Catalyst fliegen mit neuem Album hoch hinaus

Catalyst veröffentlichen heute ihre zweite Platte. Darauf zeigt sich die Band deutlich gereift, aber nicht weniger explosiv. Am Samstag wird «Beware Of The Volcano» in der Grabenhalle getauft.

David Gadze
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Auf zu neuen Höhen: Das St. Galler Rock-Duo Catalyst mit Sänger und Gitarrist Dominic Curseri (links) und Schlagzeuger Ramon Wehrle hat ein tolles neues Kurzalbum aufgenommen. (Bild: PD/Leo Boesinger)

Auf zu neuen Höhen: Das St. Galler Rock-Duo Catalyst mit Sänger und Gitarrist Dominic Curseri (links) und Schlagzeuger Ramon Wehrle hat ein tolles neues Kurzalbum aufgenommen. (Bild: PD/Leo Boesinger)

Vulkane können trügerisch sein. Sie können tagelang vor sich hin rauchen, ohne richtig Feuer und Asche zu spucken. Oder sie können explosionsartig ausbrechen, mit voller Kraft, ohne Vorwarnung. Eine ähnlich heftige und schnelle Eruption legten auch Catalyst hin. Das St.Galler Alternative-Rock-Duo ist innert kürzester Zeit zu einer der vielversprechendsten und besten Bands der Region aufgestiegen. Vor drei Jahren, im Herbst 2015, spielten sie am Nachwuchsband-Wettbewerb «bandXost» ihr erstes Konzert überhaupt – «eher eine Jam-Session», wie Schlagzeuger Ramon Wehrle sagt. Ein Jahr später standen sie beim «bandXost» zuoberst auf dem Siegertreppchen. 2017 veröffentlichten sie ihre erste Kurzplatte (EP), die sie noch vor der zweiten Teilnahme am «bandXost» aufgenommen hatten. Und jetzt folgt die zweite EP, die passenderweise den Titel «Beware Of The Volcano» trägt. Morgen taufen Catalyst ihr zweites Baby in der Grabenhalle.

Wortklang ist wichtiger als Reim

Catalyst sind seit ihrer ersten EP hörbar gereift und sind besser eingespielt. Das zeigt sich in erster Linie an den weiterhin auf Gesang, Gitarre und Schlagzeug reduzierten Kompositionen, die facettenreicher sind, dynamischer, knackiger. Das zeigt sich aber auch an Dominic Curseris Gesang, der ausdrucksvoller geworden ist und sich noch präziser ins Klangbild einfügt. Ein Grund dafür: Er habe sich bewusst davon gelöst, dass sich seine Textzeilen reimen müssten, erzählt Curseri. «Die Bedeutung der Wörter ist mir viel wichtiger – und ihr Klang.» Entsprechend nimmt der Gesang auf «Beware Of The ­Volcano» mehr Raum ein als auf der selbstbetitelten Debüt-EP.

Ausserdem wird die rohe Energie der Stücke immer wieder durch zurückhaltendere, melodiösere Passagen durchbrochen. Genau aus dem Wechselspiel zwischen kompromisslosem, lautem Rock und solchen ruhigeren Momenten schöpft die Platte ihre Dringlichkeit und Kraft. «Laut und hart zu spielen, ist ein cooles Gefühl. Oft dient es aber nur dazu, sich hinter der Klangwand zu verstecken oder Schwächen zu kaschieren», sagt Curseri. Man könnte auch sagen: Catalyst entdecken eine neue Stärke.

Die Songs lange reifen lassen

Dass Catalyst mit «Beware Of The Volcano» einen grossen Schritt machen, hat auch damit zu tun, dass sie ihren Songs genügend Zeit gegeben haben, sich zu entwickeln. Denn die meisten Stücke sind schon älter. «Als wir im vergangenen Jahr plötzlich für Festivals gebucht wurden, hatten wir nicht einmal zehn Lieder im Repertoire. Also mussten wir ziemlich schnell einige neue schreiben», erzählt Ramon Wehrle. In der Folge spielten ­Catalyst die meisten der sechs Songs, die sich nun auf «Beware Of The Volcano» finden, fast ein Jahr lang immer wieder live. So hatte ihr neues Material genug Zeit zu reifen, ehe das Duo damit ins Studio ging.

Noch heute sind Dominic Curseri und Ramon Wehrle dankbar für den Sieg am «bandXost». Zum einen habe er ihnen wichtige Türen geöffnet und zum anderen finanziell geholfen. So konnten sie ihr neues Werk auf Vinyl herausgeben. 300 Exemplare haben sie pressen lassen. Beim Tempo, das Catalyst eingeschlagen haben, reicht das wohl nicht lange.