Darum blockiert die Denkmalpflege die Ausbaupläne der Metzgerei Grüebler in Gossau

Die Metzgerei Grüebler will ausbauen – gegen den Willen der Denkmalpflege. Nun begründet diese ihre Einwände.

David Grob
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Luftaufnahme mit dem Gebäude, in dem sich die Metzgerei in befindet.

Luftaufnahme mit dem Gebäude, in dem sich die Metzgerei in befindet.

Michel Canonica

Die Gossauer Metzgerei Grüebler will ausbauen und ihre Ladenfläche im Erdgeschoss des Nebengebäudes vergrössern. Das zweigeschossige Haus soll abgerissen und durch einen Neubau mit drei Stockwerken ersetzt werden. Für die Architektin Monika Fürer ist es wirtschaftlich notwendig, um eine Etage zu erhöhen. Alles andere sei nicht rentabel. Laut der Architektin blockiere die Denkmalpflege derzeit aber die Ausbaupläne. Auf Anfrage begründet diese nun ihre Einwände gegen den Abbruch und Neubau des Gebäudes. Die verantwortliche Denkmalpflegerin Irene Hochreutener schreibt:

«Die historischen Gebäude entlang der St.Gallerstrasse sind für das geschützte Ortsbild wichtig und prägend.»

Ein kommunaler Überbauungsplan aus dem Jahr 1984 gehe verbindlich von einem Erhalt der Häuser aus. «Inwiefern ein Ersatzbau gemäss Überbauungsplan überhaupt möglich ist, muss die Gemeinde klären.»

Historische Gebäude seien immer mehr als nur äussere Hüllen, sondern ein gebautes Archiv: Stilistik, Grösse, Handwerkskunst vermittelten Wertvolles aus ihrer Entstehungszeit, sagt Hochreutener. «Ein Abbruch eines wertvollen historischen Gebäudes bedarf deshalb einer Vorabklärung und einer Interessenabwägung.» Bei der Beurteilung eines Bauvorhabens, das geschützte Bauten oder Ortsbilder betrifft, stützt sich die Denkmalpflege auf das Planungs- und Baugesetz, auf die Schutzverordnung und auf eine Interessensabwägung durch die Gemeinde. Im konkreten Fall befinde sich die Denkmalpflege deshalb in einem Dialog mit der Stadt Gossau.