Blitzwarnung auf der Spiserwies in Abtwil unterbricht Derby-Spektakel

Die Fussballer von Abtwil-Engelburg und Winkeln trennen sich in einem attraktiven 2.-Liga-Derby 3:3 unentschieden. Wegen einer Blitzwarnung unterbricht der Schiedrichter die Partie für eine Viertelstunde.

Ives Bruggmann
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Abtwils Sandro Klarer (links) im Zweikampf mit dem Winkler Dominic Räber.

Abtwils Sandro Klarer (links) im Zweikampf mit dem Winkler Dominic Räber.

Bild: Michel Canonica

In der 27. Minute pfiff der Schiedsrichter ab und schickte die beiden Mannschaften in die Kabinen. Ein Gewitter bahnte sich an, erste Blitze schlugen in der weiteren Umgebung des Sportplatzes Spiserwies in Abtwil ein. Erst am Dienstagabend verletzten sich 14 Jugendliche bei einem Blitzeinschlag auf der Spiserwies. Dementsprechend vorsichtig handelten die Verantwortlichen.

Schiedsrichter Emre Bilge hatte im engen Austausch mit dem Heimteam Abtwil-Engelburg die Wetterentwicklung stetig im Blick. Als der erste Blitz im Umkreis von weniger als fünf Kilometern einschlug, unterbrach er die Partie gemäss Reglement sofort.

«Ich gehe absolut kein Risiko ein. Das bringt überhaupt nichts.»

Aufgrund der deutlichen Aussagen des Unparteiischen deutete eigentlich alles auf einen Spielabbruch hin. Doch nach weniger als einer Viertelstunde gab das Heimteam Entwarnung. Die Gewitter-App zeigte eindeutig an, dass die Blitze weitergezogen sind.

Abtwil reagiert dreimal auf Winkelns Führung

Bereits vor dem Unterbruch hatten die beiden Teams ein spektakuläres Spiel geboten. Bereits in der elften Minute düpierte Winkelns Captain Marc Grünenfelder Abtwils Abwehr nach einem erfolgreichen Konter. Doch das Heimteam reagierte prompt: Nach einem Abpraller erzielte Reto Nef in der 14. Minute den Ausgleich mittels sehenswerten Dropkicks.

Doch die Gastgeber taten sich weiterhin schwer mit dem gut stehenden Gegner aus Winkeln. «Die Blitzunterbrechung kam zum richtigen Zeitpunkt», sagte Abtwils Trainer Marc Blumer. «Wir kamen zu keinem Zeitpunkt der Partie richtig ins Spiel.» In der 43. Minute lancierte Winkeln erneut einen mustergültigen Konter – notabene aus der eigenen Defensivzone. Vorne verwertete Luca Roelli souverän. Doch, wie bereits beim ersten Treffer hielt die Führung nicht für lange. Bereits weniger als eine Minute später glich der Abtwiler Sandro Klarer aus.

Abtwil kann die Passwege nicht zustellen

Das Hin und Her ging auch im zweiten Durchgang munter weiter. Abtwil presste, Winkeln hielt erfolgreich dagegen und setzte immer wieder Nadelstiche. «Wir konnten die Passwege einfach nicht zustellen», sagte Abtwils Trainer Blumer. «Das war dämlich.» Er lobte aber auch den Gegner. «Winkeln hat es wirklich gut gespielt.» Roelli erzielte in der 52. Minute mit seinem zweiten persönlichen Treffer die dritte Winkler Führung. Erneut mittels Konter. «Eigentlich müssen wir dieses Derby gewinnen», sagte Winkelns Captain Grünenfelder. «Doch hinten waren wir zu fehlerhaft.» Dennoch liesse sich auf dieser Leistung aufbauen, so Grünenfelder. Aber:

«In einem Derby zählt nur der Sieg.»

Der eingewechselte Renato Gröli verhinderte mit seinem Treffer den Winkler Sieg in der 78. Minute. «Wir haben Moral gezeigt», sagte Blumer. Am Ende kamen in der attraktiven Partie auf rutschigem Untergrund nochmals Emotionen auf. Die insgesamt elf gelben Karten zeugen von einem hart geführten Derby. «Für diese Spiele üben wir diesen Sport aus», sagte Blumer. Am Ende sei ein Derby eben wie ein Cupmatch. Nur in diesem Fall ohne Sieger.

Telegramm

Abtwil-Engelburg – Winkeln 3:3 (2:2)
Tore: 11. Grünenfelder 0:1. 14. Nef 1:1. 43. Roelli 1:2. 44. S. Klarer 2:2. 52. Roelli 2:3. 78. R. Gröli 3:3.
Bemerkungen: 27. Minute: 15-minütiger Unterbruch wegen Blitzwarnung. – Insgesamt elf Gelbe Karten und ein Platzverweis gegen Winkelns Trainer Thomas Koller (wegen Verlassen der Coachingzone).