50'000 Kunden an einem Tag: Black Friday beschert St.Galler Shopping-Arena einen Besucherrekord

Der Black Friday zieht Jahr für Jahr mehr Kundschaft an. Doch nicht alle St.Galler Geschäfte sind gleich zufrieden.

David Grob
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Schnäppchenjäger im vorweihnachtlichen Kaufrausch.

Schnäppchenjäger im vorweihnachtlichen Kaufrausch. 

Bild: Martial Trezzini/Keystone

Halber Preis hier, Sale dort, Prozente überall. Am Freitag waren Kleider, Multimediaartikel und Bücher so billig, wie die Kundschaft kaufwillig. Tiefe Preise lockten Kunden scharenweise in die Geschäfte und liessen Geschäftsführerinnen, Buchhalter und Marketingleiter frohlocken. Doch nicht überall ist man gleich zufrieden ob des vorweihnachtlichen Kaufrausches. Nicht überall lockte der Black Friday gleich viele Kunden in die Geschäfte.

Auf der Sonnenseite des schwarzen Freitags steht die Shopping-Arena. Die Geschäfte im grössten Einkaufszentrum der Ostschweiz dürften die Kassen geklingelt haben. Fabienne Diez, Marketingleiterin der Shopping-Arena, sagt:

«Wir hatten einen neuen Besucherrekord.»

Rund 50'000 Kundinnen und Kunden hätten das Einkaufszentrum in St.Gallen Winkeln am Freitag besucht – 2000 mehr als im Vorjahr. Dabei lockte nicht nur der Abendverkauf – die Shopping-Arena hatte bis 22 Uhr geöffnet. Der Andrang begann bereits kurz nach der Öffnung um 9 Uhr. «Um 9.30 Uhr gab es in der Tiefgarage keinen einzigen freien Parkplatz mehr», sagt Diez.

Seit Jahren steigt die Nachfrage nach Schnäppchen. Gemäss «Blick» gehen Schätzungen des Online-Portals Blackfridaydeals.ch von fast einer halben Milliarde Franken Umsatz aus, die am Black Friday schweizweit gemacht werden. Dies sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch Diez stellt in der Shopping-Arena Jahr für Jahr eine stärkere Nachfrage fest.

Wie ein Verkaufstag vor Weihnachten

In der Innenstadt zeigt sich Jaska Graef zufrieden mit den Ergebnissen des Black Friday. Das Vorstandsmitglied von Detailhändlerverband Pro City und Geschäftsführer von Manor St.Gallen vergleicht den Umsatz und die Nachfrage nach vergünstigten Produkten durch Kundinnen und Kunden am Black Friday (siehe Kasten) mit einem Verkaufstag vor Weihnachten.

«Mit dem Black Friday wird auch das Weihnachtsgeschäft eingeläutet.»

Insbesondere der Abendverkauf ist laut Graef gut gelaufen. Manor hatte, wie 36 andere Geschäfte in der Innenstadt und die Shoppingarena am Stadtrand, bis 22 Uhr geöffnet. «Wir hatten vor allem in den letzten zwei Stunden deutlich mehr Kunden als im Vorjahr», sagt Graef.

Der Geschäftsführer im Manor und die Marketingleiterin in der Shopping-Arena stellen ein verändertes Konsumverhalten fest. «Es gibt immer mehr Leute, die am Black Friday extra frei nehmen», sagt etwa Fabienne Diez.

Der Abendverkauf zieht nicht überall

Ein voller Erfolg also? Nicht ganz. Verschiedene Stimmen äussern sich etwa zum Abendverkauf in den Geschäften der Innenstadt durchaus skeptisch. Im Männerwerk etwa, einem Geschäft für Herrenmode in der Neugasse, sind ab 20.30 Uhr nur noch vereinzelte Kunden aufgetaucht.

Kritisch äussert sich Roland Wagner. Der Geschäftsführer der Alpstein Drogerie-Parfümerie nimmt nicht am Rabattwettkampf teil, sondern nur am Abendverkauf. «Wir hatten nach halb acht gerade mal vier Kunden im Laden.» Ein Abendverkauf locke nur Kundschaft an, wenn alle Geschäfte in der Innenstadt teilnehmen würden. «Entweder komplett oder gar nicht.»