Das ändert sich mit der kleinen Einheitsgemeinde: Wittenbach erhält 2021 einen Rektor und eine Bildungskommission

Eine Arbeitsgruppe erarbeitet derzeit die neue Gemeindeordnung für die kleine Einheitsgemeinde.

Perrine Woodtli
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Ja zur kleinen Einheitsgemeinde: Die Wittenbacher haben der Auflösung der Primarschulgemeinde im November zugestimmt.

Ja zur kleinen Einheitsgemeinde: Die Wittenbacher haben der Auflösung der Primarschulgemeinde im November zugestimmt.

Bild: Benjamin Manser

In weniger als einem Jahr soll die kleine Einheitsgemeinde Wittenbach Realität sein. Eine Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der politischen Gemeinde sowie der Primarschulgemeinde zusammensetzt, überarbeitet derzeit die Gemeindeordnung. Am Donnerstag haben Gemeindepräsident Oliver Gröble und Primarschulratspräsident Thomas Meister an einem Infoabend einen Einblick gegeben.

Ab 2021 soll der Gemeinderat aus dem Gemeindepräsidenten, dem Schulpräsidenten und fünf weiteren Gemeinderäten bestehen. Der Schulpräsident wird von der Bevölkerung gewählt und steht einer Bildungskommission vor. Man habe sich bewusst für eine Kommission und gegen einen Schulrat entschieden, sagt Meister. Eine Kommission bereite Geschäfte für den Gemeinderat vor, ein Schulrat entscheide.

«Da aber der Gemeinderat die höchste Entscheidungskraft hat und es nur einen Chef geben kann, wäre ein Schulrat ein zahnloser Tiger.» Eine Kommission sei effizienter und zeitgemässer.

Auch andere Gemeinden würden vom Modell Schulrat wieder wegkommen, etwa Goldach.

Pädagogische Fachleute in neuer Kommission

Thomas Meister, Wittenbacher Primarschulratspräsident

Thomas Meister, Wittenbacher Primarschulratspräsident

Bild: Roger Fuchs

In der Bildungskommission, die vom Gemeinderat gewählt wird, sollen zwei externe Fachpersonen mit pädagogischem Rucksack sitzen. Das könnte etwa eine in Wittenbach wohnhafte Schulleiterin sein, die anderswo arbeitet. Nebst dem Schulpräsidenten ist es zudem möglich, dass weitere Gemeinderäte in der Bildungskommission sitzen. Auch ein Vertreter der Lehrerschaft ist Mitglied, genauso wie der Rektor.

Dieses Amt wird neu geschaffen. Dem Rektor sind die Schulleiter der drei Wittenbacher Schulkreise und die Schulverwaltung unterstellt. Er wird wie die Schulleiter vom Gemeinderat gewählt. Der erste Rektor wird laut Meister noch vom heutigen Schulrat bestimmt. «Wir sind derzeit daran.»

Während der Gemeinderat und die Bildungskommission für strategische Prozesse zuständig sind, obliegt dem Rektor, den Schulleitern und der Schulverwaltung das operative Tagesgeschäft. Das heutige Schulwesen fliesst in die neue Gemeindeordnung ein. Bis auf den Rektor bleibt inhaltlich alles gleich.

Rektor soll Verbesserungen bringen

Nun können die knapp 40 Anwesenden Fragen stellen. Ein Bürger befürchtet, dass es künftig so sein wird, dass die Bildungskommission etwas beschliesst und der Gemeinderat dies dann ablehnt, obwohl die Kommission näher an der Schule dran sei. «Uns ist es wichtig, dass die Schule weiterhin ein grosses Gewicht hat», so Meister. Er glaube nicht, dass der Gemeinderat einer Empfehlung der Kommission nicht folgen würde. Dem stimmt Gröble zu. Gewisse Gefahren berge jedes Modell, sagt Meister. «Doch irgendjemand muss die höchste Entscheidungskraft haben.»

Ein Bürger fragt sich, was sich mit den neuen Strukturen verbessern soll. Man erhoffe sich unter anderem dank des Rektors Verbesserungen in der Schul- und Personalentwicklung, sagt Meister.

«Dazu reichen die heutigen Ressourcen der Schulleiter nicht aus, da sie stark ins Tagesgeschäft eingebunden sind.»
Oliver Gröble, Gemeindepräsident Wittenbach

Oliver Gröble, Gemeindepräsident Wittenbach

Bild: Urs Bucher

Es gebe noch viel Regelungsbedarf, sind sich Meister und Gröble einig. Aber man befinde sich auf gutem Weg. Ende Monat reicht die Arbeitsgruppe die Gemeindeordnung beim kantonalen Amt für Gemeinden zur Prüfung ein. Am 25. Mai stimmen die Wittenbacher dann darüber ab. Wer Fragen hat, kann diese an einheitsgemeinde@wittenbach.ch stellen.