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Brunnen in der Stadt St.Gallen: Die Quelle, an der Gallus Wasser trank

Es sei der älteste Brunnen der Stadt, sagen Historiker. Denn dort, wo das Gallusbrünneli an der Wassergasse steht, soll St.Gallens Geschichte ihren Ursprung haben.

Sandro Büchler
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Das Gallusbrünneli an der Wassergasse.

Das Gallusbrünneli an der Wassergasse.

Bild: Sandro Büchler

Es soll der älteste Brunnen der Stadt sein. Zudem ist das Gallusbrünneli auch einer der kleinsten Brunnen. Er liegt versteckt hinter dem Raiffeisen-Gebäudekomplex an der Wassergasse. Allzu viele Touristen kommen hier nicht vorbei, beinahe könnte man den Brunnen übersehen.

Der Ursprung des heutigen einfachen Wandbrunnens soll bis ins Jahr 619 zurückreichen, womit er der wohl älteste Brunnen der Stadt ist. Hermann Bauer, der 1993 verstorbene Journalist und legendäre Stadtredaktor der ehemaligen Tageszeitung «Die Ostschweiz», beschreibt in seinem Buch «St.Gallen und seine Brunnen» das Gallusbrünneli als «Methusalem unter den St.Galler Brunnen».

Laut Volksglaube sei die Quelle der Ort, wo schon Gallus Wasser getrunken haben soll. Aus der Einsiedlerklause des irischen Wandermönchs an der Steinach soll das Kloster und aus diesem wiederum die Stadt St.Gallen gewachsen sein.

Stadtbaumeister soll Pläne durchgeboxt haben

Das Brünneli ist in der Wand eingelassen, überschattet von Büschen. Ein 97-teiliges Mosaik von Gallus und dem von ihm gezähmten Bär prangt über dem Becken, in das ein steter Strahl quillt. Die heutige Bauweise geht auf 1894 zurück. Stadtbaumeister Albert Pfeiffer dürfte sie entworfen haben.

Laut Hermann Bauer hat dieser «seinen keineswegs überzeugenden Entwurf selbstherrlich durchgesetzt».

Das von einem Zürcher Künstler gestaltete Mosaik wirke daher etwas ungelenk und kurios.

Das Mosaik zeigt Gallus und den von ihm gezähmten Bär.
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In einer unscheinbaren Ecke von St.Gallen, hinter dem Raiffeisen-Gebäudekomplex...
...befindet sich das Gallusbrünneli an der Wassergasse. Nicht einmal ein Trottoir gibt es auf der Seite des Brunnens.

Das Mosaik zeigt Gallus und den von ihm gezähmten Bär.

Bilder: Sandro Büchler

Serie: Mehr als Wasserspender

St.Gallens Brunnen bieten einen Blick in die Geschichte der Stadt. Gründerväter und Heilige werden genauso abgebildet wie Delfine oder Drachentöter. In einer losen Serie geht die Stadtredaktion den Brunnen auf der Grund. (red)

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