Catering in Strafanstalt Saxerriet: Nachdem sich ein Häftling übergeben hat, bleibt die Küche vorerst geschlossen

Nach dem Norovirus-Ausbruch in der Woche vor Weihnachten geht es in der St.Galler Strafanstalt Saxerriet weiter hoch her. Ob der neue Vorfall etwas mit dem Virus zu tun hat, ist laut dem Gefängnisdirektor noch ungeklärt.

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Die Küche in der Strafanstalt Saxerriet bleibt drei Tage gesperrt.

Die Küche in der Strafanstalt Saxerriet bleibt drei Tage gesperrt. 

Bild: Urs Bucher

(evw) Am Freitagabend ist es in der St.Galler Strafanstalt Saxerriet zu einem unschönen Vorfall gekommen. Ein Insasse hat sich im Abwaschraum neben der Küche übergeben. Die Gefängnisleitung entscheidet sich nach einem Zusammenkommen für die Schliessung der Küche. Wie 20Minuten berichtete, litten bereits in der Woche vor Weihnachten 27 der rund 100 Insassen der Strafanstalt an Durchfall und Erbrechen. Am 26. Dezember konnte die Isolation der letzten Patienten aufgehoben werden– der Norovirus-Ausbruch schien ausgestanden.

Schliessung der Küche als Vorsichtsmassnahme

Der Direktor der Strafanstalt, Martin Vinzens, bestätigt den Vorfall. Es sei aber noch offen, ob ein Zusammenhang mit dem Norovirus bestehe.

«Der betroffene Insasse ist damals als einer der Ersten erkrankt. Er hat aber wieder als gesund gegolten.»

Nach Absprache mit dem kantonalen Lebensmittelinspektor bleibt die Küche nun drei Tage lang geschlossen. «Es handelt sich um eine Vorsichtsmassnahme», sagt Vinzens. So wolle man die Insassengemeinschaft und die Mitarbeiter schützen und auf der sicheren Seite sein. In dieser Zeit werden sämtliche Teile der Küche und des Abwaschraum wie auch Apparaturen, Geschirr, Besteck, Materialien und weiteres penibel genau gereinigt und desinfiziert.

Catering versorgt die Häftlinge in der Zwischenzeit  

Für die Verpflegung der Häftlinge, hat das Gefängnis ein Catering organisiert. Dieses habe laut Vinzens in allen Teilen bestens funktioniert und habe in keiner Weise einen Leistungsabfall in der Verpflegung der Institution bedeutet.

Vinzens betont, dass man das Virus nicht unterschätzt hat. Es habe nach der Aufhebung der Isolation keine neuen Erkrankungen mehr gegeben. Ihr Krisenmanagement habe sich als sehr effizient und tauglich erwiesen. «Ich gehe davon aus, dass wir ab Dienstag definitiv wieder zur Normalität zurückkehren können», sagt Vinzens.

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