Chihuahua-Schwestern suchen einen neuen Lebensplatz

Weil ihr Besitzer vor acht Monaten verstarb, landeten zwei Chihuahuas im Engelburger Tierheim Sitterhöfli. Die Suche nach einem neuen Frauchen oder Herrchen gestaltet sich schwierig.

Oliver Schneider
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Tierpfleger Nicole Amigo und Heinz Staub mit Gyöngyi und Folti:« Oberste Prioriät hat, dass die Chihuahuas zusammenbleiben können.»

Tierpfleger Nicole Amigo und Heinz Staub mit Gyöngyi und Folti:« Oberste Prioriät hat, dass die Chihuahuas zusammenbleiben können.»

Bild: Oliver Schneider

Gyöngyi und Folti brauchen ein neues Frauchen oder Herrchen. Vor acht Monaten ist ihr Besitzer verstorben. Seither ist ihr provisorisches Zuhause das Tierheim Sitterhöfli in Engelburg – eine lange Übergangsphase. Da die beiden Chihuahua-Weibchen schon acht Jahre alt sind und einige Leiden haben, gestaltet sich die Suche nach einem neuen Lebensplatz schwierig. «Gyöngyi hat eine Kniescheiben-Verrenkung und muss bei Treppen getragen werden», sagt Heinz Staub, Tierpfleger und Inhaber des Tierheims Sitterhöfli.

Gyöngyi und Folti seien aber sehr anhänglich und verschmust, ergänzt Tierpflegerin Nicole Amigo. Man müsse die beiden Hündchen lediglich einen Tag lang kennen lernen und schon würden sie Vertrauen zu einem fassen. Obwohl sie sich im Tierheim Sitterhöfli langsam wohl fühlen, wäre ein richtiges Zuhause besser für sie.

Nur im Doppelpack abzugeben

«Oberste Priorität hat, dass die Schwestern zusammen bleiben», sagt Nicole Amigo. Der perfekte Besitzer wäre zudem jemand, der viel Zeit für die zwei Zwergdamen hätte. Ein ruhiges Plätzchen ohne Kinder würde zu ihnen passen.

20-Minuten-Spaziergänge reichen aus

Ideal wären vier bis fünf Spaziergänge pro Tag, die dafür nur 20 Minuten dauern müssten. «Viel länger sollten die Kleinen gar nicht gehen», sagt Heinz Staub. Das Geschwisterpaar könnte seinen neuen Besitzer oder seine neue Besitzerin noch schätzungsweise zehn Jahre auf den täglichen Spaziergängen begleiten. Denn Chihuahuas werden bis zu 18 Jahre alt. «Bei Hunden gilt die Regel: Je kleiner, desto älter werden sie», sagt Staub.

Über 300 Tiere pro Jahr platziert

Neben den Zwergdamen beherbergt das Sitterhöfli noch einen weiteren Hund, 14 Katzen, zwei Hasen und ein Meerschweinchen. Neben den Feriengästen handle es sich meistens um Findeltiere. Pro Jahr werden 150 bis 200 Tiere durch Tierschutz­vereine abgegeben. «Über 90 Prozent der Hunde gehen dank den Chips aber wieder nach Hause», sagt Heinz Staub. Bei Katzen seien es lediglich 60 Prozent. Die anderen Tiere werden an neue Besitzer vergeben. Dabei steht für die Leiter des Sitterhöflis das Tierwohl im Vordergrund. Natürlich müsse die ­Chemie zwischen Tier und Mensch stimmen. «Darüber hinaus schauen wir aber auch, wie die Lebensbedingungen im neuen Zuhause aussehen», sagt Heinz Staub. Anwärter für Kleintiere müssten beispielsweise zuerst ein Foto ihrer Räume senden, bevor die Tiere abgegeben würden.

Meistens können die Bedingungen erfüllt werden. So werden jährlich über 300 Tiere aus dem Sitterhöfli neu platziert. Und mit ein wenig Glück können auch Gyöngyi und Folti noch zu den diesjährigen 300 gezählt werden.

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