Busanzeige am St.Galler Hauptbahnhof nach Kritik umgehängt

In der Ankunftshalle des Hauptbahnhofs kommen sich die binäre Uhr und die Anzeigetafel mit den Busperrons und Busabfahrtszeiten nicht mehr in die Quere. Seit Freitag hängt der Grossbildschirm nämlich an einem neuen Ort.

David Gadze
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Die Busanzeigetafel hängt neu nicht mehr unter der binären Uhr, sondern an der Seitenwand daneben. (Bild: Beat Belser - 24. August 2018)

Die Busanzeigetafel hängt neu nicht mehr unter der binären Uhr, sondern an der Seitenwand daneben. (Bild: Beat Belser - 24. August 2018)

Die Anzeigetafel für Busse und Postautos vor der Zügelaktion vom Freitag. (Bild: Urs Bucher - 14. August 2018)

Die Anzeigetafel für Busse und Postautos vor der Zügelaktion vom Freitag. (Bild: Urs Bucher - 14. August 2018)

Die binäre Uhr an der Ankunftshalle des St.Galler Hauptbahnhofs leuchtet jetzt ungestört: Seit Freitag hängt die Anzeigetafel mit den Perronangaben und den Abfahrtszeiten der Busse nicht mehr an der Rückseite der Lichtinstallation (also auf der Innenseite der Ankunftshalle), wo sie durch die durchsichtige Hülle des Glaskubus zu erkennen war. Sie wurde einige Meter nach Osten verschoben, von der Front- auf eine Seitenwand der Ankunftshalle.

Mit der Versetzung der Anzeigetafel hat der Stadtrat auf Kritik unter anderem aus dem Stadtparlament reagiert. Sie hat sich damit allerdings auch wieder neue Vorwürfe eingehandelt. Sie kommen unter anderem von Pro Bahn Ostschweiz und von Leserbriefschreibern.

Parlamentarier kritisieren «Schildbürgerei»

Seit der Montage der Anzeigetafel vor einigen Wochen waren die Wogen um ihre Platzierung hoch gegangen – auch in der Politik. In einem Vorstoss hatten die Stadtparlamentarier Clemens Müller (Grüne) und Karl Schimke (FDP) von einer «Schildbürgerei» geschreiben. Die störende Beeinträchtigung der Lichtinstallation des Künstlers Norbert Möslang erwecke den Eindruck «eines unreflektierten, achtlosen Umgangs mit öffentlicher Kunst» und wirke «provinziell». Daraufhin entschied der Stadtrat, die Anzeigetafel an die Ostseite der Ankunftshalle umzuhängen. Die Kosten dafür sollen maximal 20'000 Franken betragen.

Kunst vor den Bedürfnissen der Reisenden?

Was die Liebhaber der binären Uhr freut, ärgert jedoch all jene, die die Zweckmässigkeit der Elemente am neugestalteten Hauptbahnhof vor die Gestaltung stellen. So kritisierte die Kundenorganisation Pro Bahn Ostschweiz ihrerseits die Umplatzierung scharf, da die Anzeigetafel für Busse und Postautos nun beim Heraufkommen aus der Rathaus-Uunterführung nicht mehr direkt zu sehen sei. Damit werde die Kunst am Bau höher gewichtet als das Informationsbedürfnis der Reisenden, was an einem Hauptbahnhof falsch sei.