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Das grosse Bauen in Horn

Im Westen der Gemeinde laufen derzeit mehrere Überbauungsprojekte. Eines davon endet in absehbarer Zeit, ein anderes könnte bald beginnen und ein drittes gibt es eigentlich noch gar nicht.
Martin Rechsteiner
Ein eingerüstete Rohbauten der Siedlung Reutiwiesen. (Bild: Martin Rechsteiner)

Ein eingerüstete Rohbauten der Siedlung Reutiwiesen. (Bild: Martin Rechsteiner)

In Sachen Überbauungen rührt die Gemeinde Horn bekanntlich mit der grossen Kelle an: Unter «Horn West» entstehen derzeit oder in naher Zukunft mehrere Siedlungen. So ist das Projekt Reutiwiesen bereits teilweise fertig, ein Teil befindet sich noch im Bau. Und Visiere auf dem Nachbargrundstück zeigen die Umrisse der geplanten Siedlung Ziegelhof Süd. In naher Zukunft könnte es zudem mindestens Pläne für eine weitere Überbauung auf der anderen Seite der Strasse, auf dem ehemaligen Raduner-Areal, geben. Auch dort ist eine Mischung aus Wohn- und Gewerbefläche wahrscheinlich.

Sind die drei Siedlungen bezogen, wächst die Bevölkerung Horns auf über 3000 Einwohner. Damit dürfte die Gemeinde, eine der steuergünstigsten im Kanton Thurgau, zu den am stärksten wachsenden Dörfern in der Region Rorschach gehören.

Rohbauten auf der Reutiwiese

Am weitesten fortgeschritten ist die Überbauung Reutiwiesen der St. Galler Immobilienfirma Fortimo. Obwohl der Begriff «Horn West» alle drei Siedlungsprojekte meint, wird er teilweise als Synonym für die Fortimo-Bauten verwendet. Die Kosten der 182 Wohnungen und 7 Geschäftsräume werden rund 150 Millionen Franken betragen. Sie sind für wohlhabendere Familien und Paare gedacht und stehen zur Vermietung sowie zum Verkauf.

Die erste Etappe der Siedlung ist bereits fertig und bewohnt. Weitere sechs Häuser sind derzeit als zweite Etappe im Bau. «Per Ende dieser Woche stellt der Baumeister die letzte Decke des gesamten Projekts fertig», sagt Stefan Kienzler, Fortimo-Leiter Realisation. «Bei den sechs Häusern liegt der Fertigstellungsgrad zwischen Beginn Rohbauinstallationen und Fertigstellung Fassadenwärmedämmung und Demontage Gerüste per Ende November.» Das Ziel sei es, den Vorplatz mit Parkplätzen zur Steinacherstrasse hin bis Ende Jahr fertigzustellen. «Die ersten Mietwohnungen sind ab März bezugsbereit, die Eigentumswohnungen voraussichtlich gestaffelt ab Sommer 2019.»

"Noch keine Namen der Geschäfte"

Die Vermarktung laufe erfreulich, sagt Kienzler. «Die Mietwohnungen der ersten Bauetappe sind alle vermietet, bei der zweiten Etappe sind es ebenfalls rund 70 Prozent.» Die Nachfrage bei den Eigentumswohnungen sei auch zufriedenstellend. «In der ersten Etappe sind rund 90 Prozent der Eigentumswohnungen verkauft oder reserviert, in der zweiten gut 50 Prozent.» Und bei den Geschäftsräumen seien diverse Verhandlungen am Laufen. «Derzeit können wir aber noch keine Namen nennen», sagt Kienzler. Die Vermarktung der Loftwohnungen folge zudem bald.

Ziegelhof braucht noch Zeit

Auch auf dem Nachbargrundstück soll kräftig gebaut werden. Für das Projekt Ziegelhof Süd, direkt neben der Firma Sabo, stehen bereits Visiere auf der Wiese.

Vorgesehen sind drei Gebäude mit grossem Innenhof sowie Parkplätzen und einer Tiefgarage. Die geplanten vierstöckigen Gebäude, eines davon für Loftwohnungen, sollen auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern Platz für rund 100 Wohnungen bieten. Dazu kommen 2600 Quadratmeter Gewerbefläche für Läden, Büros oder Praxen.

Zuerst muss der Bach weg

«Der Gestaltungsplan ist bereits genehmigt, jetzt liegt das Projekt beim Kanton», sagt Horns Gemeindeschreiber Andreas Hirzel. «Verschieden Ämter prüfen es nun etwa in Sachen Grundwasser oder Feuerpolizei.» Vor dem Baubeginn muss jedoch der Schwärzebach verlegt werden, der momentan noch Quer durch das Grundstück fliesst. Dagegen gab es bei der Gemeinde vor zwei Jahren, als das Projekt auflag, Einsprachen. Ob diese noch bestehen, ist nicht ganz klar, Hirzel sagt nur zuversichtlich: «Das Projekt ist aus unserer Sicht richtig und wichtig. Der Bach wird dadurch renaturiert. Wir werden es bald in Angriff nehmen können.» Ein Teil des veränderten Wasserlaufs, der Durchlass unter der Eisenbahnlinie, ist bereits gebaut.

Bei der Bauherrin, der Rimaplan AG im zürcherischen Regensdorf, war gestern niemand erreichbar, der zum Projekt Auskunft geben konnte. Die Wohnungen sollen erschwinglich für Familien sein, liess der CEO der Firma vor zwei Jahren verlauten. 24 Interessenten hätten sich damals bereits gemeldet. Wie viele es heute sind, darüber kann nur spekuliert werden. Auf der Webseite der Rimaplan ist die Bauvoll­endung der Siedlung auf Herbst 2019 angesetzt. Angesichts der Tatsache, dass gestern auf dem Gelände anstatt Bagger noch grasende Kühe standen, scheint dieser Termin allerdings eher mutig gewählt.

Noch kein Käufer für Raduner

Noch nicht ganz fest steht die Zukunft des Raduner-Areals. «Es liegt in der Wohn- und Gewerbezone», sagt Gemeindeschreiber Andreas Hirzel. Das heisst: Wird auf dem Areal gebaut, wird es mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit ebenfalls auf eine Wohnsiedlung mit Dienstleistungsnutzung hinauslaufen. Pläne oder gar ein Baugesuch gibt es laut Hirzel noch nicht. «Dazu ist erst ein Ausschreibungsverfahren für Architekten nötig.»

Das Grundstück gehört der Klotener Firma Eberhard AG, ist seit April 2017 fertig saniert und steht seither zum Verkauf. «Wir suchen noch nach einem Käufer», heisst es von der Firma auf Anfrage. Man sei im Gespräch mit Interessenten, darunter Immobilienfirmen. Die Sanierung des 33 000 Quadratmeter grossen Geländes hat nach Angaben der Eberhard AG 30 Millionen Franken gekostet, sie hatte es 2009 für 8,3 Millionen Franken erworben.

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