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Liebe St.Gallerinnen und St.Galler: Das hätte Ihr Marktplatz sein können

Nicht weniger als 43 Teams haben ihre Ideen eingereicht, wie der St.Galler Marktplatz und der Bohl in Zukunft aussehen sollen. Alle Beiträge des Gestaltungswettbewerbs sind derzeit öffentlich ausgestellt. Ein Blick auf die prämierten und verworfenen Ideen.
Roger Berhalter
Marktstände unter Bäumen: Die Gestaltungsidee "Märt" hat den zweiten Platz erreicht. (Bild: PD)

Marktstände unter Bäumen: Die Gestaltungsidee "Märt" hat den zweiten Platz erreicht. (Bild: PD)

Ein Platz, 43 Ideen: Der Wettbewerb zur Neugestaltung von Marktplatz und Bohl ist auf grosses Interesse gestossen. 43 Architektur- und Planungsteams haben ihre Entwürfe eingereicht. Die meisten stammen aus der Schweiz – viele aus St.Gallen – aber auch Teams aus Berlin und Barcelona haben mitgemacht.

Alle Ideen, wie Marktplatz und Bohl in Zukunft aussehen könnten, sind derzeit in einer Ausstellung im Waaghaus zu sehen. Ein Blick auf die Pläne an den Pinnwänden zeigt: Die meisten Architekten wollen den Platz entrümpeln. Freiflächen dominieren; zusätzliche Gebäude stehen kaum zur Diskussion. In vielen Entwürfen wird die heutige Rondelle aufgestockt, umgebaut oder neu gedacht. Bei den ÖV-Haltestellen haben die meisten Planer die versetzte Variante gewählt: Die Haltestelle Richtung Osten bleibt am Bohl, nur jene Richtung Bahnhof rückt an den Marktplatz.

Gestalten innerhalb von engen Grenzen

Exotische oder gar wilde Ideen sucht man vergebens. Dafür sind die Auflagen an dem zentralen Platz schlicht zu streng und die Ansprüche zu vielfältig. Marktplatz und Bohl sind eben auch ÖV-Korridor. Busse, Postautos und Züge müssen ungehindert über den Platz fahren können, nur schon dies setzt den Gestaltern Grenzen. Zudem gilt es die Markthändler, Detaillisten und Gastronomen zufrieden zu stellen, und im Idealfall soll der Platz auch ein Ort werden, an dem man sich trifft und gerne verweilt.

Das Siegerprojekt «Vadian» versucht, diese Ansprüche unter einen Hut zu bringen, indem es die ÖV-Haltestelle Richtung Bahnhof versetzt sowie die Rondelle abbricht und durch einen neuen Marktpavillon ersetzt. Es gibt aber auch andere Lösungen. Neben der mit 40 000 Franken dotierten Siegeridee hat die Jury fünf weitere Projekte mit insgesamt 80 000 Franken prämiert.

Den zweiten Rang hat das Projekt «Märt» unter Federführung von Mettler Landschaftsarchitektur in Gossau erreicht. Es stellt der «urbanen, offenen Platzfläche des Bohls einen baumbestandenen Raum mit Marktständen am Marktplatz gegenüber», heisst es in der Beurteilung der Jury. Wo heute die Rondelle steht, ragt gemäss Entwurf eine prägnante Brunnenskulptur in die Höhe.

Die Rondelle bleibt: Das Projekt "Unità" auf dem dritten Rang. (Bild: PD)

Die Rondelle bleibt: Das Projekt "Unità" auf dem dritten Rang. (Bild: PD)

Auf dem dritten Platz landete das Projekt «Unità». Die Jury lobt das «Ausräumen von Unnötigem und Überflüssigem» und stellt zufrieden fest, dass Calatrava-Halle und Rondelle erhalten bleiben. Sie kritisiert aber auch das «Sammelsurium von zu vielen Ideen».

Orientalisch anmutender Kubus: Der Entwurf "Neue Mitte" auf dem vierten Platz. (Bild: PD)

Orientalisch anmutender Kubus: Der Entwurf "Neue Mitte" auf dem vierten Platz. (Bild: PD)

Der Entwurf «Neue Mitte» der St.Galler Clerici Müller & Partner Architekten auf Platz vier besticht durch einen auffälligen, zweistöckigen Kubus anstelle der Rondelle. Der Marktplatz erhalte so eine klare Kontur und werde für diverse Nutzungen bespielbar, schreibt die Jury. Sie zeigt sich aber auch irritiert über die «orientalisch anmutende architektonische Sprache» und kritisiert, dass im Kubus nur Platz für drei Verkaufsstände sei.

Baumgruppen und -reihen: Die Gestaltungsidee "Fuge" hat es auf den fünften Platz geschafft. (Bild: PD)

Baumgruppen und -reihen: Die Gestaltungsidee "Fuge" hat es auf den fünften Platz geschafft. (Bild: PD)

Zurückhaltender präsentiert sich auf dem fünften Platz das Projekt «Fuge». Calatrava und Rondelle bleiben dabei erhalten, neue Baumreihen und -gruppen gliedern den Platz. Die Jury schreibt von einer «unaufgeregten, aufgeräumten Stimmung». Das letzte prämierte Projekt, «Proteus», ist nur mit schwarz-weissen Skizzen bebildert. Hier rücken beide Haltestellen an den Marktplatz und die Calatrava-Halle wird abgebrochen, sodass am Bohl eine grosse Fläche entsteht. Die Rondelle wird vergrössert und zu einem Café umgenutzt.

Volksabstimmung Anfang 2020

All das sind erst Gestaltungsideen, keine Bauprojekte. Der Stadtrat hat sich nach zwei gescheiterten Volksabstimmungen zum Marktplatz für ein neues Vorgehen entschieden. Ausgehend vom Siegerprojekt «Vadian» wird zunächst berechnet, wie teuer die Neugestaltung wird. Dieser Rahmenkredit soll bis zum zweiten Halbjahr vorliegen, anschliessend entscheiden darüber Stadtrat und Stadtparlament. Im ersten Halbjahr 2020 ist die Volksabstimmung über den Rahmenkredit angesetzt. Erst danach – voraussichtlich bis Ende 2021 – wird aus der Gestaltungsidee ein detailliertes Bauprojekt.

Ausstellung im Waaghaus (1. Stock):
Di, 5.2. sowie Do/Fr, 7./8.2.,
jeweils 11-13 Uhr und 17-19 Uhr;
www.marktplatz.stadt.sg.ch

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