Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Lädelisterben auch im Silberturm: Das Einkaufszentrum Grossacker sucht seinen alten Glanz

In der St.Galler Innenstadt stehen immer mehr Ladenflächen leer. Ein Problem, das auch Einkaufszentren an der Peripherie nur zu gut kennen. Während im «Grossacker» die Hoffnung auf Pop-Up-Stores ruht, setzt das «Westcenter» auf Fachgeschäfte.
Christoph Renn
Während der Sommerferien finden nur wenige St. Gallerinnen und St. Galler den Weg zum Silberturm. (Bild: Mareycke Frehner)

Während der Sommerferien finden nur wenige St. Gallerinnen und St. Galler den Weg zum Silberturm. (Bild: Mareycke Frehner)

Der perfekte Standort, ein attraktiver Ladenmix und eine eigenwillige Architektur. Einen Tag nach der Eröffnung des Einkaufszentrums Grossacker, am 29. August 1975, schwärmten die St. Galler in der Zeitung über ihre neue futuristische «Raumstation» an der Peripherie. Hunderte Schaulustige strömten nach St. Fiden. Der Glanz des Neubaus erlischt jedoch über die Jahre, wobei diese Feststellung primär für das Einkaufszentrum im Erd- und Untergeschoss zutrifft. 2011 stand dann die grosse Sanierung an. Nachdem die Eröffnung mehrfach verschoben werden musste, gingen die Tore des Einkaufszentrums am 21. März 2013 wieder auf. Nun, rund fünf Jahre später, zeigt sich wieder ein tristes Bild im Osten der Stadt: In den Ladenpassagen ist es ruhig. Einige Schaufenster bleiben leer.

Auf der Internetplattform www.popupshops.com stehen gleich zwei grosse Ladenflächen im Silberturm zum Angebot. Centermanager Cornel Grämiger verheimlicht nicht, dass das Einkaufszenter nicht voll ausgelastet ist. Doch: «Die Situation ist nicht dramatisch.» Für die beiden kleineren Ladenflächen habe er bereits mit einem Imbissstand und einer Gelateria Nachfolger finden können. «Momentan stehen insgesamt 10 bis 15 Prozent der Ladenfläche frei», sagt Grämiger. Diese Zahl widerspiegle den aktuellen Markt, wie das Lädelisterben in der Innenstadt zeige. Doch steckt er den Kopf deswegen nicht in den Sand: «Wir müssen lernen mit der neuen Situation umzugehen und das Beste daraus zu machen», sagt er. Eine Möglichkeit sei, Pop-Up-Stores nach St.Fiden zu locken. Eine Strategie, die nicht alle Einkaufszentren fahren (siehe Zweittext).

Digitec bringt Leute in den Grossacker

Trotz der negativen Seiten sieht Cornel Grämiger noch immer viele Vorteile im «Grossacker»: «Wir profitieren von der Nähe zum Kantonsspital und dem Kinderspital», sagt er. Zudem seien viele verschiedene Arztpraxen im Turm eingemietet. «Sie bringen uns viel Laufkundschaft.» Täglich gingen dort mindesten 500 Leute ein und aus. Trotzdem hätte man die Strategie anpassen müssen. So sei der «Grossacker» heute ein Einkaufszentrum für das Quartier. «Nur Digitec bringt uns Kunden, die 30 Kilometer Weg auf sich nehmen», sagt Grämiger. Er wolle daher gar nicht erst versuchen, einen Vergleich mit der Shopping-Arena in Winkeln heranzuziehen.

Die Besucherfrequenz ist laut Grämiger, vor allem am Abend, hoch. Davon profitieren auch die zwei Restaurants. Mit «la Bocca» und «Terronia» behaupten sich auf dem Areal zwei Pizzerien seit Jahren erfolgreich. «Die Geschäftsführer sagen mir immer wieder, dass sie mit ihren Restaurants im Grossacker sehr zufrieden sind», sagt Grämiger. Auch die Grossverteiler Migros und Denner halten sich auf Platz. «Sie konnten ihren Umsatz in den vergangenen Jahren auf stabilem Niveau halten.»

«Ein wichtiger Bestandteil des Quartiers»

Dass sich das Einkaufszentrum Grossacker noch Jahre halten wird, hofft auch Bruno Stalder, Präsident des Quartiervereins St. Fiden-Neudorf. «Es ist unbestritten ein wichtiger Bestandteil fürs Quartier», sagt er. Viele Bewohner würden dort ihre Einkäufe erledigen und sich treffen. Er geht sogar noch einen Schritt weiter: «Der Silberturm ist noch immer ein Wahrzeichen der Stadt.»

Doch auch Bruno Stalder habe in den vergangenen Jahren beobachtet, dass das Einkaufszentrum an Attraktivität verloren habe. Er vermutet, dass dies auch mit dem Auszug der Post zusammenhänge. «Die Poststelle war ein wichtiger Teil des Grossackers.» Deshalb würde der Quartierverein dort Hand bieten, wo es sich anbiete, denn: «Wir wollen, dass das Quartier lebt.»


Westcenter will grosse Läden

Nicht nur das Einkaufszenter Grossacker hat sinkende Besucherzahlen zu verkraften. Auch das Westcenter verzeichnet wie der Fussballverein gleich nebenan im Kybunpark viele Zu- und Abgänge. Einer der prominentesten Verluste war vor neun Jahren der Grossverteiler Coop. Stars des Einkaufszentrums sind seither das Spielwarenunternehmen Toys’R’Us und der Media Markt. Im Gegensatz zum Silberturm versuchen die Verantwortlichen des Westcenters, ihre leeren Ladenflächen nicht mit Pop-Up-Stores zu füllen. «Das ergibt hier keinen Sinn», sagt Philipp Strebel, Executive Director bei CBRE, dem Unternehmen, welches das Westcenter leitet. Denn Pop-Up-Stores bräuchten eine hohe Besucherfrequenz. Das Westcenter setzte jedoch auf eine andere Strategie. «Wir wollen ein Fachmarktcenter werden.» Somit sollen Kunden angesprochen werden, die wissen, was sie einkaufen wollen.

Dieser Strategiewechsel ist laut Strebel auch der Grund dafür, dass momentan mehrere kleinere Ladenflächen leer stehen. «Wir stellen von vielen kleinen auf wenige grosse Läden um.» Und er gibt sich zuversichtlich, was die künftigen Besucherzahlen angeht. Es liefen bereits Gespräche mit mehreren Interessenten für die leeren Ladenflächen. «In den kommenden zwei Jahren werden im Westcenter neue, grosse Geschäfte einziehen», sagt Strebel. (ren)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.