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Wo der Schriftzug an der Arena St.Gallen herkommt

Seit 50 Jahren stellt die Grafitec in der Lachen Schriftzüge und Reklametafeln her. Vieles davon prägt das Stadtbild. Gründer Willi Sauter blickt zurück.
Nina Rudnicki
Viele Schriftzüge in der Stadt stammen aus dem Unternehmen von Willi Sauter. (Bild: Michel Canonica)

Viele Schriftzüge in der Stadt stammen aus dem Unternehmen von Willi Sauter. (Bild: Michel Canonica)

Über die blau leuchtenden Kreuze und Kringel der Binär-Uhr am Hauptbahnhof hat fast jede und jeder in der Stadt diskutiert. Auch der Schriftzug des Kybunpark und die Schützengarten-Leuchttafeln gehören zum Stadtbild. Wer genauer auf Buchstaben an Hausfassaden und Tafeln achtet, dem fallen schnell viele weitere für St. Gallen typische Schriftzüge und Leuchtreklamen auf.

Etwas versteckt ist hingegen der Standort der Grafitec in der Lachen. Hinter einem Häuserblock an der Zürcher Strasse produziert der Betrieb alles, was es für die visuelle Kommunikation braucht. Neben den erwähnten Beispielen gehören dazu auch Digitaldrucke, Folienbeschriftungen und Baustellenwerbung.

Buchstaben aus Metall

Die Grafitec hat Willi Sauter vor 50 Jahren gegründet. «In der Ostschweiz sind wir das einzige Unternehmen, das alles selber produziert», sagt der 70-Jährige, während er durch den Betrieb führt. Es gibt eine Spenglerei, in welcher etwa Buchstaben aus Metall angefertigt werden. Hinzu kommen ein Atelier, die Büros, die Werkstätten für die Elektriker und Monteure sowie die Druckerei. In letzterer schneidet ein Mitarbeiter gerade die weissen Ränder einer mehreren Quadratmeter grossen Landschaftsfotografie ab. Sie ist auf eine Art Tapete gedruckt und soll die Wände in einem Hotel verzieren.

Rund 50 Mitarbeitende beschäftigt die Grafitec AG in St. Gallen, zehn weitere arbeiten am Standort in Glattbrugg. Das Unternehmen ist in den vergangenen 50 Jahren stets gewachsen. «Obwohl wir unsere Produktion nicht wie andere Unternehmen ins Ausland verlegt haben oder einzelne Teile dort einkaufen, konnten wir immer konkurrenzfähig bleiben», sagt er. Dadurch könne man auf kleinere Aufträge mit Spezialwünschen genauso eingehen wie auf Grossaufträge. Zudem repariere das Unternehmen Leuchtreklamen und ersetze alte Neonbeleuchtungen durch LED.

Am Fussballstadion strahlt noch Neonlicht

Als Willi Sauter 1968 zusammen mit einem Geschäftspartner in Wil die Sauter und Huber Reklamen gründete, waren sie in einer Nische tätig. «Der Beruf des Werbetechnikers war damals eher unbekannt», sagt Willi Sauter. Von einer Lastwagenfirma im Ort erhielten sie die ersten Aufträge und beschrifteten deren Fahrzeuge. Die Schriften wurden damals noch per Hand entworfen und gezeichnet. Um Buchstaben zu vergrössern, projizierten sie diese auf Wände.

Zu den Meilensteinen in der Firmengeschichte gehört das Jahr 1985. Damals kaufte Willi Sauter die St. Galler Firma Oelke Reklamen AG. Zudem zog das Unternehmen nach St. Gallen. 1993 übernahm die Grafitec AG ausserdem die Theo Diem AG, den grössten Baureklamen-Hersteller in Zürich. Zu den grössten Veränderungen in der Branche gehörten die Digitalisierung, der Digitaldruck sowie die Umstellung von Neon auf LED. «Der Schriftzug des Kybunparks gehört zu den wenigen Aufträgen, bei dem wir noch Neonlicht verwendet haben», sagt er.

Durch Zufall zum Schriftenmaler

Ursprünglich hat Willi Sauter Schriftenmaler gelernt, der heute als Werbetechniker bezeichnet wird. An den Grund für die Wahl erinnert er sich heute nicht mehr. «Ich glaube, es war einfach Zufall», sagt er. Auch wie lange er noch als Geschäftsführer arbeiten wird, weiss er nicht. «Selbst wenn ich die Geschäftsleitung abtrete, würde ich gerne weiterarbeiten, eventuell aber reduziert», sagt er. Vieles sei noch offen, aber in der momentan vierköpfigen Geschäftsleitung gebe es geeignete Nachfolger.

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