Coronavirus
«Situation ist unsicher»: Mehrere Coronafälle an Schulen in der Stadt St.Gallen – CP-Schule schliesst bis 30. August

Kaum hat die Schule wieder begonnen, müssen die ersten Kinder und Jugendlichen wegen Corona zu Hause bleiben: Eine Klasse im Oberstufenschulhaus Schönau hat auf Fernunterricht umgestellt. Und die CP-Schule, in der Kinder mit einer körperlichen Beeinträchtigung unterrichtet werden, muss die Türen bis Ende August schliessen.

Christina Weder
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Die zweite Schulwoche nach den Ferien ist angebrochen. 25 Schulkinder aus der Stadt können wegen Corona nicht am Unterricht teilnehmen.

Die zweite Schulwoche nach den Ferien ist angebrochen. 25 Schulkinder aus der Stadt können wegen Corona nicht am Unterricht teilnehmen.

Bild: Pius Amrein

Mehrere Schulkinder aus der Stadt sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Kaum hat das Schuljahr gestartet, müssen sie schon wieder zu Hause bleiben. Aktuell befinden sich drei Lehrpersonen und 25 Kinder und Jugendliche der städtischen Schulen in Isolation, wie Martin Annen, Leiter der städtischen Dienststelle Schule und Musik, auf Anfrage schreibt. In elf Fällen sind Oberstufenschülerinnen und -schüler betroffen, in 14 Fällen Kindergärtler und Primarschüler. Die 25 Fälle verteilen sich übers ganze Stadtgebiet. Laut Annen sind zehn von insgesamt 17 Schulquartieren betroffen.

Oberstufenklasse erhält Fernunterricht

Martin Annen, der Leiter der St.Galler Dienststelle Schule und Musik.

Martin Annen, der Leiter der St.Galler Dienststelle Schule und Musik.

Bild: Benjamin Manser

Ende vergangene Woche musste im Oberstufenschulhaus Schönau im Westen der Stadt eine ganze Klasse auf Fernunterricht umstellen, nachdem ein Schüler positiv auf Covid-19 getestet worden war. Laut Annen handelt es sich dabei um eine Sofortmassnahme, welche die Schulleitung vor Ort aufgrund der momentanen Situation getroffen hat. Es sei eine Ausnahme. Ihm sei aktuell keine andere Klasse bekannt, die zu Hause unterrichtet wird. Fernunterricht sei derzeit nicht vorgesehen. «Die Schulen sollen grundsätzlich offenbleiben.»

Die Klassenkameradinnen und -kameraden des positiv getesteten Jugendlichen im Oberstufenschulhaus Schönau mussten sich keinem angeordneten Covid-Test unterziehen. Auch in anderen städtischen Schulhäusern hat es laut Annen in der ersten Schulwoche keine Massentests gegeben.

Martin Annen bezeichnet die derzeitige Coronasituation an den städtischen Schulen als «unsicher»: «Wir beobachten sehr genau und sind deswegen in Kontakt mit dem schulärztlichen Dienst und dem Kantonsarztamt.» Dieses rechnet nicht mit einem dramatischen Anstieg der Fallzahlen, wie es auf Anfrage schreibt. Und weiter: Es seien derzeit keine Schülerinnen und Schüler unter 20 Jahren hospitalisiert.

CP-Schule muss bis Ende August schliessen

In einer anderen Schule in der Stadt St.Gallen bleiben die Türen seit Montag zu: Die CP-Schule Birnbäumen, wo rund 70 körperlich beeinträchtigte Kinder unterrichtet werden, muss auf kantonsärztliche Anordnung bis Ende August schliessen. Dies ist der Fall, nachdem vergangene Woche fünf Ansteckungen mit dem Coronavirus festgestellt wurden.

Wie Institutionsleiterin Petra Mantz gegenüber FM1Today sagte, werden an der Schule viele Kinder unterrichtet, deren Immunsystem aufgrund von Vorerkrankungen geschwächt ist. Deshalb werde die Schule vorsichtshalber geschlossen. «Bei einer normalen Einrichtung wäre eine Schliessung nicht unbedingt nötig gewesen.» Die CP-Schule, die während der Pandemie bisher immer geöffnet hatte, steht damit vor einer neuen Situation. Sie stellt bis Ende August auf Fernunterricht um.

Das Schutzkonzept der Schule habe sich bis jetzt bewährt, heisst es. Die Coronafälle in der Schule dürften mit dem generellen Anstieg der Infektionen zusammenhängen. Die CP-Schule Birnbäumen will in der Zeit der Schliessung prüfen, ob sie weitere Schutzmassnahmen treffen muss.

Keine Maskenpflicht mehr für Lehrpersonen

An den öffentlichen Schulen im Kanton St.Gallen gelten nach wie vor die üblichen Verhaltens- und Hygieneregeln. Klassenübergreifende Aktivitäten und Sporttage dürfen wieder durchgeführt werden. Eine Maskenpflicht gibt es nicht mehr.

Doch während die Coronazahlen schweizweit steigen, ziehen andere Kantone an den Schulen wieder die Schrauben an und verschärfen die Massnahmen. Nach der ersten Schulwoche hat Schaffhausen entschieden, wieder eine Maskenpflicht für Oberstufenschüler einzuführen. Der Grund: zu viele Coronafälle. Diese wurden durch repetitive Test aufgedeckt. Auch Zürich setzt auf repetitives Testen und startet an Berufsfach- und Mittelschulen mit einer Vorsichtswoche in den Schulalltag, während der das Maskentragen dringend empfohlen wird.

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