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Computermaus statt Gartenschere: Rorschach hat einen neuen Leiter der Stadtgärtnerei

Michael Heggli ist seit kurzem neuer Leiter der Stadtgärtnerei. Er spricht über die aktuellen Herausforderungen und verrät seine Ideen für Rorschach, wobei eine auf Widerstand stossen könnte.
Lisa Wickart
Als neuer Leiter der Stadtgärtnerei verbringt Michael Heggli kaum mehr Zeit draussen, dafür im Büro. (Bild: Lisa Wickart)

Als neuer Leiter der Stadtgärtnerei verbringt Michael Heggli kaum mehr Zeit draussen, dafür im Büro. (Bild: Lisa Wickart)

Michael Heggli lässt sich äusserlich kaum von anderen Gärtnern unterscheiden. Der 36-Jährige lächelt freundlich, trägt braune Hosen bis zu den Knien und ein grasgrünes Polohemd. Mit Gartenarbeit habe er jedoch nicht mehr viel zu tun: «Nur noch der Name schliesst darauf, dass ich eigentlich Gärtner bin, aber der Beruf ist ein Bürojob», sagt er. Seit Mai dieses Jahres verbringe er als neuer Leiter der Stadtgärtnerei die meiste Zeit an seinem Schreibtisch direkt neben Blumenladen «Bluemehüsli». Draussen im Grünen sei er nur noch für Kontrollrundgänge anzutreffen.

Kaum hat Heggli den Rorschacher Zentralfriedhof betreten, wird er auch schon von einer Frau angesprochen. Warum denn das Tor am anderen Eingang geschlossen sei, will sie wissen. «Ich schliesse es gleich auf», antwortet er entgegenkommend. Ja, er werde oft von Leuten in Rorschach angesprochen, wenn er unterwegs sei. «Mittlerweile kennt man mich halt als neuen Leiter der Stadtgärtnerei.»

Mehr Abfall und trockener Rasen zu bewältigen

Bevor Heggli nach Rorschach gekommen ist, arbeitete er als stellvertretender Betriebsleiter bei Roth Gartenbau in St. Gallen. Der Wechsel in die Hafenstadt sei ihm leicht gefallen, da viele Mitarbeiter schon lange in der Stadtgärtnerei arbeiten und erfahren sind. Zudem habe ihn das Team von Anfang an sehr positiv aufgenommen. «Aber es wird noch eine Weile dauern, bis ich alles gesehen habe», sagt er. Damit meint er, dass jede Jahreszeit neue Herausforderungen für die Stadtgärtnerei bereithält. Momentan sei eine davon die Trockenheit. Da besonders an der Seepromenade sich Anwohner und Touristen gewohnt seien grünen, perfekt gestutzten Rasen und eine bunte Blumenpracht zu sehen, sei die Stadtgärtnerei ständig mit der Bewässerung beschäftigt. «Wir haben einen Mitarbeiter, der den ganzen Tag nichts anderes macht, als mit dem Auto von Grünfläche zu Grünfläche zu fahren und Wasser zu geben», erzählt Heggli. Dazu komme, dass sich bei schönem Wetter mehr Leute an der Promenade tummeln und dadurch mehr Abfall liegen bleibe, welcher die Gärtner wegräumen müssten.

Vor einer Wiese umgeben von Gräbern bleibt er stehen. Wer hier perfekten Rasen erwartet, hat falsch gedacht. Die Gräser wachsen kreuz und quer und dazwischen ist das leuchtende Rot der Mohnblumen zu sehen. Diese Wiese gehört zu einem der Projekte, die Heggli zur Zeit plant. «Wir lassen verschiedene Grünflächen zu solchen Wiesen wachsen und pflanzen Wildblumen», sagt er. Damit soll die Biodiversität in Rorschach vielfältiger werden. Zudem müssten die Gärtner die Wiesen nicht noch zusätzlich bewässern:

«So sparen wir Wasser, Arbeitszeit und ausserdem sind wilde Wiesen zur Zeit optisch ein Trend.»

Auch am Spielplatz neben dem «Arion» an der Seepromenade prüft er, ob sich eine wilde Wiese anbietet. Nur: Das könnte auf Widerstand stossen. «Viele Leute bestehen am See auf den typischen Rasen», sagt Heggli. Dabei bringe dieser kaum Vorteile für Flora und Fauna und dazu erfordere er mehr Arbeit, die sonst in andere Bereiche investiert werden könnte.

Unkraut nicht mehr mit Gas vernichten

Dem neuen Stadtgärtner liegt ein schonender Umgang mit der Natur am Herzen. Dafür hat er neben den wilden Wiesen einige Projekte in Planung, wie etwa Insektenhäuser aufzustellen. Diese könnten auf den Wiesen platziert werden und würden ebenfalls viel zur Biodiversität beitragen. Eine Erneuerung, welche nicht mehr in Planung, sondern bereits umgesetzt ist, ist eine neue, umweltschonende Technologie, um Unkraut zu entfernen. Mit der neuen Maschine werden ungewollte Pflanzen mit heissem Wasser statt wie bisher mit Gas abgetötet.

«Ich habe viele Ideen und würde sie am liebsten von heute auf morgen umsetzten», sagt Heggli.

Nur leider dauere das seine Zeit. Obwohl er sich in der Stadtgärtnerei gut eingelebt habe, bleibe er vorerst mit seiner Familie in St. Gallen: «Meine beiden Kinder sind durch die Schule in St. Gallen verwurzelt», sagt er. Die Option nach Rorschach zu ziehen, wolle er sich jedoch noch offen lassen.

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