Bruggen erhält neue Velopasserelle - sie kostet vier Millionen Franken

Das Stadtparlament hat gestern einen Kredit von vier Millionen Franken genehmigt.

Marlen Hämmerli
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Mit einer Rampe wird die Passarelle Oberstockenweg velotauglich.

Mit einer Rampe wird die Passarelle Oberstockenweg velotauglich.

Visualisierung: PD

Die Passerelle Oberstockenweg westlich des Bahnhofs Bruggen ist marode. Nun wird sie durch eine velogängige Passerelle ersetzt. Das Stadtparlament hat gestern einem Verpflichtungskredit von gut vier Millionen Franken zugestimmt. Dabei stimmten 49 Ja, sieben Nein und zwei Stadtparlamentarier enthielten sich. Ein Rückweisungsantrag der SVP hatte zuvor mit acht Ja gegenüber 50 Nein keine Chance.

Markus Haid hatte zuvor namens der SVP-Fraktion argumentiert, die Kosten seien zu hoch und die projektierte Passerelle sei «dem planerischen Grössenwahnsinn zum Opfer gefallen». Sie sehe Rampen mit einer Länge von 30 und 151 Metern vor. «Eine ungeheuerliche Platzverschwendung.» Ausserdem bemängelte die SVP die fehlende Weitsichtigkeit. Bauen die SBB ein drittes Gleis zwischen Gossau und St.Gallen, müsste zudem der Rampenteil Richtung Hinterberg-Quartier ersetzt werden. Ein solches Gleis ist bisher jedoch nicht geplant.

Bund und Kanton zahlen Beiträge an Passerelle

Alle anderen Parteien sprachen sich für die neue Passerelle aus. Die FDP-Fraktion stellte fest, dass eine velogängige Passerelle Luxus sei. Jedoch werden dadurch Gelder von Bund und Kanton ausgelöst, wodurch die Stadt nur noch knapp 926'000 Franken zahlen muss. Ausserdem bemerkte Stefan Keller für die FDP, dass die lange Zeitspanne zwischen Abbruch und Fertigstellung der Passerelle die Sache etwas trübe. Die CVP/EVP-Fraktion fragte sich in diesem Zusammenhang, ob eine andere, potenziell wichtigere Brücke ebenfalls so lange unterbrochen würde.

Der Abbruch ist für die Nacht auf den 27. April angesetzt, da sich der Zustand des Fussgängerübergangs rapide verschlechtert hat. Baubeginn für die neue Passerelle ist erst im September. Sie soll bis Ende Juni 2021 fertig gebaut sein.

Beatrice Truniger betonte für die SP/Juso/PFG-Fraktion, dass durch die neue Passerelle auch für Personen mit Kinderwagen oder im Rollstuhl ein Mehrwert entstehe. Wichtig sei, dass die geplanten Lärmschutzwände hochwertig begrünt würden: «Wir wollen keine öden Schotterwände.» Dem schlossen sich die Grünen, Jungen Grünen und Grünliberalen an. Christian Huber sagte namens der Fraktion der Grünen und Jungen Grünen zudem, es sei wichtig, dass das Zentrum mit dem Velo schnell und sicher erreichbar werde.

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