ralf Kock, Geschäftsleiter des Alterszentrums, führt durch die Abteilungen des Kappelhofs und öffnet eine Tür: die Pflegewohngruppe, eine geschützte Abteilung, in der auch Menschen mit Demenz leben. Vier Personen sind hier untergebracht.

Reicht der Platz? Kock verneint. «Idealerweise hätten wir eine geschützte Demenzabteilung, die Platz für rund 15 Personen mit Demenz bietet.» Und eine solche Abteilung wäre auch das erklärte Ziel. Für die Pflege von dementen Bewohnern sind Kleingruppen von fünf bis sechs Personen optimal. Im Idealfall könnte die neue Demenzabteilung diesem Umstand räumlich gerecht werden. Wo die neue Abteilung hinkommen könnte, ist noch offen.

Heute leben die elf Personen, die nicht in der geschützten Demenzstation untergebracht sind, in den anderen Abteilungen. Dies führt auch zu Schwierigkeiten. «Es ist sicherlich deutlich arbeitsintensiver», sagt Kock. Dies erfordere insbesondere mehr Flexibilität durchs Pflegepersonal.

Grobe Ideen statt eines Baukonzepts

Wie geht’s nun weiter? Der Verwaltungsrat möchte eine Arbeitsgruppe bilden, die erste Ideen zur Optimierung des Kappelhofs suchen soll. «Wir haben noch kein konkretes Bauprojekt», sagt Gröble. Es soll in einem ersten Schritt erst darum gehen, wo die Demenzabteilung untergebracht werden könnte, wie die bestehenden Räume besser genutzt werden können, wie die Finanzen im Lot bleiben.

Die Arbeitsgruppe soll deshalb nebst Gröble und Kock auch aus Personen zusammengesetzt werden, die sich mit dem Bauwesen, den Finanzen und mit der Pflege sowie den Bedürfnissen älterer Menschen auskennen. Allenfalls können externe Experten hinzugezogen werden. Das Ziel: In diesem Jahr sollen erste Ideen entstehen und überprüft werden. «Erst wenn die grobe Idee steht, kann diese in ein konkretes Bauprojekt gegossen werden.»