Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Das Blut wird knapp: St.Galler Blutspendezentrum hofft auf junge Neuspender

Viele denken: Es reicht, wenn andere Blut spenden. Doch das stimmt nicht: Im Blutspendezentrum St.Gallen schrumpfen die Bestände.
Marlen Hämmerli
Zur Zeit rücken nicht genug junge Blutspenderinnen und Spender nach. (Bild: Ralph Ribi)

Zur Zeit rücken nicht genug junge Blutspenderinnen und Spender nach.
(Bild: Ralph Ribi)

Es ist ein Balanceakt. Und ob dieser gelingt, kann bisweilen über Leben oder Tod entscheiden. Denn ob rote Blutkörperchen, Blutplättchen oder Blutplasma – die sogenannten Blutprodukte sind nicht haltbar. Rote Blutkörperchen verfallen zum Beispiel nach 42 bis 49 Tagen, sofern sie bei zwei bis sechs Grad Celsius gelagert werden. Das Blutspendezentrum St.Gallen darf also nicht zu viele Blutkonserven lagern – aber die Nachfrage muss gedeckt sein.

«Wir prüfen den Bedarf ständig und versuchen unsere Reserven entsprechend aufzufüllen», sagt Petra Reiter, Kommunikationsverantwortliche der Stiftung Blutspende SRK Ostschweiz. Besonders auf Spenderinnen und Spender mit Blutgruppe 0- ist das Zentrum angewiesen. Das «Universalblut» wird vor allem bei Notfällen benötigt. Dann etwa, wenn ein Töfffahrer schwer verletzt wurde und keine Zeit bleibt, die Blutgruppe des Unfallopfers sofort abzuklären.

Derzeit ist der Bedarf an Blut der Gruppe 0- knapp gedeckt. Dasselbe gilt für die Reserven der Blutgruppe 0+. Auf diese würde das Blutspendezentrum ausweichen, wenn die Vorräte der Gruppe 0- ausgehen. «Aber wer weiss, was in zwei, drei Tagen ist?», sagt Petra Reiter. Geschehen gleich mehrere schwere Unfälle, fallen die Bestände rasch unter den Grenzwert.

Dem Hoch folgt ein gefährliches Tief

Werden die Vorräte knapp, ruft die Stiftung vermehrt zu Spenden auf. Leisten nun aber zu viele Personen dem Aufruf Folge, ist auch das ungünstig. Denn wenn viele Leute gleichzeitig spenden, schiessen die Bestände kurzfristig in die Höhe. Dem Hoch folgt ein Tief: Nach einer Spende muss man mindestens drei Monate pausieren. Ausserdem drohen nicht benötigte Blutkonserven zu verfallen. «Das wäre ethisch nicht vertretbar», sagt Geschäftsleiterin Jutta Thierbach. Deshalb steuert das Blutspendezentrum die Anzahl Spenden. So verfielen 2018 22 Konserven.

In den vergangenen Jahren war der Bedarf an Blutprodukten rückläufig. Ein Grund dafür sind verbesserte Operationstechniken. «Das bedeutet aber stärkere Schwankungen», sagt Thierbach. «Wir sind deshalb darauf angewiesen, dass die Spender flexibel sind und auf Aufrufe reagieren.»

Blut ist nicht jederzeit verfügbar

«Viele denken: Es reicht, wenn andere gehen», sagt Thierbach. «Das stimmt nicht. Wir sind auf Neuspender angewiesen.» Denn betagte, regelmässige Blutspender fallen altershalber weg.

Gleichzeitig rücken nicht genügend junge Spender nach. Das Blutspendezentrum ist vor allem auf Nachschub, also regelmässige Spenderinnen und Spender angewiesen. Thierbach sagt:

«Ich glaube, vielen ist nicht bewusst, dass Blut nicht jederzeit verfügbar ist. Aber der Gedanke, wenn ich bestelle, dann bekomme ich es, ist falsch.»

Dazu würden weitere Irrtümer kommen. Etwa, dass ein Piercing oder ein Tattoo zum definitiven Ausschluss führt. Tatsächlich dürfen gepiercte oder tätowierte Personen nach vier Monaten wieder Blut spenden – sobald klar ist, dass das Tattoo oder Piercing keine Hautentzündung verursacht und sich die Person nicht an einer Tätowiernadel mit einer Krankheit angesteckt hat. Auch Reisen in tropische Länder, Medikamente und Impfungen führen nur befristet zum Ausschluss. «Wer unsicher ist, ruft uns am besten an», sagt Thierbach. «Dann können wir den Einzelfall klären.»

Auskunft zur Vollblutspende unter www.blutspende-sg.ch
oder 071 494 28 56.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.