Corona-Pandemie
Nachtclubs atmen auf: St.Galler Kantonsregierung schwenkt um und ermöglicht nun auch 2G

Ab Mittwoch gelten im Kanton St.Gallen die Regeln, die vom Bundesrat erlassen wurden. Neu dürfen St.Galler Restaurant-, Bar- und Clubbetreiber freiwillig die 2G-Regel einführen.

Pascal Keel
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Ab Mittwoch soll auch in St.Gallen 2G möglich sein.

Ab Mittwoch soll auch in St.Gallen 2G möglich sein.

Bidl: Michel Canonica

Der Kanton St.Gallen zieht nach. Ergänzend zur nationalen Regelung des Bundesrats gilt im Kanton St.Gallen ab Mittwoch in Aussenbereichen von Restaurations-, Bar- und Clubbetrieben für alle Gäste entweder 2G (geimpft oder genesen) oder aber eine Maskentragpflicht, sofern die Gäste nicht an einem Tisch sitzen. Dies teilte die Staatskanzlei in einer Medienmitteilung mit.

Ebenfalls sei 2G in den Innenbereichen von Restaurations-, Bar- und Clubbetrieben möglich. Für die Besucherinnen und Besucher würde somit die gesetzliche Maskentragpflicht wegfallen. Es stehe den Betrieben und Einrichtungen aber frei, zusätzlich und gestützt auf ihr Hausrecht trotzdem an der Maskentragpflicht festzuhalten.

Für die Mitarbeitenden in den genannten Betrieben und Einrichtungen gelte aufgrund der Covid-19-Verordnung die besondere Lage in den Innenräumen, in denen sich mehr als eine Person aufhält, ohnehin von Bundesrechts wegen eine Maskentragpflicht.

2G-Regelung schon vorher im Sinn

Bruno Damann, Gesundheitschef des Kantons St.Gallen.

Bruno Damann, Gesundheitschef des Kantons St.Gallen.

Bild: Tobias Garcia

Die Einführung der 2G-Regelung sei in der St.Galler Regierung schon zur Massnahmenverschärfung am vergangenen Mittwoch zur Diskussion gestanden, sagt Gesundheitsdirektor Bruno Damann auf Anfrage. Aber:

«Ohne Zulassung des Bundes konnte 2G nicht eingeführt werden.»

Man sei darum froh, dass der Bund vergangenen Freitag grünes Licht gegeben hat.

Der St.Galler Gesundheitsminister rechtfertigt die Einführung von 2G im Kanton wie folgt: «Es ist erwiesen, dass Geimpfte und Genesene weitaus weniger ansteckend sind als Ungeimpfte. Zudem besteht bei diesen Personen ein kleineres Risiko schwerer Krankheitsverläufe.»

Die Anpassungen an das Bundesrecht seien sinnvoll und notwendig, schreibt der Kantonale Gewerbeverband(KGV) am Dienstag in einer Mitteilung. Der KGV habe dies gegenüber der Regierung am 3. Dezember 2021 gefordert. Und:

«Mit der Möglichkeit zur Einführung der 2G-Regel haben Veranstalter wie auch Club- und Barbesitzer wieder eine gewisse Perspektive.»

Clubs öffnen wieder

Viele St.Galler Clubs sahen sich nach der Einführung einer Sitz- und Maskenpflicht in Innenräumen vergangene Woche gezwungen, den Betrieb vorübergehend einzustellen. Daniel Weder, Geschäftsführer des Kugl und Vorstandsmitglied der Vereinigung der St.Galler Club- und Barbetriebe (Nachtgallen), sagte gegenüber TVO: «Für Bars ist es sicher machbar – die Gäste können sitzend trinken – für Clubs ist es eine faktische Schliessung. Die Regeln können nicht umgesetzt werden.» Neben dem Kugl stellten auch die Nachtclubs Trischli und Ivy den Betrieb am vergangenen Wochenende ein.

Das Umschwenken der St.Galler Regierung sorgt bei Nachtclubs nun für kollektives Aufatmen. Nach Bekanntgabe der Einführung von 2G kündigen alle drei Nachtclubs die Wiedereröffnung am kommenden Wochenende an. Das «Ivy» schreibt am Dienstag auf Instagram: «We are back again».

Palace, Alpenchique und Grabenhalle setzten am vergangenen Wochenende auf Bestuhlung und blieben geöffnet. Ob diese nun auf das 2G-Prinzip umstellen, ist noch unklar.

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