Der «Elephant»-Club wird zur «Garage»: Der Besitzer ist ein Neuling in der St.Galler Partyszene

Im vergangenen April hatte der «Elephant»-Club seine Türen vorerst geschlossen. Lange war unklar, was aus dem beliebten Club wird. Im Sommer oder Herbst 2020 soll er nun mit neuem Konzept und neuem Namen wieder öffnen.

Sandro Büchler
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Im «Elephant»-Club wird alles neu.

Im «Elephant»-Club wird alles neu.

Bild: Michel Canonica (01. Januar 2018)

Noch liegt allerlei Unrat im Eingangsbereich des ehemaligen Clubs «Elephant» an der Hinteren Poststrasse 2. Eine Champagnerflasche, Biergläser und eine Zigarettenschachtel hinter dem Gitter erwecken den Anschein, als wäre hier die letzte Party erst gestern gefeiert worden.

Schon bald soll hier die «Garage» entstehen.

Schon bald soll hier die «Garage» entstehen.

Sandro Büchler

Doch das beliebte «Ele» hatte im April des vergangenen Jahres seine Tore dicht gemacht. Besitzerwechsel, neues Konzept und eine Wiederöffnung im August wurden angekündigt. Dann fiel der Club in eine Art Dornröschenschlaf. Nichts ging. Der Sommer verstrich, es wurde Herbst und viele fragten sich, ob der Club überhaupt jemals wieder öffnen würde.

Seit Anfang Februar steht allerdings etwas kryptisch an der Wand des Clubs die Nachricht: «This will be the place 20 02 2020». Da lag die Vermutung nahe, dass der Club heute wieder öffnen würde. Doch zu früh gefreut.

Der Thurgauer kommt nach St.Gallen

Heute wird erst bekannt: Der neue Name des «Elephant» ist «Garage». Neuer Besitzer ist Ruedi Bütikofer. Er hat sich bisher einen Namen mit Immobilien und Autogaragen gemacht. Bütikofer ist Inhaber der Bütikofer Automobile AG in Frauenfeld. Unter dem Dach der Bütikofer Gruppe verkauft und vermietet er Autos, Motorräder, Roller, Occasionen. Nicht nur im Thurgau, auch rund um Zürich betreibt Bütikofer mehrere Autoverkaufshäuser.

Wie kommt ein Autohändler zu einem Club? Bütikofer lacht. «Das wurde ich oft gefragt. Ich bin ein umsichtiger Unternehmer.» In seiner Jugend sei er viel nach St.Gallen gekommen. «Es ist eine sympathische Stadt.» Der 56-Jährige bezeichnet sich selbst als Macher, er will Dinge realisieren.

«Ich habe mir eine Werkzeugkiste gekauft, habe mir einen Schopf gemietet und wurde Automechaniker.»

Heute beschäftigt er 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Ruedi Bütikofer, Besitzer der «Garage» St.Gallen.

Ruedi Bütikofer, Besitzer der «Garage» St.Gallen.

Bild: PD

Um Autos an den Mann und die Frau zu bringen, müsse man heute mehr bieten als eine Bratwurst. Viele Händler seien graue Mäuse. Bütikofer ist anders. «Ich will ausbrechen.» Er hat in seinen Showrooms schon Partys für über 1000 Leute organisiert. «Ein Garagist ist heute ein kleiner Eventmanager.»

Zutrittsalter je nach Partyformat

Eröffnen soll der neue Club im Sommer oder Herbst. «Wir haben noch kein konkretes Datum», sagt Bütikofer. Denn sobald die Baubewilligung vorliegt, wird im Inneren umgebaut. Wegen Fragen zu den Notausgängen habe alles etwas länger gedauert.

Entstehen soll nicht ein Club, sondern ein «Begegnungscenter». Neubesitzer Bütikofer zählt auf, was möglich sein soll: Konzerte, Markenevents, Modeschauen, Beauty, TV-Livesendungen. «Aber auch ein Galadinner, klassische Musik oder ein Anlass an einem Sonntag oder Montag soll sich realisieren lassen.» Der Garagenclub werde multifunktional, so Bütikofer.

Variieren soll auch das Zutrittsalter – je nach Partyformat. Mit seinen Firmen bildet Bütikofer auch Lehrlinge aus. Als Clubbesitzer müsse man offen sein. «Mal wird es Veranstaltungen geben für 16+, dann für über 18-Jährige, 25-Jährige oder Ü40.» Bei der Musik soll salonfähiges aus den Boxen erklingen. Wie schon zuvor im «Elephant» setzt auch Bütikofer auf Besuche von Stars:

«Namen kann ich aber
noch nicht verraten.»

Bütikofer selbst legt sich die Messlatte hoch. «Ich will etwas Tolles schaffen, wie ein 5-Stern-Hotel.» Die neue Garage soll laut eigenen Aussagen ein Stern für die ganze Region werden, nicht nur für die Stadt.

Vom Druckkeller, zum Offset zum «Elephant»

Ruedi Bütikofer sagt, der Name Garage sei aufgrund seiner Herkunft aus der Autobranche auf der Hand gelegen. «Ich spreche es Deutsch aus, nicht Englisch.» Vom früheren Namen «Elephant» habe er sich trennen wollen. Er passe nicht zum neuen Konzept.

Der Club hat eine bewegte Geschichte: In der ehemaligen Zeitungsdruckerei der Ende 1997 eingestellten Tageszeitung «Die Ostschweiz» entstand erst der Club «Offset». Dieser gab aber schnell auf. Im Oktober 2003 eröffnete der «Elephant»-Club. In den 15 Jahren seines Bestehens wurden über 2000 Partys gefeiert, mit teils exklusiven Gästen wie beispielsweise Pamela Anderson.