Abtwil
Kindergartenlehrerin positiv auf Corona getestet: Weil sie während der Pause etwas gegessen hat, müssen 22 Kinder in Quarantäne

Kinder einer Klasse der Schulanlage Ebnet müssen noch bis Freitag zu Hause bleiben, weil die Lehrerin in der Pause etwas ass. Schulpräsident Raphael Franke wundert sich, dass das genügt, um eine solch strenge Massnahme anzuordnen.

Melissa Müller
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22 Kindergartenkinder wurden nach Hause geschickt.

22 Kindergartenkinder wurden nach Hause geschickt.

Bild: Benjamin Manser (3. März 2016)

Eine Kindergärtnerin vom Schulhaus Ebnet in Abtwil ist positiv auf Corona getestet worden. Ihre Klasse, bestehend aus 22 Kindern, wurde daraufhin am Donnerstag in Quarantäne geschickt. Die Frau hatte dem Contact-Tracing-Team des Kantons geschildert, dass sie zwei Tage zuvor mit den Kindern die Pause im Klassenzimmer verbracht habe. Dabei habe sie die Maske abgenommen, um etwas zu essen.

Kantonsärztin Danuta Zemp.

Kantonsärztin Danuta Zemp.

Bild: Benjamin Manser

Daraufhin veranlasste Kantonsärztin Danuta Zemp, dass die Kinder zu Hause bleiben müssen. Die Eltern erhielten einen Brief, der sie über die Quarantänepflicht der Kinder informierte. «Dass das allein genügt, um eine ganze Klasse in Quarantäne zu schicken, hat mich überrascht», sagt Raphael Franke, der Schulpräsident von Gaiserwald. Er stehe aber hinter diesem Entscheid von Danuta Zemp. Da die Kinder immer beaufsichtigt sein müssten, lasse es sich aber kaum vermeiden, dass auch die Lehrperson einmal etwas trinkt oder isst.

Raphael Franke, Gaiserwalder Schulpräsident.

Raphael Franke, Gaiserwalder Schulpräsident.

Bild: Benjamin Manser

«Wir gehen nicht von einer Mutation aus», sagt Franke. Nur die betroffenen Kinder müssen bis am 29. Januar zu Hause bleiben; die Familien können ihrem Alltag weiterhin nachgehen. Danach beginnen die Winterferien, und die Kinder dürfen wieder verreisen und draussen spielen.

Es ist die erste Klasse in Gaiserwald, die in Quarantäne muss. Bereits eine Handvoll Lehrpersonen hätten sich mit dem Coronavirus angesteckt, sagt Schulpräsident Raphael Franke. «Wie auch in anderen Schulen.» Die meisten hätten glücklicherweise einen leichten Krankheitsverlauf. Auch die besagte Kindergärtnerin sei bald wieder wohlauf und einsatzbereit.

Stundenpläne umschreiben, Vertretungen organisieren

Für die Schulleiter ist die jetzige Situation sehr fordernd: Sie müssen kurzfristig Stellvertretungen für kranke Lehrpersonen organisieren, Stundenpläne umschreiben, die Eltern informieren und immer wieder damit rechnen, dass sich ein Kind oder eine Lehrperson mit dem mutierten Virus anstecken könnte. Was im schlimmsten Fall bedeutet, dass ganze Klassen in Quarantäne müssen. Franke sagt:

«Bis jetzt läuft es noch, aber auf die Dauer ist das kein Zustand.»

Laut dem Kanton St.Gallen sollen die Schulen auch in den kommenden Wochen im Präsenzunterricht bleiben, da die Fallzahlen zurückgegangen sind. Alle Lehrpersonen müssen Masken tragen. Die Schule Gaiserwald führt nach den Winterferien auch eine Maskenpflicht für alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse ein, befristet auf zwei Wochen. Die speziellen Kindermasken werden von der Schule zur Verfügung gestellt. Die Schule Gaiserwald gibt ihrem Personal zudem gratis FFP2-Masken ab.