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Carl-Stürm-Stiftung vergibt Preise gegen den Mainstream

Der Preis der Rorschacher Carl-Stürm-Stiftung geht dieses Jahr an den Verein IG mobil und den Flugplatz-Besitzer Markus Kopf. Der Stiftungsrat springt damit bewusst nicht auf den Zug der aktuellen Klimaprotestwelle auf.
Rudolf Hirtl
Raphael Frei (links) und Markus Kopf halten die Preischecks; dahinter der Stiftungsrat der Carl-Stürm-Stiftung. (Bild: Christof Sonderegger)

Raphael Frei (links) und Markus Kopf halten die Preischecks; dahinter der Stiftungsrat der Carl-Stürm-Stiftung. (Bild: Christof Sonderegger)

Seit ihrer Gründung im Jahr 2004 hat die Carl-Stürm-Stiftung 655000 Franken an Personen und Institutionen ausgeschüttet, die mit Engagements für die Region am südlichen Bodensee auf sich aufmerksam gemacht haben. An der 15. Preisverleihung vom Mittwoch im mit 500 Personen gefüllten Carmen-Würth-Saal in Rorschach wurden 30000 Franken an die IG mobil und 20000 Franken an den Flugplatz Altenrhein ausgerichtet.

Empörungsbewirtschaftung verschafft neben Sex wohl die grösste Wollust. (Peter Thoma)

«Kaum ein Thema ist so emotional aufgeladen wir Mobilität», sagt Peter Thoma, Präsident der Carl Stürm-Stiftung. Und die Carl Stürm-Stiftung wisse, dass der Entscheid für die diesjährigen Preisträger nicht allen gefallen werde. «Wir wollen aber auch gar nicht allen gefallen», betont Thoma und ergänzt: «Wir sind uns im Stiftungsrat seht wohl der Problematik, Dringlichkeit und Wichtigkeit von Umwelt- und Klimafragen bewusst.» Daher seit die Stiftung für eine Mobilität, die so kontrolliert und zielführend sei, dass sie auf dem Weg zur Klimaverbesserung einen messbaren Beitrag leisten könne. Die zwei Preisträger würden viel zur Ausstrahlung der Region Rorschach beitragen. «Gemeinsam ist den Preisträgern, dass sie sich für die Erreichbarkeit der Region einsetzen. Erreichbarkeit, Anbindung, Vernetzung, ‹Beweglichkeit auch in den Köpfen› – also Mobilität im weitesten Sinne – charakterisieren die Leistungen der Preisträger 2019. Sie trugen dazu bei, dass Rorschach und unsere Region weiterhin vorne dabei sind, und sie werden sich auch in Zukunft dafür einsetzen», so Peter Thoma.

Weichenstellung für die Attraktivität der Region

Der Stiftungspräsident macht bei der von der Stadtharmonie Eintracht Rorschach musikalisch umrahmten Preisverleihung auch auf die heutige Hassliebe zur Mobilität aufmerksam. Einerseits sei da der Nutzen für jeden persönlich und die Wirtschaft, andererseits seien da auch Schattenseiten wie verstopfte Strassen und überfüllte Züge. Für einen Lacher sorgt er mit der Frage, «darf ein Grüner in die Ferien fliegen?», er betont aber auch, beide Haltungen liessen sich nachvollziehen und über beide liesse sich trefflich streiten.

Die Laudatio für die IG mobil übernimmt Stiftungsrat Christof Stürm. Die Interessengemeinschaft setze sich ein für eine zukunftsfähige und auch nachhaltige Verkehrsentwicklung in der Region Rorschach, die neue Chancen in der industriellen, gewerblichen und wohnlichen Entwicklung ermögliche. Nicht zuletzt fördere das von der IG unterstützte Projekt die Lebensqualität in der Region. Das verdiene Anerkennung, so der Stiftungsrat. «Mobilität ist ein Schlüsselfaktor im Standortwettbewerb. Sie ist mitentscheidend, ob Unternehmen bleiben und ob neue zuziehen», so Stürm. Die Abstimmung im kommenden November über das Projekt Autobahnanschluss Plus werde eine Weichenstellung sein für die Steigerung der Attraktivität der Region.

Es gibt nicht nur Gut und Schlecht. So hat Mobilität ihre Sonnen- und Schattenseiten, die es differenziert zu beurteilen und zu würdigen gilt. (Peter Thoma)

Auch im Namen seiner Vorstandskollegen dankt IG-Präsident Raphael Frei, Rorschacherberg, auf der Bühne für die grosszügige Preissumme. «Damit wird es uns möglich sein, die Bevölkerung im Vorfeld der Abstimmung ganzheitlich über das Projekt zu informieren.» Frei betont wie wichtig es sei, über Gemeindegrenzen hinweg zusammenzuhalten. «Lassen Sie uns die Region Rorschach zusammen weiterbringen.»

«Das ist der erste Preis, den ich erhalte»

Stiftungsrätin Yvette Reinberger betont bei ihrer Laudatio, dass mit dem Preis an Markus Kopf der Mut eines Menschen und die Vision eines Unternehmens honoriert werde, der ein Stück Zeitgeschichte sanft in ein modernisiertes stabiles Jetzt transformiert habe. «Mit seinem Wirken trägt Markus Kopf People’s Airport Altenrhein zur Qualität der Region Rorschach bei und fördert das Image unserer Stadt am See.» Die Menschen müssten sich bewusst sein, dass viele Firmen ohne den Flugplatz gar nicht hier wären. «Wir wären auch nicht hier in diesem Saal, denn auch für Reinhold Würth war der Airport entscheidend.»

Markus Kopf ist hörbar gerührt, als er den Check übernimmt. «Das ist der erste Preis, den ich in meinem Leben erhalte. Ich sehe das ganze Airport-Team als Preisträger, sie haben es verdient.» Viel Applaus erhält er für seine Zusage, die Preissumme für den Juniorinnen-Fussball in Rorschach und für die Ausbildung von Jugendlichen zu spenden.

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