Bürgerversammlung
Die Wittenbacher Stimmberechtigten genehmigen die Rechnung 2020 – und diskutieren über Dauerbrenner

Nur gerade 1,6 Prozent der Stimmberechtigten haben an der Wittenbacher Bürgerversammlung teilgenommen. Die Abstimmungen über die Rechnungen 2020 der politischen Gemeinde sowie der Primarschulgemeinde Wittenbach gingen ohne Misstöne über die Bühne. Zu Diskussionen und Kritik kam es danach.

Michel Burtscher
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94 Stimmberechtigte kamen am Montagabend an die Wittenbacher Bürgerversammlung.

94 Stimmberechtigte kamen am Montagabend an die Wittenbacher Bürgerversammlung.

Bild: Michel Burtscher

Wittenbach ist die Ausnahme unter den Gemeinden in der Region St.Gallen: Während überall sonst die Bürgerversammlung im März wegen der Coronapandemie abgesagt und stattdessen an der Urne abgestimmt wurde, fand sie in Wittenbach am Montagabend statt. Mit Masken und genügend Abstand natürlich. 94 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger hatten sich dafür in der Aula des OZ Grünau eingefunden. Das entspricht 1,6 Prozent der Stimmberechtigten.

Auf der Traktandenliste standen die Rechnungen 2020 der politischen Gemeinde und der Primarschulgemeinde sowie die Allgemeine Umfrage. Zur Erinnerung: Die Rechnung der politischen Gemeinde schloss bei einem Gesamtaufwand von 47 Millionen Franken mit einem unerwarteten Plus von 2,9 Millionen ab. Budgetiert war ein Defizit von 1,4 Millionen. Es sei ein «erfreuliches» Ergebnis, sagte Gemeindepräsident Oliver Gröble. Grund für die Differenz waren höhere Steuereinnahmen und diverse tiefere Ausgaben, insbesondere im sozialen Bereich.

Wortmeldungen zum «Puls» und dem ehemaligen Schulareal

Die Rechnung der Primarschulgemeinde wiederum schloss um 35'000 Franken besser ab als erwartet. Überraschungen gab es bei den Abstimmungen keine: Die beiden Rechnungen wurden ohne Gegenstimme bei zwei Enthaltungen (politische Gemeinde) beziehungsweise bei einer Enthaltung (Primarschulgemeinde) gutgeheissen. Während der Allgemeinen Umfrage gab es dann Wortmeldungen zu verschiedenen Themen – darunter auch Dauerbrenner.

Oliver Gröble, Gemeindepräsident Wittenbach.

Oliver Gröble, Gemeindepräsident Wittenbach.

Bild: Michel Canonica

So erkundigte sich ein Mann, warum die Produktion des Mitteilungsblattes im vergangenen Jahr an eine neue und auswärtige Firma – die Cavelti AG in Gossau – vergeben habe. Gröble erinnerte daran, dass man sich an das Vergaberecht halten müsse. Da sei man rechtskonform vorgegangen und nun habe halt jemand anderes gewonnen. «Das gilt es zu akzeptieren.» Man müsse die Vergangenheit auch mal ruhen lassen.

Was passiert mit dem ehemaligen Schulareal?

Weiter zu reden gab auch die künftige Nutzung des ehemaligen Schulareals auf dem Wittenbacher Dorfhügel. Das Areal sei seit dem 1. Januar im Besitz der Gemeinde und schon fünf Monate der fünfjährigen Zwischennutzung seien verstrichen, bemängelte ein Mann. «Meine Hoffnung ist, dass der Prozess dezidiert vorangetrieben wird und eine vielfältige Nutzung ermöglicht wird.»

Dafür sei ein einfacher Zugang zu Toiletten, Strom, Wasser und Lagerraum eine Selbstverständlichkeit. Ohne würden die Aussenräume nur marginal genutzt. Die Gefahr sei, dass sich dann eine Grauzone entwickle mit wiederkehrenden Kosten für die Gemeinde, so der Mann. Gröble hatte schon zuvor angekündigt, dass der Gemeinderat zu einer Begehung des ehemaligen Schulareals einlädt, um mit interessierten Personen Ideen für die zukünftige Nutzung zu besprechen.