Weniger Abwasser im 2018: ARA Altenrhein bemerkte den Hitzesommer

Die Bilanz der ARA Altenrhein, die Abwasser von 17 Gemeinden klärt, zeigt: Im vergangenes Jahr hatte sie weniger Schmutzwasser zu reinigen. Im Herbst führt die Anlage eine neue Reinigungsstufe gegen Mikropartikel ein.

Marco Cappellari
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Ein Klärbecken der ARA Altenrhein. Bild: Christof Sonderegger

Ein Klärbecken der ARA Altenrhein. Bild: Christof Sonderegger

Aus den Augen, aus dem Sinn: Wer das WC spült, denkt selten daran, wohin das «Spülgut» verschwindet. In der Region landet das Abwasser vieler Haushalte in der Kläranlage des Abwasserverbands Altenrhein (AVA), zu dem bald 17 Gemeinden gehören. In Altenrhein wird das Abwasser von rund 77000 «Einwohnergleichwerten» gereinigt, die sich in 57000 natürliche Einwohner sowie 20000 Kunden aus Gewerbe und Industrie aufteilen. Zahlen, die im Vergleich zum Vorjahr stabil sind. Im Gegensatz dazu hat die Menge an gereinigtem Schmutzwasser von 9,1 Millionen auf 8 Millionen Kubikmeter abgenommen. Der Grund sei die überdurchschnittlich trockene zweite Jahreshälfte 2018, wie der AVA im Geschäftsbericht schreibt.

Ungeachtet dessen steht der Verband finanziell gut da, die Eigenfinanzierung beträgt rund 80 Prozent. Die Rechnung 2018 schliesst mit einem Gewinn von 123000 Franken bei einem Ertrag von rund 14 Millionen Franken. Bei der Kläranlage nahm der Sachaufwand gegenüber 2017 um insgesamt 505000 Franken ab. Gründe seien geringere Unterhaltsaufwendungen, weniger Dienstleistungseinsätze Dritter sowie ein geringerer Aufwand für Chemikalien.

Hohe Investitionen getätigt

An der Hauptversammlung Ende März genehmigten die Delegierten einen Kredit für Sanierung und Erweiterung der Stapel- und Mischbehälter von 7,185 Millionen Franken sowie 3,26 Millionen Franken für den Anschluss der Abwasserreinigungsanlage der Gemeinden Trogen und Wald AR. Der entsprechende Leitungsausbau soll noch in diesem Frühjahr beginnen. Ab 2020, ein Jahr früher als ursprünglich geplant, wird das Wasser der beiden Gemeinden in Altenrhein gereinigt, womit der AVA auf 17 Verbandsgemeinden anwächst. Speicher leitet sein Abwasser bereits seit vergangenem Herbst nach Altenrhein, nachdem am 17. September die ARA Speicher planmässig ausser Betrieb genommen wurde.

Test mit Fischen

Seit zwei Jahren befindet sich eine vierte Reinigungsstufe der Kläranlage im Bau. Diese soll künftig Mikroverunreinigungen aus dem gereinigten Abwasser filtern. Eingeweiht wird die neue Reinigungsstufe am 5. September dieses Jahres.

Übrigens: Um die Reinigungsqualität zu überprüfen, hat der AVA über zwei Jahre eine Hälterung mit zwei Fischarten durchgeführt. Die Resultate seien positiv, wie es im Geschäftsbericht heisst: Gesunde Fische, nachgewiesene Lebensmittelkonformität, und geschmeckt haben sie auch. (mac)

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