«Viele fragen, ob wir noch Bargeld annehmen»: Kunden bezahlen in der Region St.Gallen während der Coronapandemie öfters kontaktlos

Beim Einkaufen hat man die Wahl: Bargeld oder doch lieber mit Karte oder Twint? Das grassierende Coronavirus macht vielen die Entscheidung einfacher.

Dinah Hauser
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Während der Coronapandemie ein beliebtes Zahlungsmittel: Die EC-Karte.

Während der Coronapandemie ein beliebtes Zahlungsmittel: Die EC-Karte.

Bild: Christian Beutler / KEYSTONE

Der Selbstbedienungstisch vor dem Blumengeschäft «Vergiss mein nicht» in Rorschacherberg steht nicht mehr. Eine Selbstabholung durch die Kunden ist aber auch während der Coronapandemie noch möglich. Auf Bestellung richtet Inhaberin Corina Hirzel-Hug die Sträusse und platziert sie an einem abgemachten Ort beim Geschäft. Bezahlen können die Kunden direkt bei der Kasse, auf Rechnung oder bargeldlos per Twint. «Bisher sind keine Reklamationen eingegangen, dass jemand seine Bestellung nicht mehr vorgefunden hat», sagt Corina Hirzel-Hug, die ihr Geschäft mit Internet-Shop neu gestaltet und ausgebaut hat. Zurzeit würden auch kostenlose Heimlieferungen in der Region Rorschach angeboten.

Die Bestellungen hätten zugenommen. «Trotzdem verzeichnen wir hohe Umsatzeinbussen.» Die jetzige Situation habe auch Auswirkungen auf die Produzenten und Lieferanten. Gerade bei den Schweizer Tulpen sei vieles bereits geschnitten und jetzt werde es wieder kälter. «Wir hoffen auf das Verständnis der Kunden, dass wir gewisse Wünsche nicht immer sofort erfüllen können.»

Schälchen für Bargeld

Auch beim Bahnhofskiosk Rhyner in St.Gallen seien der Kartenterminal und andere Bezahlmöglichkeiten über das Smartphone derzeit hoch im Kurs. Twint werde jedoch nicht angeboten, sagt Inhaber und Geschäftsführer Patrick Egli. Der Kartenterminal werde alle 30 Minuten desinfiziert.

«Viele Kunden fragen nach, ob wir überhaupt noch Bargeld annehmen.»

Dies sei noch möglich und das Personal reinige sich danach die Hände. «Damit sich bei der Geldübergabe die Hände nicht berühren, haben wir ein Schälchen bereitgestellt.» Dort könne der Kunde das Geld hineinlegen. Jedoch habe dies noch nicht ganz Fuss gefasst. «Wir merken aber, dass die Leute auf die Verhaltensregeln achten.»

Im Maxi Markt in St.Georgen werden indes die Kunden per Plakat gebeten, möglichst mit Karte zu bezahlen. Weitere Möglichkeiten und Geräte kamen bis jetzt nicht hinzu. «Ich schliesse es aber nicht aus,» sagt Stefan Egger, «vor allem wegen des Hauslieferdienstes, den wir anbieten.»

Handschuhe für die Kassierin

Bei der St.Galler Risotteria am Bohl bezahlen die Gäste derzeit noch mit Bargeld. «Ich möchte aber demnächst auch eine kontaktlose Bezahlmöglichkeit anbieten», sagt Inhaber Guido Egger. Derzeit informiere er sich, welche Möglichkeit am besten zu dem Take-away passe. Er schaffe sich dann auch ein passendes Gerät an.

Bisher ging Egger den kontaktlosen Bezahlmöglichkeiten aus dem Weg, da auch Transaktionsgebühren anfallen. «Der grösste Teil unserer Kundschaft besteht aus Schülern und Studenten. Daher versuchen wir die Preise tief zu halten.»

Sicherheitstechnisch hat er aber vorgesorgt: Es werde genügend Abstand gehalten und die Kassierin trägt Handschuhe. Sie habe zudem keinen Kontakt zu Lebensmitteln. Die Cafébar neben der Risotteria hat Egger unterdessen geschlossen. «Die Bartheke würde Leute anziehen und der Abstand von zwei Metern wäre zwischen den Kunden nicht mehr gewährleistet.» Zudem ist die Risotteria nur noch von 11 bis 14 Uhr geöffnet. «Wir wollen für die Leute, die noch arbeiten, etwas Warmes anbieten.»