Corona-Virus verdirbt Pasta-Schmaus in Rorschach sowie weitere Anlässe

In der Region am See führt der Corona-Virus zu Absagen von Veranstaltungen. Betroffen sind vor allem Vereine.

Martin Rechsteiner, Rudolf Hirtl
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Bild: PD

Das Feuer brennt, die Musik spielt und Kinder schwenken bengalische Zündhölzchen – der Funkensonntag ist einer der Höhepunkte im regionalen Veranstaltungskalender. Und wenn der Böögg nach ein paar Minuten explodiert, dann wächst die Zuversicht, dass der Frühling dem Winter den Garaus macht.

Doch dieses Jahr ist vieles anderes. Ein mikroskopisch kleiner ungebetener Gast aus China verdirbt auch den Menschen in der Region Rorschach die Fest- und Feierlaune.

Das Gedränge ist nicht zu kontrollieren

So hätte am Samstagabend der Funken auf der Sefar-Wiese brennen sollen, doch wegen der aktuellen Situation bezüglich des Corona-Virus und der Weisung des Kantons St.Gallen für Anlässe unter 1000 Besuchern, sagten die Feuerwehrvereine Thal und Rheineck den diesjährigen Funken ab. Auf der Facebook-Seite des organisierenden Feuerwehrvereins Rheineck, nehmen es die User mit Humor. «Mir werdets überlebe ohne Funke wiä au de Corona», ist da beispielsweise zu lesen. Eine andere Userin findet es weniger lustig und kommentiert «etz langets denn aber langsam, oder».

Kirche geht auf Nummer sicher

Zu Gunsten von «Fastenopfer und Brot für alle» findet in Rorschach traditionell ein Pastaessen im Stadthof statt. Es wird von der Pfarrei St.Kolumban, der Missione Cattolica Italiana und der portugiesischen Mission organisiert. Mehrere tausend Franken kommen so jeweils für einen guten Zweck zusammen. Anna Maria Frei-Braun, Pfarreibeauftragte Pfarrei St.Kolumban Rorschach, bedauert die Absage:

«Es ist uns nicht leicht gefallen, aber es ist sicher vernünftiger aufgrund der aktuellen Situation.»

Neben der Weisung des Bundes habe auch das Bistum darauf hingewiesen, bei Veranstaltungen Vorsicht walten zu lassen. «Es kommen 400 bis 500 Menschen zum Pastaessen. Da herrscht jeweils ein Gedränge und Gerangel, das wir schlicht nicht Kontrollieren können», sagt Anna Maria Frei-Braun. Die Begegnungen und der Austausch mit anderen Kulturen seien zwar ein Highlight, auch für die 60 bis 70 freiwilligen Helfer, dennoch sei ein Verschiebedatum kein Thema.

Pech wegen Startrompeter aus Italien

Die Virus-Welle hat auch den Musikverein Melodia Goldach auf falschem Fuss erwischt. «Wir können unsere Unterhaltungsshow Symphonic Rock nicht wie angekündigt am 6. und 7. März durchführen», sagt Melodia-Vorstandsmitglied Karin Hautle. Das «Problem» liegt dabei in den eigenen Reihen: «Marco Pierobon, unser Startrompeter, lebt in Norditalien.

Karin Hautle, Vorstandsmitglied Melodia Goldach.

Karin Hautle, Vorstandsmitglied Melodia Goldach.

PD

Eine Durchführung der Konzerte wäre deshalb nur ohne unseren Solisten möglich.» Denn laut kantonaler Weisung seien Anlässe unter 1000 Personen zwar erlaubt, allerdings nur, wenn der Veranstalter sicherstellen könne, dass keine Personen aus aktuellen Risikogebieten teilnehme. Dort zählt Norditalien derzeit dazu. «Unser ganzes Programm ist auf Marco Pierobon abgestimmt und ohne ihn kaum in gleicher Art realisierbar», sagt Hautle.

Viel Verständnis für Veranstalter

Der Anlass sei deshalb auf den 11. und 12. September verschoben. «Das macht uns traurig, aber immerhin müssen wir die Show nicht ersatzlos streichen. So war die viele Arbeit nicht umsonst.» Die Melodia hat alle Besitzer bereits verkaufter Tickets kontaktiert und sie über die Verschiebung informiert. «Von den Betroffenen erhalten wir viel Verständnis. Der Grossteil ist gerne im September mit dabei.» Und wer es sich nicht einrichten könne, erhalte das Geld für die Tickets zurück, betont Hautle.

Die Plattform Plemo muss ebenfalls Besucher vertrösten. Ihre angekündigten Fotovoltaik-Aktionen in Goldach (5. März) und Rorschacherberg (10. März) finden nicht statt. Laut ihrer Website will die Plattform möglichst bald über ein Verschiebedatum informieren.

Kultur i de Aula auf der Kippe

Auch Guido Schwalt, Leiter der Musikschule Goldach und Programmverantwortlicher bei Kultur i de Aula, musste Massnahmen ergreifen. «Wir beantragen für jeden Anlass in der Aula eine Bewilligung beim Kantonsarzt. Auch für den Elternabend von heute Montag mit 80 Teilnehmern.» Zudem hätten sie Eltern, die sich kürzlich in einem der Krisengebiete aufgehalten hätten oder erkältet seien, aufgefordert, daheim zu bleiben. Ob Kultur i de Aula am 13. und 14. März wie geplant stattfindet, ist unklar. «Wir warten die Situation noch ab», sagt Schwalt.

Nicht betroffen ist bis jetzt offenbar das Würth Haus mit seinen Kunst- und Kulturveranstaltungen. «Stand heute finden bei uns alle Anlässe wie angekündigt statt, sofern der Kanton bei seinen aktuellen Regelungen bleibt», sagt Mediensprecherin Martina Hämmerle-Bohn. «Allfällige Änderungen geben wir auf unserer Website bekannt.»