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Bundesrats-Säuli Manuela ist der Star an der Olma – so geht das Leben des Masttieres nach der Messe weiter

Es ist mit seinen schwarzen Flecken ein besonders herziges Ferkel, das Bundesrat Alain Berset an der Olma-Eröffnung halten durfte. In sieben Monaten wird Säuli Manuela bereits schlachtreif sein. Dieses Leben wartet auf das berühmte Olma-Säuli.
Christa Kamm-Sager
Das diesjährige Bundesrats-Säuli wurde auf den Namen Manuela getauft und ist besonders herzig. (Bild: Ralph Ribi)

Das diesjährige Bundesrats-Säuli wurde auf den Namen Manuela getauft und ist besonders herzig. (Bild: Ralph Ribi)

Die wenige Tage alten Ferkel sind ein Magnet an der Olma. Reihum schmelzen die Besucher dahin vor dem Gehege mit der riesigen Muttersau und den zwölf schnusigen Ferkeln. «Jöö, lueg emol die Säuli», hört man alle paar Minuten. Das einzige schwarz-weiss gefleckte Säuli ist eine kleine Berühmtheit: Manuela wurde es getauft und Bundesrat Alain Berset an der Olma-Eröffnung in die Arme gedrückt. Doch auch seine Berühmtheit nützt dem Masttier nichts: In gut sieben Monaten wird es und seine elf Geschwister in Bazenheid zum Schlachthof geführt. Bis dahin sieht sein Leben fix vorgegebene Stationen vor.

Sehr empfindlich auf Keime

Nach der Olma kommen die beiden Muttersauen und ihre Ferkelschar in einen kleinen Mastbetrieb in Niederbüren. Dort leben nur 30 Muttersauen. «Ich gebe alle Sauen von der Olma bewusst in kleine Betriebe», sagt Stefan Hardegger, dem die Olma-Sauen gehören.

«Sauen sind sehr empfindlich auf Keime. Sollte sich ein Tier an der Olma mit irgendeiner Krankheit angesteckt haben, ist ein kleiner Betrieb einfacher zu sanieren.»

Stefan Hardegger. (Bild: chs)

Stefan Hardegger. (Bild: chs)

Die Schweiz sei frei von den gefürchteten Lungenkrankheiten APP und EP. Doch die Schweinepest lauere vor den Grenzen. «Die macht uns ernsthafte Sorgen», so Hardegger, selber Schweinezüchter und -mäster und Vorstandsmitglied von Suisseporcs Ostschweiz. «Die Sau ist ein sehr gescheites Tier», sagt er. «Meine vier Eber Boris, Marcel, Köbi und Urs hören auf ihren Namen und folgen mir, wenn ich sie rufe.»

Zeit der Kastenstände ist in der Schweiz vorbei

Bis sie vier bis sechs Wochen alt sind, dürfen die 12 Ferkel bei ihrer Mutter in der 7,5 Quadratmeter grossen Abferkelbox bleiben. Hardegger ist froh, dass die Zeit der Kastenstände in der Schweiz vorbei ist: «Die Muttersauen waren – unbeweglich eingezwängt zwischen Gittern – zu dieser Zeit weniger zutraulich und auch mal aggressiv gegenüber dem Menschen.» Das Tierschutzgesetz in der Schweiz ist mit dieser Verordnung einen deutlichen Schritt weiter als die meisten anderen Länder auf der Welt. Für ihn ist deshalb klar:

«Legt jemand Wert auf gut hergestelltes Fleisch, kann er kein Fleisch im Ausland kaufen.»

Die Muttersau produziert täglich bis zu 12 Liter Milch für ihre muntere Schar. Schon nach einer Woche werden die Ferkel aber auch an das Ferkelfutter gewöhnt, das aus Getreiden wie Soja, Gerste und Weizen besteht.

Die Brüder von Manuela werden im Alter von etwa zehn Tagen kastriert. Davor bekommen sie – gesetzlich vorgeschrieben seit 2010 – ein Schmerzmittel gespritzt, werden dann narkotisiert und schliesslich kastriert.

«In den meisten anderen Ländern ist Kastration ohne Betäubung weiterhin erlaubt.»

Eine Kastration in der Schweiz kostet den Schweinemäster drei bis fünf Franken pro Tier.

20 Tiere auf 7 Quadratmetern

Ist unser schwarz-weisser Ferkelstar rund zehn Kilo schwer wird er von der Mutter abgesetzt und kommt zusammen mit bis zu 20 anderen Jungtieren in den Jagerstall. Jedem Tier steht dabei eine Fläche von 0,35 Quadratmetern zu – was bei 20 Tieren einer Box von etwa 7 Quadratmetern entspricht. Zur Beschäftigung erhalten die nach Qualitätsmanagement-Label (QM) gehaltenen Tiere Strohwürfel und frisches Wasser ist stets zugänglich.

Die nächste Station erwartet das Bundesrats-Ferkel im Alter von gut drei Monaten: Die Tiere wiegen dann gegen 25 Kilogramm und werden in den Maststall verlegt. Bis zu einem Gewicht von 65 Kilogramm stehen hier jedem Tier 0,6 Quadratmeter zu. Bei einer durchschnittlichen Gruppengrösse von 12 Tieren ist das eine Box von 7,2 Quadratmetern. Vollspaltenböden sind seit letztem Jahr in der Schweiz tabu; allerdings darf ein Drittel des Bodens noch mit Spalten zur einfacheren Reinigung versehen sein. Sind die Tiere schliesslich schwerer als 65 Kilogramm, erhalten sie 0,9 Quadratmeter Platz auf dem Betonboden, Sägemehl als Einstreu muss dabei genügen.

Fünf Prozent der Schweine sehen einmal eine Wiese

«Etwa fünf Prozent der Schweine in der Schweiz werden nach Biolabel gehalten. Sie dürfen auch mal auf eine Wiese», sagt Stefan Hardegger.

«Die Nachfrage des Konsumenten bestimmt die Art der Haltung der Tiere.»

Letzte Station der schwarz-weiss gefleckten Manuela ist der Schlachthof in Bazenheid: Dort werden die schlachtreifen Tiere im Alter von etwa sieben, acht Monaten mit einem Lebendgewicht von 110 bis 125 Kilogramm hintransportiert. «Suttero» oder «Micarna» entscheiden dann über die weitere Verwendung des Fleisches.

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